{"id":22156,"date":"2026-10-28T16:09:19","date_gmt":"2026-10-28T14:09:19","guid":{"rendered":"https:\/\/weberberg.de\/?p=22156"},"modified":"2026-10-28T16:09:20","modified_gmt":"2026-10-28T14:09:20","slug":"kultur-braucht-keine-erlaubnis-warum-das-ai-filmfestival-keine-konkurrenz-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/2026\/10\/28\/kultur-braucht-keine-erlaubnis-warum-das-ai-filmfestival-keine-konkurrenz-ist\/","title":{"rendered":"Kultur braucht keine Erlaubnis \u2013warum das AI Filmfestival keine Konkurrenz ist"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Kommentar von <em><strong>Tobias Meinhold<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal sagt eine kulturpolitische Debatte mehr \u00fcber die Haltung der Beteiligten aus als \u00fcber die Sache selbst. Die Diskussion um das neue AI Filmfestival und die Biberacher Filmfestspiele scheint mir ein solcher Fall zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da entsteht in Biberach ein neues Kulturformat, das sich einer der spannendsten und zugleich umstrittensten Entwicklungen unserer Zeit widmet: dem Einsatz K\u00fcnstlicher Intelligenz im Film. Ein Festival, das neue technische M\u00f6glichkeiten, k\u00fcnstlerische Experimente und gesellschaftliche Fragen zusammenbringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Festival, das internationale Filmschaffende nach Biberach holt und sich mit einer Zukunft auseinandersetzt, die l\u00e4ngst begonnen hat. Und statt zun\u00e4chst die Chancen zu sehen, wird dar\u00fcber diskutiert, warum es dieses Festival \u00fcberhaupt geben darf, warum es zeitgleich stattfindet und weshalb die Veranstalter nicht vorher um Abstimmung gebeten haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da muss man sich schon fragen: Wem geh\u00f6rt eigentlich die Kultur einer Stadt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine pers\u00f6nliche Vorbemerkung: Die Filmfestspiele liegen mir am Herzen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor ich \u00fcber das AI Filmfestival und die aktuelle Diskussion schreibe, m\u00f6chte ich etwas klarstellen, das mir pers\u00f6nlich sehr wichtig ist: Ich bin den Biberacher Filmfestspielen seit vielen Jahren eng verbunden. Von 2014 an war ich Teil dieser Veranstaltung \u2013 zun\u00e4chst als Mitglied der Publikumsjury, anschlie\u00dfend ab 2015 f\u00fcr zwei Jahre als Pressesprecher mit Verantwortung f\u00fcr Pressearbeit und Marketing. Von 2017 bis 2023 durfte ich schlie\u00dflich als Vorsitzender die Biberacher Filmfestspiele leiten und ihre Entwicklung \u00fcber viele Jahre mitgestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich kenne dieses Festival nicht nur als Zuschauer. Ich kenne seine Strukturen, seine Herausforderungen, seine Chancen und die enorme Arbeit, die hinter einer solchen Veranstaltung steckt. Ich wei\u00df, wie viel Herzblut, Zeit und pers\u00f6nliches Engagement notwendig sind, um Filmfestspiele auf die Beine zu stellen und \u00fcber Jahre hinweg weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Zeit hat mich gepr\u00e4gt. Und meine Verbundenheit mit den Biberacher Filmfestspielen ist nicht einfach mit dem Ende meiner Amtszeit verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb m\u00f6chte ich eines unmissverst\u00e4ndlich sagen: Mir w\u00fcrde nichts mehr wehtun, als wenn der Eindruck entst\u00fcnde, ich wollte den Biberacher Filmfestspielen mit dem AI Filmfestival schaden. Das Gegenteil ist der Fall. Ich w\u00fcnsche den Filmfestspielen Erfolg, ein begeistertes Publikum und eine gute Zukunft. Ihre Bedeutung f\u00fcr Biberach stelle ich \u00fcberhaupt nicht infrage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade deshalb irritiert mich die Art, wie die aktuelle Situation \u00f6ffentlich dargestellt wird. Denn ich empfinde das Verh\u00e4ltnis zwischen den beiden Veranstaltungen nicht als einen Streit. Wir haben ein neues Festival auf den Weg gebracht, das sich einem anderen Schwerpunkt widmet. Dass dar\u00fcber unterschiedliche Auffassungen bestehen k\u00f6nnen, ist v\u00f6llig legitim. Aber eine unterschiedliche Auffassung ist noch lange kein Streit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn bereits eine \u00dcberschrift einen Konflikt zwischen zwei Kulturveranstaltungen suggeriert, den ich selbst so nicht empfinde, halte ich das f\u00fcr eine problematische Zuspitzung. Eine journalistische \u00dcberschrift pr\u00e4gt, wie Leserinnen und Leser eine Situation wahrnehmen. Umso wichtiger w\u00e4re es, zwischen einer kritischen Diskussion und einem tats\u00e4chlichen Streit zu unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte hier niemandem seine Wahrnehmung absprechen. Aber ich m\u00f6chte auch nicht, dass aus der blo\u00dfen Existenz unseres Festivals eine Konfliktgeschichte gemacht wird, in der ich mich und unsere Mitstreiter nicht wiederfinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst einmal sollten wir die Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse nicht aus den Augen verlieren. Die Biberacher Filmfestspiele sind eine etablierte Institution mit einer langen Geschichte, einem gewachsenen Publikum, bekannten Schauspielerinnen und Schauspielern und einer gro\u00dfen Bedeutung f\u00fcr die Stadt. Das ist gut so. Diese Arbeit verdient Anerkennung, und niemand von uns hat ein Interesse daran, diese Tradition infrage zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser AI Filmfestival hingegen ist ein neues, bewusst spezialisiertes Format. Wir zeigen 89 internationale Filme, die sich mit den M\u00f6glichkeiten des KI-gest\u00fctzten Filmemachens besch\u00e4ftigen. Unsere Veranstaltungen finden in einem ganz anderen Rahmen statt, vor allem in der Stadtbuchhandlung Biberach. Wir beanspruchen weder die Infrastruktur noch die Reichweite oder die Aufmerksamkeit, \u00fcber die die traditionellen Filmfestspiele verf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir treten nicht an, um den Biberacher Filmfestspielen Besucher wegzunehmen. Wir wollen ein Publikum erreichen, das sich f\u00fcr neue Formen des Filmemachens interessiert, und Menschen mit einer Entwicklung in Ber\u00fchrung bringen, die die Filmbranche nachhaltig ver\u00e4ndern k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen sich Interessen \u00fcberschneiden. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Besucherinnen und Besucher entscheiden m\u00fcssen, welche Veranstaltung sie besuchen. Das geh\u00f6rt zum Kulturleben dazu. Aber aus einer m\u00f6glichen \u00dcberschneidung eine grunds\u00e4tzliche Konkurrenz zu konstruieren, greift zu kurz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht alles, was gleichzeitig stattfindet, steht miteinander im Wettbewerb. Und nicht alles, was neu ist, nimmt dem Bestehenden etwas weg, denn: Kultur ist kein geschlossener Club!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders irritiert mich die Erwartung, wir h\u00e4tten vorab das Gespr\u00e4ch mit dem Verein der Biberacher Filmfestspiele suchen m\u00fcssen, um unser Festival zeitlich abzustimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Gespr\u00e4ch zwischen Kulturveranstaltern kann sinnvoll sein. Kooperation, gegenseitige R\u00fccksichtnahme und ein offener Austausch sind grunds\u00e4tzlich w\u00fcnschenswert. Auch wir sind f\u00fcr Gespr\u00e4che offen. Aber daraus l\u00e4sst sich kein Anspruch ableiten, dass ein etabliertes Festival \u00fcber die zeitliche Planung eines anderen Kulturformats mitentscheiden darf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben ein eigenst\u00e4ndiges Festival konzipiert, organisiert, finanziert und mit Partnern auf den Weg gebracht. Wir haben uns k\u00fcnstlerisch mit einem Thema auseinandergesetzt, das bislang auf deutschen Filmfestivals nur selten einen vergleichbaren Raum erh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Daf\u00fcr braucht es weder eine k\u00fcnstlerische Erlaubnis noch die vorherige Zustimmung einer anderen Institution.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kunst und Kultur leben von Freiheit, Eigeninitiative und manchmal auch davon, dass Menschen Dinge wagen, die es bisher noch nicht gegeben hat. Wer neue Formate erst dann akzeptieren m\u00f6chte, wenn sie mit allen etablierten Strukturen abgestimmt sind, macht kulturelle Entwicklung unn\u00f6tig abh\u00e4ngig von bestehenden Machtverh\u00e4ltnissen. Das kann nicht der Anspruch einer offenen Kulturlandschaft sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum sollte Biberach nicht mehrere Filmfestivals vertragen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer in gr\u00f6\u00dfere Filmst\u00e4dte blickt, wei\u00df, dass Filmkultur aus einer Vielzahl unterschiedlicher Formate besteht. Internationale Festivals, Dokumentarfilmfestivals, Kurzfilmfestivals, Genrefestivals, Nachwuchsformate und Veranstaltungen zu neuen Technologien existieren dort nebeneinander. Sie haben unterschiedliche Zielgruppen, Profile und k\u00fcnstlerische Anspr\u00fcche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht jedes Festival muss dieselben Filme zeigen. Nicht jedes Festival muss dieselben Menschen ansprechen. Und nicht jedes Festival muss die gleiche Gr\u00f6\u00dfe erreichen, um seine Berechtigung zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade in einer Zeit, in der sich das Medium Film durch technologische Entwicklungen ver\u00e4ndert, braucht es R\u00e4ume f\u00fcr Experimente. Das AI Filmfestival m\u00f6chte zeigen, welche M\u00f6glichkeiten entstehen, welche Grenzen sichtbar werden und welche Fragen wir uns als Gesellschaft stellen m\u00fcssen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wir wollen nicht einfach das klassische Kino ersetzen. Wir wollen eine neue Perspektive er\u00f6ffnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob KI-generierte Filme Kunst sind, wie sich Urheberschaft ver\u00e4ndert, welche Rolle menschliche Kreativit\u00e4t k\u00fcnftig spielt und welche gesellschaftlichen Risiken entstehen, sind Fragen, \u00fcber die wir diskutieren m\u00fcssen. Genau daf\u00fcr schaffen wir eine Plattform.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann unsere k\u00fcnstlerischen Ans\u00e4tze kritisch beurteilen. Man kann einzelne Filme ablehnen, technische Entwicklungen hinterfragen und \u00fcber die Zukunft des Kinos streiten. Das alles ist legitim und sogar notwendig.<br>Aber ein Festival allein deshalb infrage zu stellen, weil es sich einem anderen Zugang zum Medium Film widmet, ist keine inhaltliche Auseinandersetzung. Es ist zun\u00e4chst einmal eine Abwehrreaktion gegen\u00fcber etwas Neuem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das Argument, die traditionellen Filmfestspiele verdienten die volle Aufmerksamkeit der Stadt, \u00fcberzeugt mich nur bedingt. Nat\u00fcrlich w\u00fcnsche ich den Biberacher Filmfestspielen ein erfolgreiches Festival, volle Vorstellungen und ein begeistertes Publikum. Ihre Bedeutung f\u00fcr Biberach steht f\u00fcr mich au\u00dfer Frage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Aufmerksamkeit ist kein Eigentum, das eine Institution exklusiv beanspruchen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Stadt wird kulturell nicht \u00e4rmer, wenn mehrere Veranstalter Menschen f\u00fcr Kunst und Film begeistern. Sie wird reicher. Unterschiedliche Angebote k\u00f6nnen neue Besuchergruppen ansprechen, Gespr\u00e4che ansto\u00dfen und das Interesse am Medium Film insgesamt st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer Kultur ernst nimmt, sollte sich deshalb nicht nur fragen, wie viel Aufmerksamkeit eine einzelne Veranstaltung erh\u00e4lt, sondern auch, was eine vielf\u00e4ltige Kulturlandschaft f\u00fcr eine Stadt leisten kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und was die tats\u00e4chlichen Besucherzahlen betrifft: Ein neues, r\u00e4umlich \u00fcberschaubares Spezialfestival in einer Buchhandlung l\u00e4sst sich nicht ohne Weiteres mit einer etablierten Filmveranstaltung vergleichen, die zahlreiche Spielst\u00e4tten nutzt und \u00fcber Jahrzehnte gewachsen ist. Unterschiedliche Formate haben unterschiedliche Dimensionen. Daraus eine Konkurrenzsituation abzuleiten, ohne die tats\u00e4chlichen Auswirkungen zu belegen, erscheint mir voreilig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist f\u00fcr mich eine Frage der Haltung!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte niemandem im Vorstand der Biberacher Filmfestspiele unterstellen, aus pers\u00f6nlichen Motiven zu handeln. Das w\u00e4re weder fair noch hilfreich. Dennoch wirft die \u00f6ffentliche Debatte eine grunds\u00e4tzliche Frage auf: Wie offen ist eine etablierte Kulturinstitution gegen\u00fcber neuen Initiativen, die au\u00dferhalb ihrer eigenen Strukturen entstehen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer selbst Kultur gestaltet, sollte wissen, wie viel Mut, Arbeit, finanzielles Risiko und pers\u00f6nliches Engagement hinter einer neuen Veranstaltung stehen. Umso mehr sollte man anderen, die ebenfalls etwas aufbauen wollen, zun\u00e4chst mit Neugier begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn stattdessen vor allem \u00fcber fehlende Abstimmung, zeitliche \u00dcberschneidungen und \u00c4hnlichkeiten bei der Gestaltung von Programmheften gesprochen wird, entsteht zumindest der Eindruck, dass die Existenz des neuen Formats als Problem empfunden wird.<br>\u00dcber gestalterische Fragen kann man reden. \u00dcber bessere Terminabsprachen f\u00fcr die Zukunft ebenfalls. Aber diese Punkte sollten nicht dazu f\u00fchren, dass die grunds\u00e4tzliche Berechtigung eines neuen Kulturangebots infrage gestellt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gro\u00dfe Kulturinstitution sollte selbstbewusst genug sein, ein kleineres, anders ausgerichtetes Festival neben sich bestehen zu lassen. Gr\u00f6\u00dfe zeigt sich nicht darin, wie erfolgreich man andere Formate auf Abstand h\u00e4lt, sondern darin, wie souver\u00e4n man mit Vielfalt umgeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Corinna Palm, Uli St\u00f6ckle und ich haben das AI Filmfestival nicht ins Leben gerufen, um einen Kulturkampf in Biberach zu beginnen. Wir wollten ein neues Thema aufgreifen, internationale Filme zeigen, Diskussionen erm\u00f6glichen und Biberach als einen Ort positionieren, an dem man sich mit der Zukunft des Films auseinandersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind stolz darauf, dass wir dieses Vorhaben mit einem engagierten Team, zahlreichen Unterst\u00fctzern und 89 Filmen aus aller Welt verwirklichen k\u00f6nnen. Das ist f\u00fcr ein neues Festival keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<br>Und wir sind \u00fcberzeugt, dass ein solches Format seinen Platz im Kulturleben unserer Stadt haben darf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Biberacher Filmfestspiele haben ihre Geschichte. Das AI Filmfestival beginnt gerade erst, seine eigene zu schreiben. Beides kann nebeneinander bestehen. Beides kann unterschiedliche Menschen begeistern.<br>Und beides kann dazu beitragen, dass Biberach als Kulturstadt wahrgenommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht w\u00e4re deshalb weniger Emp\u00f6rung und mehr Neugier die bessere Antwort auf unser Festival. Vielleicht k\u00f6nnte aus einer vermeintlichen Konkurrenz sogar eine Gelegenheit entstehen, miteinander ins Gespr\u00e4ch zu kommen \u2013 \u00fcber Film, Kunst, Technologie und dar\u00fcber, wie sich Kultur in einer sich ver\u00e4ndernden Welt weiterentwickeln kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich pers\u00f6nlich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass wir wieder st\u00e4rker \u00fcber diese gemeinsamen Interessen sprechen. Nicht, weil wir alle dieselbe Meinung haben m\u00fcssen, sondern weil wir trotz unterschiedlicher Perspektiven etwas gemeinsam haben: die \u00dcberzeugung, dass Film und Kultur Menschen zusammenbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn am Ende sollte es nicht darum gehen, wer in einer bestimmten Woche die gr\u00f6\u00dfte Aufmerksamkeit erh\u00e4lt. Es sollte darum gehen, wie viel kulturelle Vielfalt eine Stadt zul\u00e4sst und erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine lebendige Kulturlandschaft braucht Tradition. Sie braucht aber ebenso Mut, neue Ideen und die Freiheit, Dinge auszuprobieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Biberacher Filmfestspiele so stark sind, wie wir alle hoffen und wie ihre lange Geschichte zeigt, dann sollten sie ein neues, kleineres und thematisch v\u00f6llig anders ausgerichtetes Festival nicht als Bedrohung empfinden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie sollten es aushalten k\u00f6nnen. Mehr noch: Sie k\u00f6nnten es als Zeichen daf\u00fcr begreifen, dass Biberach ein Ort ist, an dem Filmkultur Zukunft hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn Kultur wird nicht gr\u00f6\u00dfer, wenn man anderen den Raum streitig macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie wird gr\u00f6\u00dfer, wenn man anderen Raum gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warm regards<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Tobias Meinhold<\/strong><br><strong>AI Filmfestival<br>Coordination Management<\/strong><br><em>Divers.Anders.Sozial.<br><a href=\"http:\/\/www.ai-filmfestival.eu\/\">www.ai-filmfestival.eu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Kommentar von Tobias Meinhold Manchmal sagt eine kulturpolitische Debatte mehr \u00fcber die Haltung der Beteiligten aus als \u00fcber die Sache selbst. Die Diskussion um das neue AI Filmfestival und die Biberacher Filmfestspiele scheint mir ein solcher Fall zu sein. Da entsteht in Biberach ein neues Kulturformat, das sich einer der spannendsten und zugleich umstrittensten Entwicklungen unserer Zeit widmet: dem Einsatz K\u00fcnstlicher Intelligenz im Film. Ein Festival, das neue technische M\u00f6glichkeiten, k\u00fcnstlerische Experimente und gesellschaftliche Fragen zusammenbringt. Ein Festival, das internationale Filmschaffende nach Biberach holt und sich mit einer Zukunft auseinandersetzt, die l\u00e4ngst begonnen hat. Und statt zun\u00e4chst die Chancen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22038,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[35],"tags":[],"class_list":["post-22156","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-stadtkultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22156"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22156\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22157,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22156\/revisions\/22157"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}