Heute: 19. Juni, 2026

Darf ein ehemaliger Schlachthof umgewidmet werden?

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vor 4 Stunden

Eine ausgesprochen interessante Frage die da plötzlich im Raum steht. Dank Weberberg.de Leser A.R. der einen Hinweis auf einen Leserbrief in einer Zeitung gegeben hat (nehmen wir mal an es wäre die lokale Zeitung) muss man sich schon mal dieser Frage stellen. Der Hintergrund ist ja nicht „ohne“:

Der Biberacher Schlachthof, lange Jahre ohnehin nicht mehr täglich in Betrieb, wurde vor bald rund sechs Jahren geschlossen. Ein für seine teils unlauteren Methoden und auch teils militanten Ansichten bekannter Tierschützer hatte in Zusammenarbeit mit einem ostdeutschen Journalistenteam das Landratsamt Biberach mit angeblichen Beweisvideos aufgefordert den Schlachthof zu schließen.

Letztlich waren die Vorwürfe ziemlich haltlos, die Videos teilweise gefaked und künstlich mit Tierschreien vertont worden. Dramatisiert sagt der Spielfilmmacher dazu. Kurzum der Biberacher Schlachthof ging nie wieder in Betrieb – dem ehemaligen Betreiber entstand massiver Schaden.

Viele ältere Biberacher erinnern sich noch an die frühen 70er Jahre, damals noch unter Schefold. Bis heute schwärmen noch viele von der „legendären Schützenwurst“. Wie dem auch sei, aus dem Schlachthof soll nun ein Kulturzentrum werden, darüber hat die SchwäZ – und Kollegin Tanja Bosch – diese Woche berichtet. Der Umwidmung und dem Baugesuch steht nichts mehr im Wege, es fehlt nur das nötige Geld. Sponsoren werden gesucht… Und wieder melden sich Tierfreunde zu Wort:

Die These ist interessant. Auch deshalb, weil sie weitere Fragen aufwirft: Darf man eine Kirche zu einer Wohnung umbauen? Oder zu einem Kulturtreff? Dürfen in Kirchen Jazzkonzerte oder Discos stattfinden? Was ist mit dem Komödienhaus in Biberach? Letztlich wurde dort ursprünglich mal Shakespeares Sturm auf Deutsch uraufgeführt, danach aber war die „Schlachtmetzig“ lange lange Biberacher Schlachthof – mitten in der Stadt. Heute ist dort das Hauptquartier des dramatischen Vereins und das Haus nennt sich „Komödienhaus“.

Auf dem Biberacher Viehmarkt (!) steht die Stadtbücherei – In diesem Haus war bis in die Achtziger Jahre die Freibank. Dort wurden „weniger gute“ Fleischstücke vergünstigt angeboten. Praktisch nutzbare und durchaus bedenkenlos essbare Stücke, die aber nicht den hohen Ansprüchen des normalen Handels entsprachen.

Darf man eine Stadtbücherei dort etablieren wo früher das Fleisch kränkelnder Tiere (auch Pferdefleisch – wenn sich ein Tier ein Bein gebrochen hatte etc.) vermarktet wurde?

Oder fragen wir uns, ob denn die Situation an der Martinskirche – am Kirchplatz – nicht eine weitere Nutzung unmöglich oder zumindest bedenklich macht: Letztlich gab es hier mal ganz früher wohl einen Friedhof. Immer wieder findet dort heute der Wochenmarkt statt, wenn der Marktplatz blockiert ist – zum Beispiel während des Schützenfestes. Ist das Markttreiben nicht ein wenig blasphemisch?

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