Heute: 20. Juli, 2026

Was die Stadtverwaltung will – Schützen wir doch mal Schützen!

Der muss weg! Grillmeister: Und Tschüss, Schützenschutz voran!
von
vor 8 Stunden

Stein des Anstoßes ist ein Grillwagen am Weichhardt. Den will Frau Kleine-Beek als Ordnungsamtsleiterin nicht. Also die Stadtverwaltung will grundsätzlich keine Standwägen mehr in Wielandstraße und Consulentengasse. Ja das wurde schon in einem eher weniger öffentlichen Protokoll der Schützendirektion mit Amt für öffentliche Ordnung und Gastronomen formuliert. Verkaufswägen bäh! Ein Grund so war das in dem Protokoll dieser Sitzung damals zu lesen, war die Stärkung des Gigelberges. Ein heeres Ziel. Was damals aber auch schon diskutiert wurde, dass so ein Ziel ja lustig ist, wenn gleichzeitig die Gesetzgebung bundesweit seit Anfang des Jahres einen Alkoholfensterverkauf quasi für jedermann erlaubt. Und damit zur Realität:

Der Grillwagen am Café Weichhardt muss sofort verschwinden, weil man ja keine Wägen mehr zulassen will. Dazu zwei funfacts: Es gab zunächst eine mündliche Zusage, dass der Wagen, der ja auf der eigenen und bezahlten Sondernutzungsfläche des Cafés steht, fürs Schützenfest zulässig sei. Das berichtet zumindest die Café Besitzerin. Jetzt ist das plötzlich nicht mehr zulässig, der Wagen muss heute – am Montag verschwinden. Ärgerlich nicht nur für potentielle Spätesser, denn auch das Café hat jetzt in Folge ein Personalproblem, eine Umsatzminderung. Denn die aufwändige Küche sollte durch den Grillwagen ab 22 Uhr entlastet werden. Damit ist nun nix mehr. Interessiert natürlich in der Stadtverwaltung wenig – warum auch.

Schaut man sich die Gesamtsituation an wirds dann doch recht interessant. Denn für die inzwischen untersagten Verkaufswägen – wir erinnern uns, es waren derer drei bis vier, haben wir nun folgende zusätzliche und auch teils schon seit einigen Jahren bestehende Fensterverkäufe:

  • Biberparty mit Bar und Essenausgabe – Biberparkplatz
  • Fensterausschank Biber
  • Garage hinter dem Biber
  • Cooledge Ausschank
  • Blauer Done
  • Hochzeitsbier neben Hotz
  • Tweety 2.0
  • Tweety Aussenausschank (wo bitte ist da eigentlich der Unterschied zu einer Essensausgabe?)
  • Stecken-Aussenauschank
  • Esszimmer (auf dem Gelände vom Kulinarium)
  • Und gegen später Cocktailausschank am Café Kolesch

Um das klarzustellen, hier geht es nicht darum etwas zusätzlich zu verbieten oder zu untersagen. Es geht um das grandiose Scheitern der Bemühungen durch die „Eindämmung“ von Verkaufswägen den Gigelberg wieder zum „Mittelpunkt“ zu machen. Sorry das ist einfach lächerlich. Halten wir fest: Am Samstag zur Schützeneröffnung war die Innenstadt voll wie noch nie. In jeder Seitengasse wurde ausgeschenkt. Ob in der Gymnasiumsstraße, am Kesselplatz, in der Bürgerturmstraße oder auch in der Schwarzroßgasse: Überall war praktisch ab 17 Uhr die Hölle los. Jedes noch so kleine Geschäft bot nebenbei auch Getränke plötzlich an.

Statt Betonwürfel mit „schnell öffenbaren Edelstahlseilen mit Akku-Schraubverschluss“ könnte man genausogut Verkaufswägen an die Ecken platzieren, falls uns dieses Argument nun noch kurzfristig zur Begründung einfallen könnte. Ärgerlich und realitätsfern wirkt das Verwaltungsverfahren. In diesem Sinne dennoch schöne Schützen.

1 Comment

  1. Der geneigte Leser vermutet ein koordiniertes Konzept hinter den Aktivitäten des Ordnungsamtes: vielleicht sorgt das Ordnungsamt gar nicht mehr für das Wohl der Bürger, sondern hat sich zum Selbstzweck bereits vom Bürger abgekoppelt?

    Wir Biberacher stimmen täglich mit den Füßen ab, wie wir unser Schützenfest gestalten und behalten möchten. Traditionell, d.h. wie immer, bevölkern und bereichern an Schützenfestabenden hunderte, wenn nicht tausende von Menschen die Wielandstraße und Umgebung. Man trifft und freut sich, womit das Schützenfest das wird, was es schon immer war: ein Kinder- und Heimatfest, ein Wiedersehen und wieder treffen. Die Kinder sind auf „dem Berg“, die Erwachsenen aus aller Herren Länder treffen sich unten – in der Stadt.

    Aber die Leistungen des Ordnungsamtes zur Besucherlenkung verwendet der Deutschen liebstes Kind, Verbote und unsachgemäße Eingriffe. Rationale oder vernunftgeleitete Gründe für das Verbieten des Grillwagens gibt es nicht. Nach x-Jahren Grillmeister stellt sich sogar die Frage des Besitzstandes. Warum also verbieten, entfernen ….?

    Aber die Gespräche der Biberacher werden damit deutlicher gelenkt, als deren Verhalten: sie werden zunehmend ungehalten, wenn nicht zornig, ob dieser wahrgenommenen Übergriffigkeit einer sich von den Bürgern immer weiter entfernenden Verwaltung. Das schadet uns allen. Liebe Verwaltung, es stehen noch einige Tage für eine bürgernahe Korrektur zur Verfügung! Ich schlage vor die Zeit zum Nutzen aller zu nutzen.

    PS: Am Grillstand waren die Wartezeiten erheblich, denn die Ansammlung der Wartenden reichte weit in die Umgebung. Die Biberacher stimmten mit den Füßen ab. Jetzt soll das einfach so vorbei sein?

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