Heute: 10. Jan., 2026

Mittelberg Abriss und Neubau – Bauphantasien werden real

Abrissphantasie am Mittelberg - frei nach Stadtplaner Adler. (ChatGPT)
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vor 1 Tag

Entsorgung vorgesehen: Die drei Nachkriegshäuser an der Valenceallee bzw. Hölderlinstraße werden erstmal entmietet und dann abgerissen. So stellt sich das zumindest Stadtplaner Roman Adler vor und hat das im Bauausschuss schon mal angekündigt. Die drei Häuser seien schlicht nicht wirtschaftlich zu sanieren. Die Stadtverwaltung schreibt dazu:

„Wir sehen hier ein deutliches Nachverdichtungspotenzial“, erklärte Adler. Auch könne das Wohnungsangebot bei einer Neubebauung deutlich vielfältiger gestaltet werden. Erreicht werden soll dies mit drei- bis viergeschossigen Gebäuden. Aufgrund der starken Nachverdichtung sind sowohl Tiefgaragen als auch oberirdische Stellplätze vorgesehen. Teil dieser Pläne ist auch das unbebaute städtische Grundstück, das zwischen Valenceallee und Keplerstraße liegt. Dieses soll veräußert und von einem privaten Investor entwickelt werden. „Wir können uns hier beispielsweise altersgerechtes Wohnen gut vorstellen“, erklärte Adler.

Am westlichen Eck ist ein Hochpunkt mit bis zu sechs Geschossen geplant. Vor dem Gebäude soll ein kleiner öffentlicher Quartiersplatz entstehen, das Erdgeschoss beispielsweise für Dienstleistungen oder soziale Angebote genutzt werden. Die übrigen Baukörper sind uförmig mit gestaffelten Gebäudehöhen angeordnet. Da die Neubebauung dieses Grundstücks nach Ansicht der Verwaltung „große Auswirkungen auf das Stadtbild am Mittelberg“ haben wird, schlug sie zur Gewährleistung einer angemessen Gestaltungsqualität eine Begleitung durch den Gestaltungsbeirat oder eine Mehrfachbeauftragung vor.

Es gibt offenbar bereits drei Bebauungskonzepte. Sie sind ab kommender Woche einsehbar. Stadtplanungsamt und Eigenbetrieb wollen die Variante für das Investoren-Grundstück mit 40 Wohneinheiten in zwei Gebäuden. Südlich der Keplerstraße sollen dann vier neue Gebäude des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft folgen mit insgesamt 75 öffentlich geförderten Wohneinheiten.

3 Comments

  1. „Entmieten“ ist ein Begriff aus dem Bauamt, der sich zunächst harmlos anhört. Man frage sich doch, was das für die Mieter bedeutet: 80-jährige und ältere müssen umziehen. Wie, wohin und wovon sind die sachlichen Fragen. Die Zerstörung des seit Jahrzehnten vorhandenen nachbarschaftlichen Gefüges und der Abschied von den „eigenen vier Wänden“ sind schmerzhaft.
    Vorschlag: Reihenfolge ändern. Erst neu bauen und dann über die Straße umziehen.

  2. Tatsächlich war das auch mein erster Gedanke: Das kann für die (noch-) Mieter teuer werden und wer weiß wer sich das dann leisten kann… Auch wenn der Stadtplaner das möglicherweise hoch erotisch und für notwendig empfindet: So mancher wenig betuchter Mieter dürfte hier – ebenso wie heimatverhaftete Senioren – ziemlich „gaga“ finden.

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