Tragisch und mittlerweile auch bedrohlich wirkt es: Und schon wieder hat ein liebgewonnenes Element des Miteinanders Insolvenz angemeldet. Die Festspiele Burgrieden, das Bad Segeberg Oberschwabens – die Winnetou Bastion – ist (zumindest und hoffentlich nur vorerst) Geschichte. Claudia Huitz schreibt:
Liebe Fans der Festspiele Burgrieden,
seit 2014 erzählen wir hier gemeinsam Geschichten, mit Pferden, Feuer, Musik und vielen Menschen, die mit Herzblut dabei sind.
2026 war eine Saison, auf die wir stolz sind: rund 22.000 Besucherinnen und Besucher, eine neue Regie, junge Leute im Team. Für 2027 standen der neue Hauptdarsteller und das Plakat schon fest. Nach Corona und vielen Jahren harter Arbeit waren wir dort, wo wir hinwollten.
Dann hat uns das Wetter vier Vorstellungen gekostet, und der Versicherungsschutz, auf den wir uns verlassen haben, hat nicht gegriffen. Ich bin überzeugt, dass der Fehler nicht bei uns liegt. Das klären jetzt die Anwälte und die Gerichte.
So lange kann eine GmbH aber nicht warten. Ohne diesen Schutz darf ich die Saison 2027 nicht verantworten, und das Gesetz lässt mir als Geschäftsführerin in dieser Lage nur drei Wochen Zeit. Bis zuletzt habe ich verhandelt, um ein langes Gerichtsverfahren zu vermeiden. Es ist nicht gelungen.
Deshalb habe ich am Sonntag für die Festspiele Burgrieden GmbH Insolvenz beantragt. Es war der einzige rechtlich mögliche Weg.
Ich sage es offen: Es ist eine Katastrophe. Nach einem intensiven Jahr haben wir mit neuer Kraft ein wunderbares 2026 erlebt, und 2027 war schon fast fertig geplant. Sogar der Entwurf für das Textbuch und das Bühnenbild lagen bereit. Auch die vielen Feste und Festivals, die für 2027 und 2028 schon vereinbart sind, stehen jetzt auf der Kippe.
Wir hatten eine wunderbare Zeit und haben in einem kleinen Dorf in Oberschwaben etwas Großartiges geschaffen. Burgrieden kennt man heute europaweit.
Für mich ist es auch das Ende einer Familiengeschichte. Als mein Mann 2015 starb, haben wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern kraftvoll weitergemacht. Die Coronazeit mit 16 Monaten Schließung war fürchterlich, und trotzdem haben wir uns zurückgekämpft. Das alles ging nur, weil so viele zusammengehalten haben: Mitarbeiter, Lieferanten, Partner und Freunde.


