Karfreitagsmahnwache auf dem Biberacher Marktplatz / Ein Beitrag von Iustus Custos.
Um brennende Kerzen mit Karten, beschrieben mit dem Wort „Frieden“ in 30 Sprachen, haben sich rund 150 Menschen auf dem Biberacher Marktplatz versammelt. Eingeladen hat das Biberacher Friedensbündnis zur alljährlichen Karfreitagsmahnwache.
Die Veranstaltung wird begleitet vom Duo „Brothers in Blues“, Peter Zoufal und Albert Bücheler, mit zum Teil selbst getexteten Friedenliedern. Fünf RednerInnen zeigen unterschiedliche Aspekte zum Leitgedanken „Lass den Frieden auferstehen“: Stadtpfarrer Gunther Wruck, Christine Frey, Cornelia Furtwängler und Brigitte Tistl-Hofbauer, alle vier Mitglieder des Biberacher Friedensbündnisses, sowie die gebürtige Iranerin Katrina Dibah-Lavorante.
Das Motto „Lass den Frieden auferstehen“ führt die RednerInnen über Kriegs- und Friedensthemen. Hassbotschaften und Kriegssprache würden versuchen rechtsstaatliche Demokratien in gewaltbestimmte Gesellschaftsstrukturen umzuwandeln. Völkerrecht sei fast vollständig unter die Räder gekommen.
Die Herausforderungen zur Erhaltung des Friedens aber verlangen weiterhin eine funktionierende Demokratie – so die Redner. Man dürfe sich nicht von rechtsradikalen Populisten gegeneinander aufbringen lassen.
Kritisiert wird die Haltung der Bundesregierung mit ihrer mangelnden Verurteilung des Angriffs auf den Iran, die angedachte Rückführung der in Deutschland lebenden Syrer in eine Struktur, in der vom Militär zu massiver Gewalt gegen Drusen, Alawiten und Kurden ausgeübt wird. Stattdessen sei in Berlin für Ahmad al-Scharaa, dem syrischen Übergangspräsidenten mit dschihadistischer Vergangenheit, der für Verbrechen an der eigenen Bevölkerung mit verantwortlich sei, der rote Teppich ausgefahren worden.
Die Schilderung über die derzeitigen gewalttätigen und lebensbedrohlichen Zustände im Iran und auch die Trauer der aus dem Iran Geflüchteten wird in einer berührenden Rede aufgezeigt.
„Eine gerade Linie zum Frieden gibt es nicht, das Motto „Lass den Frieden auferstehen“ fängt mit dem Ich an und ist nicht delegierbar“, so das Resümee am Schluss.