Heute: 14. Apr., 2026

Dolchstoß oder nicht – Darf man über Ideen überhaupt berichten? Schützenfest!

Amelie Pachulke vor einer Woche in der Weberberg Redaktion (HeyGen)
von
vor 8 Stunden

Redaktionsgewissen Amelie Pachulke hatte die Redaktion gewarnt! „Tut es nicht!“ hatte Sie gesagt:

Trotzdem haben wir Informationen über das Treffen zur Weiterentwicklung des Schützenfestes von Gastronomen und Ordnungshütern veröffentlicht. Dieses Protokoll, das muss man dazu erläutern, war weder geheim noch anonym in unserer Redaktion eingegangen und – das ist wichtig – wurde von einer zweiten Quelle bestätigt. Auch im Protokoll gab und gibt es keinen Hinweis darauf, dass das „Papier“ als vertraulich zu behandeln sei. Und halten wir fest: Auch im weberberg.de Artikel (Problemkind: Schützenfest) ist immer ganz deutlich darauf hingewiesen worden, dass das diskutiert wurde und noch nicht klar ist, was letztlich von den geäußerten Plänen umgesetzt wird.

Dennoch: Schon jetzt rappelt es sehr in der Kiste. Alarmstimmung. Vielleicht zu recht. Vermutet der Biberacher offensichtlich, dass das Feuerwerk tatsächlich vom heiligen Freitag verschoben werden könnte… Oder aber, dass die Consulentengasse – ehedem der heilige Gral meiner Boomergeneration, direkt nach dem Schwanenkeller, dem Tal des Alkoholismus und der Tränen – entmannt werden könnte? Wir wissen es – zum Glück – nicht. Der vermutliche Autor des Protokolls jedenfalls bittet darum dringend klarzustellen, dass das Protokoll NICHT zur Veröffentlichung vorgesehen war, und dass es sich um einen ENTWURF handelte. Dennoch wurde das Protokoll deutlich in Biberacher Mailboxen Unbeteiligter gestreut.

Unklar ist der Weberberg Redaktion was am Protokoll so schlimm sein sollte. Letztlich kann und darf jeder Gastronom und jede Ordnungshüterin doch Ideen in einen (nicht von uns benannten) Raum werfen und selbst wenn Dinge im Protokoll doppeldeutig oder nicht zu hundert Prozent eindeutig wirken – ist das schrecklich? Sind wir in dieser Republik nicht in der Lage mal entspannt über traditionelle Rituale zu diskutieren, ohne gleich das Schlimmste befürchten zu müssen? Demokratie beinhaltet Auseinandersetzung, finde ich, und dazu gehört auch zu Ideen zu stehen, Dinge mal anzusprechen und es auszuhalten, wenn das ein anderer eher abwegig findet. Wenn Gastronomen (auch die sind letztlich Meinungsbildner) und Ordnungshüter über ihre Wünsche und Nöte im Zusammenhang zum wichtigsten Biberacher Event jeden Jahres sprechen und Pläne schmieden, sollte das durchaus den Beteiligten mitgeteilt werden: Den Festbenutzern. Was davon dann umgesetzt wird und ob das Protokoll letztlich wie ein Gerichtsbeschluss von einer obersten Behörde dann noch abgesegnet werden muss… Spielt zunächst aus unserer Sicht (hier spricht die Redaktion) weniger die Rolle. Und halten wir noch eins fest: Weder im Ursprungsartikel noch hier haben wir Namen, Orte oder beteiligte Personen benannt, Personen- und InformantInnenschutz in beide Richtungen ist der Redaktion wichtig.

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