Dieses neue Jahr kann wirklich nur Eiter werden: Nach Venezuela will der Orangenmann nun auch Kolumbien und Grönland in die Knie zwingen. Ein Grund für Amelie Pachulke mal Dr. ChatGPT zur Seite zu nehmen und dazu zu nötigen, eine kleine Geschichte über die aktuelle Geschichte in Form einer Glosse zu schreiben:
Der MAGA Gott und das neue Jahr
Er trat auf wie ein Weltbaumeister im Sonderangebot: Brust raus, Kinn hoch, die Landkarte unter dem Arm wie ein Bastelbogen. Länder, so seine Überzeugung, seien im Grunde formbare Masse – ein bisschen drücken hier, ein bisschen Gewalt dort, und schon entstehe Ordnung. Seine Ordnung. Wer widersprach, hatte offenbar den falschen Geschmack oder schlicht keine Zukunft.
Dabei war Geschmack ohnehin nicht seine Stärke. Seine Kleidung wirkte, als habe sie ein Innenarchitekt im Dauerstreik entworfen: zu eng für die Würde, zu weit für den Anstand, und farblich irgendwo zwischen Machtfantasie und Mottenkiste. Er nannte es Stil, seine Höflinge nannten es mutig, und das Volk sah betreten weg – wie Kinder beim Schultheater, wenn der Kaiser nackt auftritt, aber alle so tun, als sei es Haute Couture.
Sprachlich nuschelte er sich durch die Weltgeschichte. Große Worte verhedderten sich in kleinen Silben, Drohungen klangen wie schlecht gekaute Bonbons. Doch gerade dieses Gemurmel hatte Tradition: Schon die Zaren verstanden es, Unverständliches für tiefgründig zu verkaufen. Wer nichts versteht, widerspricht auch nicht.
Für Würze sorgten die Gerüchte über seine sexuellen Ausschweifungen – selbstverständlich stets diskret, stets nebulös und stets nur von besonders emanzipierten Frauen bestätigt, die hinterher betonten, es sei „wirklich nichts Besonderes“ gewesen. Auch das passte ins Bild: große Ankündigungen, überschaubare Realität.
So regierte er weiter, schnitt Länder zurecht wie Stoff für einen Mantel, den niemand tragen wollte, und wunderte sich über den Widerstand. Vielleicht, dachte er, läge es an der Welt. Vielleicht aber auch daran, dass er nackt dastand, nuschelnd von Größe sprach und erwartete, man möge ehrfürchtig applaudieren. Doch die Geschichte ist gnadenlos modisch: Irgendwann merkt selbst das geduldigste Publikum, dass neue Kleider nicht dadurch entstehen, dass man sie herbeiredet.