Heute: 21. Feb., 2026

JAMES BLOND – Kneipen sterben in Biberach

Satirebeitrag by KR Production t.e.m.lyrix
von
vor 8 Stunden

Als James Blond unfreiwillig in der oberschwäbischen Metropole Biberach strandet, glaubt er zunächst an einen administrativen Irrtum. Sein Auftrag wirkt lächerlich banal – fast beleidigend:
„Prüfen Sie den Zustand der lokalen Trinkkultur.“


Doch was als harmlose Dienstreise beginnt, entwickelt sich rasch zu seinem bislang gefährlichsten Einsatz.
Denn in Biberach stirbt etwas.
Nicht laut. Nicht dramatisch.
Sondern schleichend.


Wo einst dunkle Holztheken glänzten, wo Stammtische Weltpolitik lösten und Wodka Martini – zumindest theoretisch – bestellbar war, hängen nun nur noch „Zu vermieten“-Schilder. Selbst das Bier fließt nur noch widerwillig.
Blond recherchiert. Und stößt auf ein perfides Geflecht aus einer
skrupellosen Immobiliemaklerschaft,
renditehungrigen Vermieterinnen und Vermietern, einem diskreten Maulwurf im Gemeinderat
und politischen Strippenziehern, deren Netzwerke bis nach Berlin reichen könnten.


Doch je tiefer er gräbt, desto deutlicher wird:
Hier geht es nicht nur um Kneipen.
Hier geht es um Macht.


Mitten in diesem Fachwerklabyrinth begegnet er ihr. Der Frau mit dem Biber.
Blondschön. Undurchschaubar. Immer mit einer kleinen Biberfigur in der Hand.
Sie weiß Dinge über verschwundene Verträge
über manipulierte Pachtverhältnisse, über Sitzungen, die nie im Protokoll auftauchen.
Ist sie Whistleblowerin? Lockvogel? Doppelagentin? Oder das letzte Gewissen dieser Stadt?


Und was hat es mit dem blechernen Esel auf dem Marktplatz auf sich? Er wirft  seinen Schatten unerschütterlich, beobachtend und eiskalt. Verkörpert er Dogma? Macht ? Oder Eros?
Drei Kräfte, in Bronze gegossen.


Blond erkennt, das ist kein zufälliges Kunstwerk.
Was, wenn der gesamte Immobilienkrieg nichts anderes ist als ein moderner „Prozess um den Schatten“?
Was, wenn nicht die Gebäude das Ziel sind – sondern ihr „Schatten“?
Die Konzessionen.
Die Ausschankrechte.
Die unscheinbaren Nebenverträge.
Die stillen Zusatzklauseln.
Vielleicht wird nicht die Kneipe vermietet.
Sondern ihr Schatten.
Und vielleicht liegt genau dort der Schlüssel.

Und während die Stadt sich auf ihr traditionsreiches Schützenfest auf dem Gigelberg vorbereitet, verdichten sich die Hinweise.
Dokumente verschwinden.
Ein Brand im Archiv.
Ein mysteriöser Stromausfall im Rathaus.
Ein plötzlich aufgetauchter Investor.
Blasmusik dröhnt.
Bierzelte beben.
Politiker und Direktoren lächeln in Kameras.
Und vor der Gigelberghalle kommt es zum Showdown.
Zwischen Schützenuniformen, fröhlichen Kindergesängen und Festbier enttarnt Blond den Maulwurf.


Doch die größere Frage bleibt:
Wer zieht wirklich die Fäden?
Und was, wenn der Esel die ganze Zeit die Wahrheit gezeigt und sie sich im Schatten des Esels eingerichtet hat.


Am Ende entscheidet sich, ob Biberach seine letzte Kneipe retten kann – und ob ein Martini wieder geschüttelt, nicht gerührt, serviert wird.

Ein satirischer Agententhriller über Lokalpolitik, Besitzgier und die Frage, wem der Schatten einer Stadt wirklich gehört.

Kommt vielleicht nie ins Kino. Das passt aber auch.

Satirebeitrag by KR Production t.e.m.lyrix

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