Heute: 23. Jan., 2026

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vor 4 Stunden

Okay, es sind nicht immer Profis die Pressemeldungen der Polizei schreiben und möglicherweise war hier eine Aushilfe oder ein Praktikant am Werk:

POL-UL: (BC) Biberach – 82jähriger Mann aufgefunden. Umfangreiche Suchmaßnahme führten am späten Donnerstagabend zum Erfolg

Herr XXXXXXX (Name von weberberg.de entfernt) konnte von einem Team der Rettungshundestaffel Biberach am Donnerstagabend gegen 22.45 Uhr entdeckt werden. Er saß auf dem Boden auf einer Freifläche zwischen der Bundesstraße 30 und einem Waldrand, etwa 500m nach dem Jordanei in Richtung Süden. Nach Auskunft der Einsatzleitung des DRK Biberach fand ihn der sehr erfahrene Flächensuchhund „Pino“, ein Magyar Vizsla, mit seinen Hundeführerinnen Corinna und Eva. Herr XXXXXXX war ansprechbar und wurde zur weiteren Untersuchung in ein umliegendes Krankenhaus verbracht. Nach Auskunft der Einsatzleitung hat sich Pino nach seinem Erfolg eine „dicke Wurst“ aus dem Verpflegungsbestand der Einsatzkräfte verdient. Neben zahlreichen Einsatzkräften der Polizei waren 32 Hunde mit mehr als 64 Helfern der Rettungshundestaffeln Biberach, Ulm, Wangen/Allgäu und Ravensburg bei der Suche eingesetzt. In der Luft unterstützte die Drohnenstaffel des DRK und der Feuerwehr Biberach.

Tja was soll man sagen… Oder besser fragen? Soll man zum Beispiel im umliegenden Krankenhaus in Biberach mal anrufen und fragen ob es Herrn XXXXX inzwischen gut geht? „Wieso wollen sie das wissen?“ – „Na weil mein Onkel dement ist, gestern gegen 0 Uhr eingeliefert wurde und immerhin 82 Jahre alt ist!“ – „Moment ich verbinde…“ „Moment – ähm könnten sie mir noch sagen wann er wieder ins Pflegeheim kommt ….?“ – Und so weiter und so weiter…

Halten wir fest, also Klarnamen mit Alter und genauer Uhrzeit und Location, das ist vorsichtig ausgedrückt grenzwertig, auch bei Demenzkranken oder Verwirrten. Schön wenn der Schreiber Hundefan ist, allerdings rechtfertigt die WURSCHT keine Ignorierung des Datenschutzes der betroffenen Patienten. Alles schön und recht, und Gratulation zum Erfolg, aber die Bitte in Zukunft hier bei der Pressemeldung weniger Hunde in den Mittelpunkt zu stellen und deutlich mehr den Schutz der Privatsphäre von offenbar hilflosen Personen.

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