Heute: 09. Juni, 2026

Timmine und der Kreislauf des Lebens

Bild: ChatGPT
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vor 2 Stunden

Eine Glose von Dr. ChatGPT, einer dänischen Fischölfabrik und in Zusammenarbeit mit Gaspard Hauser:

Es gibt Nachrichten, die werfen große Fragen auf. Und dann gibt es Nachrichten wie diese: Timmy der Wal war gar kein Männchen. Timmy war ein Weibchen. Aus Timmy wurde Timmine.

Damit beginnt eine der bemerkenswertesten Identitätskorrekturen der jüngeren Küstengeschichte. Wochenlang hatte die Öffentlichkeit einem Timmy nachgetrauert, Kerzen für Timmy angezündet und vermutlich irgendwo bereits einen Wikipedia-Entwurf mit dem Titel „Timmy, der tragische Wal“ vorbereitet. Nun stellt sich heraus: Es war Timmine. Die Biologie meldet sich gelegentlich erst nach dem Abspann zu Wort.

Noch rätselhafter bleibt die Todesursache. Trotz Obduktion konnte nicht geklärt werden, warum Timmine starb. Ein seltenes Ergebnis in einer Zeit, in der man normalerweise selbst beim Ausfall eines Toasters eine PowerPoint-Präsentation mit 37 Ursachenanalysen erhält. Timmine nimmt ihr Geheimnis mit in die Tiefe – beziehungsweise in die Verwertungsanlage.

Denn während die Wissenschaft weiter rätselt, hat die Kreislaufwirtschaft längst eine Antwort gefunden. Timmine wird zu Biodiesel verarbeitet. Und zu Mehl. Nicht Fischmehl, wohlgemerkt. Das wäre biologisch unsauber. Timmine war ein Wal und damit ein Säugetier. Wer auf korrekte Terminologie Wert legt, spricht also von Säugetiermehl. Man möchte schließlich nicht, dass die Faktenlage am Ende noch verwässert wird.

Es ist eigentlich eine tröstliche Perspektive. Statt nutzlos zu vergehen, tritt Timmine eine letzte Reise an. Vielleicht wird ein Teil von ihr eines Tages einen Lieferwagen antreiben, der vegane Fischfrikadellen ausfährt. Das hätte eine gewisse poetische Geschlossenheit: Ein ehemaliger Wal liefert pflanzlichen Fischersatz aus. Der Kreis schließt sich so elegant, dass selbst Philosophen kurz innehalten müssten.

Natürlich mag man einwenden, dass die Vorstellung eines Wals als Treibstoff für vegane Produkte gewisse Widersprüche enthält. Aber Widersprüche sind schließlich der Schmierstoff der Moderne. Schließlich verkaufen wir auch alkoholfreies Bier, fleischlose Würste und Smartphones, die uns helfen sollen, digital zu entgiften.

Vielleicht liegt in Timmine sogar eine Botschaft. Nicht jede Existenz endet dort, wo sie begonnen hat. Manche werden nach ihrem Tod zu Legenden. Andere zu Denkmälern. Und wieder andere zu Biodiesel mit einem möglicherweise überraschend guten CO₂-Fußabdruck.

So bleibt von Timmine am Ende nicht nur ein ungelöstes Rätsel, sondern auch die Gewissheit, dass man selbst als gestrandeter Wal noch Karrierewege offen hat. Man muss nur bereit sein, über den eigenen Tellerrand hinauszudenken. Oder über die eigene Tankfüllung.

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