Heute: 20. Mai, 2026

Stadtzuschuss für Biberacher Filmfestspiele: Rund 79000.- Euro (bar und unbar)

Sternchen - Klaus Leupolz
von
vor 4 Stunden

Ja sie sind schon eine Institution die von Adrian Kutter installierten und gehegten und gepflegten Filmfestspiele. Morgen Donnerstag 18 Uhr nun wird der Gemeinderat mal wieder tagen und laut Beschlussvorlage (Im Hauptausschuss bereits vorberaten) soll er einen Gesamtzuschuss (bar und unbar) für die Filmfestspiele in Höhe von 79300 Euro beschließen, ab diesem Jahr (2026). Die Beschlussvorlage für den Gemeinderat finden sie lieber Leser hier:

Für alle denen das zu viel Aufwand ist ein paar zentrale Aussagen zitiert:

Die Verwaltung sieht in den Biberacher Filmfestspielen weiterhin ein unverzichtbares kulturelles
Gut. Die Professionalisierung und Stabilisierung, die durch die Eingliederung der Organisationsstelle und die Schaffung der 0,50 Stelle im Kulturamt erreicht wurden, sind als sehr positiv zu werten.

Professionalisierung und Stabilisierung dank der Stadtverwaltung. Das klingt vielversprechend.

Und weiter:

Ausgaben:
Künstlerische Leitung / Programmplanung
­ stärkster Kostenanstieg­ früher teilweise ehrenamtlich, heute nur noch über Beauftragung von Filmschaffenden (o. ä.) abzubilden ­ Kostensteigerung seit 2020: rund +50.000 €


Externe Dienstleistungen:
­steigende Kosten u. a. für Moderation, Fotografie, technische Umsetzung­ Leistungen müssen zunehmend regulär vergütet werden, statt einer Gegenfinanzierung über Sponsoring


Finanzbuchhaltung / Verwaltung
­zusätzliche Kosten, da frühere Unterstützungsleistungen (z. B. ehrenamtliche Arbeit) entfallen sind


Preisgelder
­ inhaltliche Weiterentwicklung des Festivals­ zusätzliche Preise führen zu erhöhten Ausschüttungen (ca. +10.000 €)

Entlastungen durch die Stadt
­Nutzung städtischer Infrastruktur (z. B. Geschäftsstelle) reduziert einzelne Kostenblöcke ­ dennoch keine vollständige Kompensation der gestiegenen Ausgaben

Und weiter steht in der Vorlage viel Positives über das Kulturamt, übrigens stammt die Vorlage – natürlich – vom Kulturamt – unbenommen. :

Professionalisierung der Abläufe: Die Integration der Festivalorganisation in das Kulturamt hat die Prozesse rund um Veranstaltungsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Finanzen professionalisiert. Die Nutzung des dort vorhandenen Fachwissens und Netzwerks hat zu einem effizienteren und reibungsloseren Ablauf beigetragen.

Stärkung der Vereinsstruktur: Durch eine neue Satzung konnte der Verein Biberacher Filmfestspiele e. V. Klarheit in seiner internen Struktur schaffen und die Aufgabenverteilung optimieren.

Stabilisierung der Programmplanung: Die Arbeit der künstlerischen Leitung und die Programmplanung konnten stabilisiert und auf einem hohen Niveau gehalten werden, was sich direkt in der Qualität des Festivalangebots widerspiegelt.

Resiliente Führung: Durch das Zusammenwirken mit dem Kulturamt konnten auch einzelne Wechsel im Vorstandsteam reibungslos abgefangen und eine schnelle Einarbeitung neuer Mitglieder gewährleistet werden. Dies hat dazu geführt, dass Veränderungen ohne größere Probleme bewältigt wurden.

Herausforderung des Personaleinsatzes: Die Aufgabenlast der 0,50 Stelle im Kulturamt, insbesondere während der Hochphase des Festivals von August bis Ende November, ist ohne zusätzliche personelle Unterstützung nicht zu bewältigen. Bisher konnte die Festivalleitung durch Praktikanten und weitere Kulturamtsmitarbeiterinnen und – mitarbeiter unterstützt werden. Ohne diese personelle Unterstützung ist das hohe Niveau der Aufgabenstellung dauerhaft kaum aufrechtzuerhalten, was entsprechend die
internen Abläufe im Kulturamt beeinflusst.

Unter Vorbehalt muss man so als Leser dabei schon feststellen, dass sicher einige der ehemaligen Ehrenamtlichen und auch der ursprüngliche Festivalleiter einige der Anmerkungen in der Vorlage mit Verlaub als „grobe Unverschämtheit“ empfinden könnten. Inwieweit eine Programmplanung plötzlich stabiler als früher sein soll, Abläufe nun professionell sind, im Gegensatz zu früher, dürfte manchem ehemaligem Mitglied oder Ehrenamtlichem bitter aufstoßen. Zur Erinnerung; Wir befinden uns im Jahr 48 nach Gründung der Filmfestspiele.

Noch ein kleiner Hinweis: Laut letzten unbestätigten Meldungen hat der Filmfestverein zur Zeit rund 70 000 Euro Überschuss auf der Guthabenseite unabhängig von den morgen zu beratenden Zuschüssen durch die Stadt. Das Land insbesondere das Wirtschaftsministerium über die Medien und Filmgesellschaft Baden Württemberg (MFG) bezuschusst das Festival bereits seit Adrian Kutters Zeiten. Die MFG bezuschusst aber nur, wenn die antragstellende Institution weniger als 30 000 Euro Rücklagen hat. Das wurde bereits vergangenes Jahr in der damaligen Mitgliederversammlung erläutert. Möglicherweise hat sich das ja geändert, oder aber man hat das einfach vergessen. Könnte sein, oder aber auch man braucht den Zuschuss gar nicht wirklich.

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