{"id":9300,"date":"2024-01-22T10:01:59","date_gmt":"2024-01-22T10:01:59","guid":{"rendered":"https:\/\/portal.weberberg.de\/index.php\/2024\/01\/22\/brief-an-katharina-burghardt\/"},"modified":"2024-04-21T15:04:42","modified_gmt":"2024-04-21T13:04:42","slug":"brief-an-katharina-burghardt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/2024\/01\/22\/brief-an-katharina-burghardt\/","title":{"rendered":"Brief an Katharina Burghardt"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Frau Burghardt,<\/p>\n<p>vergangene Woche haben Sie einen Leserbrief in der Schw\u00e4bischen Zeitung ver\u00f6ffentlichen lassen. Ihr Thema: &#8222;Innenstadtbesucher muss zun\u00e4chst auf den Marktplatz kommen.&#8220; Als Innenstadt-Native (Ureinwohner sozusagen) m\u00f6chte nun auch ich meinen Senf dazu abgeben, auch wenn ich schon bei Ihrer Behauptung verzweifelt Oliver Kalkofe um Hilfe rufen m\u00f6chte. Tenor Ihrer Ausf\u00fchrungen: Verkehrsberuhigung und Innenstadtbegr\u00fcnung sei weltfremdes Wunschdenken einer (vielleicht sogar bekloppten? &#8211; Anmerkung von mir) Minderheit.<\/p>\n<p>Ich stelle erstmal fest: Nein, ein Innenstadtbesucher kann auch ohne Marktplatz sein. Eine Innenstadt besteht nicht NUR aus Marktplatz. Auch andere M\u00fctter haben sch\u00f6ne T\u00f6chter: Holzmarkt, (alter) Postplatz (aka Hitlerdingsda), Kesselplatz, Schadenhof und und und. Und viel wichtiger, die RIESIGE Biberacher Fu\u00dfg\u00e4ngerzone (Marktplatz Ost) in ihren unbeschreiblichen Ausma\u00dfen umfasst mal sehr gro\u00dfz\u00fcgig gesch\u00e4tzt in jeder Himmelsrichtung gerade mal um die 300 Meter. Aber, Frau Burghardt, mit den Ma\u00dfen haben sie es offensichtlich nicht so. Denn sie beschreiben einerseits, dass der Stadtpark in &#8222;unmittelbarer N\u00e4he&#8220; zur Innenstadt liegen w\u00fcrde und deshalb eine &#8222;gr\u00fcne Innenstadtoase v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig&#8220; sei &#8211; \u00a0andererseits muss ein potentieller Eink\u00e4ufer scheinbar direkt auf dem Marktplatz parken k\u00f6nnen, sonst kommt er ja da gar nicht hin. Ich erinnere mal ganz vorsichtig an den Mathematikunterricht und erl\u00e4utere gerne, dass der Abstand zwischen Parkdeck an der Stadthalle und Marktplatzmitte mit etwa 200 bis 300 Meter deutlich geringer ist, als der Abstand zwischen Marktplatzmitte bis zum Wielandpark (400 Meter). Dass sie den Stadtgarten an der Stadthalle als &#8222;Stadtpark&#8220; bezeichnen &#8211; also das halte ich f\u00fcr unm\u00f6glich, so viel Realit\u00e4tssinn traue ich Ihnen schon zu. Oder etwa doch nicht? Egal. Wie auch immer. <\/p>\n<p>Sie halten mich sicherlich und offensichtlich auch f\u00fcr einen Vertreter einen kleinen aber lauten Gruppe von (ja sagen sie es ruhig!) linksversifften \u00d6kofuzzies die &#8222;Platz f\u00fcr alle&#8220; fordern. Nun &#8222;Platz f\u00fcr alle&#8220; war eine Aktion vor inzwischen fast zwei Jahren um festzustellen was die Biberacher B\u00fcrger w\u00fcnschen. Das war und ist keine \u00d6kogruppenaktion, Forderung oder &#8211; Idee oder B\u00fcrgerinitiative. <a href=\"https:\/\/biberach-riss.de\/platz-f\u00fcr-alle\">Veranstalter war damals die Stadt Biberach<\/a>. Richtig ist allerdings, dass auch ich, als echter Anwohner der Innenstadt, mir eine GR\u00dcNE und VERKEHRSBERUHIGTE Innenstadt w\u00fcnsche. <\/p>\n<p>Aber, schon wahr: Dumm, wenn man mit dem SUV nicht direkt in ein Modegesch\u00e4ft hineinfahren kann. Ich denke solch ein Konzept w\u00fcrde unsere darbende Wirtschaft in Biberach so richtig in Fahrt bringen. Wer tr\u00e4gt schon Eink\u00e4ufe gern \u00fcber hunderte von Metern quer durch die Stadt. Tragen Sie mal acht Hosen, zwanzig Hemden und drei Sakkos vom Marktplatz bis zum Parkdeck. Deshalb fahren viele ja auch nicht nach Stuttgart oder M\u00fcnchen zum Einkaufen: Kilometerlange Fu\u00dfm\u00e4rsche von Parkm\u00f6glichkeiten bis zum Edelgesch\u00e4ft schrecken einfach ab. Das Konzept &#8222;Schlussverkauf to go&#8220; mit &#8222;SUV to park&#8220; b\u00f6te hier sicher ganz neue Umsatzm\u00f6glichkeiten. <\/p>\n<p>Und letztlich noch was zu Ihren \u00c4ngsten bez\u00fcglich &#8222;Netto&#8220;: Sie bef\u00fcrchten wegen des Discounters eine sich etablierende Drogenszene a la Bahnhof, wenn man sich dort bequem niederlassen k\u00f6nnte. Jessas, vielleicht sogar im Schatten? Unter einem Baum, wegen einer zuk\u00fcnftigen Innenstadtbegr\u00fcnung? <\/p>\n<p>Da rufe ich Ihnen zu: Gut, dass da noch Parkpl\u00e4tze sind! Autos verhindern sogar geparkt den m\u00f6glichen Drogenkonsum und verbessern damit die Sicherheit in der Innenstadt! Wo Sie Recht haben, haben sie vielleicht Recht, aber als Orakel w\u00fcrde ich Sie nicht besch\u00e4ftigen. <\/p>\n<p>Ich erinnere Sie auch gern mal an die typische Biberacher Sondersituation Sch\u00fctzenfest: Da gibt es pl\u00f6tzlich Sitzgelegenheiten am Marktplatz zuhauf. Da st\u00f6ren Trib\u00fcnen nicht, da besteht offenbar auch kein wirklicher Parkbedarf auf dem Marktplatz. Und Trib\u00fcnen st\u00f6ren im Gegensatz zu mobilen St\u00fchlen (zum Gl\u00fcck jetzt auch abgeschafft!) auch keine Schaufensteransichten. Aber gut, das ist ein v\u00f6llig anderes Thema, und nat\u00fcrlich ist es nur eine Minderheit &#8211; hier eine stille Minderheit &#8211; die diese Biberacher Doppelmoral unsch\u00f6n findet: Beim Sch\u00fctzenfest geht alles, davor oder danach fast nix. <\/p>\n<p>Frau Burghardt k\u00e4mpfen sie weiter f\u00fcr einen autofreundlichen und damit &#8222;szenefreien&#8220; Marktplatz und eine erreichbare Innenstadt! (Ironie aus) \u00a0 \u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p> \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Frau Burghardt, vergangene Woche haben Sie einen Leserbrief in der Schw\u00e4bischen Zeitung ver\u00f6ffentlichen lassen. Ihr Thema: &#8222;Innenstadtbesucher muss zun\u00e4chst auf den Marktplatz kommen.&#8220; Als Innenstadt-Native (Ureinwohner sozusagen) m\u00f6chte nun auch ich meinen Senf dazu abgeben, auch wenn ich schon bei Ihrer Behauptung verzweifelt Oliver Kalkofe um Hilfe rufen m\u00f6chte. Tenor Ihrer Ausf\u00fchrungen: Verkehrsberuhigung und Innenstadtbegr\u00fcnung sei weltfremdes Wunschdenken einer (vielleicht sogar bekloppten? &#8211; Anmerkung von mir) Minderheit. Ich stelle erstmal fest: Nein, ein Innenstadtbesucher kann auch ohne Marktplatz sein. Eine Innenstadt besteht nicht NUR aus Marktplatz. 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