{"id":21540,"date":"2026-07-24T10:31:13","date_gmt":"2026-07-24T08:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/weberberg.de\/?p=21540"},"modified":"2026-07-24T10:43:02","modified_gmt":"2026-07-24T08:43:02","slug":"wer-nicht-mit-der-zeit-geht-geht-mit-der-zeit-auch-das-schuetzenfest-aendert-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/2026\/07\/24\/wer-nicht-mit-der-zeit-geht-geht-mit-der-zeit-auch-das-schuetzenfest-aendert-sich\/","title":{"rendered":"Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Auch das Sch\u00fctzenfest \u00e4ndert sich."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lass den Klick in der Stadt! Diese Aktion der traditionell weltoffenen Werbegemeinschaft Biberach hat wenig genutzt. Amazon gibt es immer noch. Und mehr denn je kauft auch der Biberacher weiterhin online. Ob da nun Plakate hingen oder nicht. \u00c4hnliches spielt sich gerade beim Sch\u00fctzenfest ab: Weiterhin l\u00e4uft der Wunsch der Sch\u00fctzendirektion und der Verwaltung ganz deutlich in die Richtung: Gigelberg st\u00e4rken, Innenstadt beruhigen. Die Sorge gilt sicher nicht unberechtigt dem Vergn\u00fcgungspark. Neuester Versuch, nach mehreren Appellen, die Plakataktion &#8222;Mir ganged auf dr Berg&#8220;: <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"618\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/GangedBerg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21541\" srcset=\"https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/GangedBerg.jpg 618w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/GangedBerg-185x300.jpg 185w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/GangedBerg-31x50.jpg 31w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/GangedBerg-60x97.jpg 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 618px) 100vw, 618px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um es mal ganz vorsichtig zu formulieren: Man kann sich ja vieles w\u00fcnschen. Auch einen Sch\u00fctzenschatz zum Beispiel. Nur hei\u00dft das nicht, dass man das automatisch dann auch bekommt. Das Universum ist leider gelegentlich dann doch grausam. Und auch wenn einem der Himmel versprochen wird, kann es die H\u00f6lle sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schauen wir doch der Realit\u00e4t ins Auge. Betrachtet man die vergangene Woche muss man feststellen, das Konzept &#8222;Sch\u00fctzen wieder mehr auf den Gigelberg zu verlegen&#8220; ist grandios gescheitert. Praktisch t\u00e4glich sind die Trib\u00fcnen am Marktplatz sp\u00e4testens ab 17 Uhr voll. Fast schon \u00fcberlaufen, manche picknicken mit Getr\u00e4nken und Fressk\u00f6rben. Die gibt es ja auch g\u00fcnstig in der Ratsstube als <a href=\"https:\/\/www.visitbiberach.de\/gastlichkeit\/s-picknickkoerble\">Touriattraktion<\/a> (sorry der Gag musste sein)  ab roundabout  89 Euro inklusive Pfand&#8230; Bis 24 Uhr sind die Trib\u00fcnen voll. Auch an den &#8222;schw\u00e4cheren Tagen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So Zentrums-belebt wie dieses Jahr und so verteilt in der Innenstadt, war Sch\u00fctzen noch nie. Keine Stra0e ohne Stra\u00dfenverkauf. Insgesamt erschien der Gigelberg bzw. Vergn\u00fcgungspark eher weniger besucht als je zuvor. Das mag auch an den Preisen liegen, wer kann sich das schon noch leisten? Ein Familienvater mit zwei Kindern berichtete von einem Bergausflug mit Ehefrau und dass der Trip ihn \u00fcber 240 Ero gekostet hat. Die Halbe liegt bei 5 Euro 50 an der alten Stadtbierhalle. In der Innenstadt kostet die Halbe noch 4.50 Euro. Wenig frequentiert schien auch der Biberkeller. Dienstag Abend war da nicht mal die H\u00e4lfte des Biergartens um halb zehn Uhr Abends voll. Daf\u00fcr in der Innenstadt italienisches Flair, vergleichbar mit sch\u00f6nen Sonnenabenden in Bergamo.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00f6glicherweise muss man einfach umdenken und einiges hat sich vielleicht \u00fcberlebt. Krampfhafte Versuche Besucherstr\u00f6me auf einen Gigelberg zu locken funktionieren wohl einfach nicht. Trib\u00fcnen zu sperren funktionierte noch nie. Ob da Biberfunkeln stattfindet oder nicht &#8211; egal. Grillst\u00e4nde auf Sondernutzungsfl\u00e4chen zu verbieten. Sorry &#8211; haben wir sonst noch andere Probleme? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sch\u00fctzen behutsam neu denken &#8211; das w\u00e4re vielleicht angesagt.   <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erg\u00e4nzend noch ein Leserbrief, der an die Schw\u00e4bische Zeitung gerichtet ist und auch uns zur Verf\u00fcgung gestellt wurde. Der Leserbrief bezieht sich auf die Absage des Biberfunkelns wegen der Trib\u00fcnengeb\u00fchren &#8211; auch wir hatten dar\u00fcber berichtet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leserbrief zum Artikel \u201eEntt\u00e4uschung f\u00fcr Besucher: Beliebte Veranstaltung am Sch\u00fctzendienstag abgesagt\u201c (15.07.2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Als treue Sch\u00fctzen Besucherin frage ich mich inzwischen, ob wir uns noch auf dem gr\u00f6\u00dften Heimatfest Oberschwabens befinden oder bereits in einem Freilichtmuseum f\u00fcr Verordnungen und Geb\u00fchren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Mit der Absage des Biberfunkelns verschwindet wieder ein St\u00fcck gewachsene Tradition. Schade eigentlich. Vor allem, wenn der Eindruck entsteht, dass Engagement und Gemeinsinn immer h\u00e4ufiger an Vorschriften scheitern. Aber vielleicht habe ich das Konzept auch einfach noch nicht verstanden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wom\u00f6glich geh\u00f6rt die Zukunft des Sch\u00fctzen tats\u00e4chlich einem neuen Gesch\u00e4ftsmodell. Sitzt man demn\u00e4chst mit seinem Eis auf einer ohnehin aufgebauten Trib\u00fcne, erscheint ein freundlicher Kontrolleur und kassiert eine \u201eSitzplatznutzungsabgabe\u201c. F\u00fcr besonders spontane Besucher k\u00f6nnte man gleich Automaten aufstellen: 2 Euro f\u00fcrs Sitzen, 1 Euro f\u00fcrs Stehen und 50 Cent Zuschlag f\u00fcrs Genie\u00dfen des Festes. Ein kleines Spendenk\u00e4ssle daneben w\u00fcrde die Sache zumindest sympathisch machen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Auch kulinarisch scheint eine neue Ordnung einzuziehen. Auf dem Festplatz werden Bierpreise abgestimmt, w\u00e4hrend in der Altstadt unsere geliebten Wurstwagen verschwinden sollen. Dabei waren diese doch nie die gro\u00dfe Konkurrenz. Ihre wahre St\u00e4rke lag darin, den hungrigen Nachtschw\u00e4rmer zu versorgen, wenn auf dem Gigelberg l\u00e4ngst aufger\u00e4umt wurde \u2013 und das oft zu Preisen, bei denen man nicht erst einen Kleinkredit beantragen musste.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Nat\u00fcrlich braucht ein Fest Regeln. Ohne sie w\u00fcrde vermutlich das blanke Chaos ausbrechen. Doch momentan entsteht leider der Eindruck, dass immer mehr geregelt, gesteuert und eingeschr\u00e4nkt wird. Und wo viele Menschen vor allem Tradition, Gemeinschaft und Lebensfreude sehen, scheinen andere zuerst Taschenrechner und Paragraphen zu z\u00fccken.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Liebe Sch\u00fctzendirektion, Sch\u00fctzen ist gro\u00df geworden, weil Menschen zusammenkommen, etwas auf die Beine stellen und gemeinsam feiern. Vielleicht lohnt es sich, in einer ruhigen Minute dar\u00fcber nachzudenken, ob wirklich jede Entscheidung dem Geist des Festes dient oder manchmal doch eher dessen Kassenlage.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eine Sch\u00fctzen Freundin, die lieber Menschen z\u00e4hlen w\u00fcrde als Vorschriften.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lass den Klick in der Stadt! Diese Aktion der traditionell weltoffenen Werbegemeinschaft Biberach hat wenig genutzt. Amazon gibt es immer noch. Und mehr denn je kauft auch der Biberacher weiterhin online. Ob da nun Plakate hingen oder nicht. \u00c4hnliches spielt sich gerade beim Sch\u00fctzenfest ab: Weiterhin l\u00e4uft der Wunsch der Sch\u00fctzendirektion und der Verwaltung ganz deutlich in die Richtung: Gigelberg st\u00e4rken, Innenstadt beruhigen. Die Sorge gilt sicher nicht unberechtigt dem Vergn\u00fcgungspark. 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