{"id":15478,"date":"2025-05-07T08:17:59","date_gmt":"2025-05-07T07:17:59","guid":{"rendered":"https:\/\/portal.weberberg.de\/?p=15478"},"modified":"2025-05-07T08:43:07","modified_gmt":"2025-05-07T07:43:07","slug":"filmfestspielverein-sucht-neuen-vorstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/2025\/05\/07\/filmfestspielverein-sucht-neuen-vorstand\/","title":{"rendered":"Biberacher Filmfestspielverein sucht neuen Vorstand"},"content":{"rendered":"\n<p>In Biberach liebt man Schubladen und auch irgendwie dauernd wiederkehrende Routinen. Da k\u00f6nnte man jetzt nat\u00fcrlich mal wieder Wieland heraufbeschw\u00f6ren, muss man aber nicht. Eine gern bediente Schublade ist die Schublade, &#8222;man k\u00f6nnte es doch um vieles besser machen&#8230;&#8220; &#8211; Tja k\u00f6nnte man vielleicht, aber man selber kann oder tut es eben nicht besser. Manches Mal erwischt es einen dann doch und es stellt sich raus, man macht es nicht schlecht, aber eben auch nicht um Klassen besser und man stolpert \u00fcber gleiche oder \u00e4hnliche Stolperfallen wie der oder die Vorg\u00e4ngerInnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nun m\u00f6chte ich erstmal festhalten: Die Filmfestspiele im vergangen Jahr waren gut und das Programm hat gefallen &#8211; zumindest mir. Gleichzeitig aber der Hinweis, dass das nun aber auch nicht exorbitant anders oder grandios glamour\u00f6ser gewesen w\u00e4re, als in den vergangenen zwanzig Jahren. Was war das f\u00fcr ein Hickhack im Vorlauf \u00fcber schreckliche Vorst\u00e4nde oder gruselige IntendantInnen der vergangenen Jahre. Mal ganz n\u00fcchtern betrachtet und (nat\u00fcrlich in Gaspards Stil v\u00f6llig \u00fcberzogen): Adrian Kutter, nach Ansicht vieler im Verein und der Stadt hat der nat\u00fcrlich ganz viel falsch gemacht, sowohl als Intendant als auch Gr\u00fcnder &#8211; da war man sich im Kulturamt anno dunnemals schnell sicher. Mit einem Filmfestverein sollte nat\u00fcrlich alles besser werden. Nun war Dieter Michael Last aus Leonberg als erster Vorstand schon vielen ein wenig suspekt: Der Mann mit Hut und Werbefachmann mischte die ersten Jahre kr\u00e4ftig die Karten. Sympathisch ging anders und die Kluft zwischen Intendanz und Vereinsvorstand begann zu wachsen. Salopp gesagt, der Verein wusste immer alles besser, und vor allem h\u00e4tte der Verein &#8211; nat\u00fcrlich &#8211; alles viel besser organisiert. Dass das dem Gr\u00fcnder nicht besonders gefiel d\u00fcrfte auch jedem uninteressierten Leser sofort klar sein. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass ein Vereinsvorstand ein ger\u00fcttelt Ma\u00df an Rampensaumentalit\u00e4t mitbringen muss und ein St\u00fcck Geltungsbed\u00fcrfnis hat, ist wohl selbstverst\u00e4ndlich. Sagen wir so: Die Aufenthaltsqualit\u00e4t in der Vereinschefetage setzt einen langen Atem voraus. Schon um 2008 wusste auch der damalige Intendant, dass er um Gottes Willen sein Adress- und Telefonb\u00fcchlein der Filmschaffenden besser in einem Tresor liegen lies. Ger\u00fcchten zu Folge hie\u00df es im Vereinsvorstand, &#8222;wenn ich das B\u00fcchlein des Intendanten h\u00e4tte, bei mir w\u00fcrde alles besser laufen&#8230;&#8220; (Gaspards Fieberphantasie?). Das ist Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Lauf der Jahre wurde nach Dieter Michael Last, Werner Krug und dann Tobias Meinhold als Filmfestvereinsvorst\u00e4nde verschlissen. Und damit nicht genug, nach Adrians R\u00fcckzug (da hat sicher der ein oder andere insgeheim gejubelt und auf ein Adressbuch gehofft) wurden an der Front dann Helga Reichert und Nathalie Arnegger als Intendanten besch\u00e4digt, ob nun eigenverschuldet oder verjagt spielt dabei keine Rolle. <\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich war eigentlich immer die Tendenz zu h\u00f6ren: Jetzt aber wird alles besser und toller. Ein Neuanfang ist angesagt. Also seit etwa 2018, seit Kutter die Intendanz abgab, sind mindestens drei Neuanf\u00e4nge zu verzeichnen, zum Einen durch Intendantenwechsel, zum Anderen durch neue Vorst\u00e4nde. Nun f\u00e4llt Harald Heigel nach einer Filmfestsaison aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden aus und ein weiterer Vorstandswechsel steht an. Und damit endlich zum Punkt:<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcsste man sich nun, nach rund 20 Jahren Filmfestverein, nicht mal irgendwie fragen, ob das Konstrukt vielleicht falsch ist? Ist ein Verein hier \u00fcberhaupt die richtige Plattform? Vereine sind gepr\u00e4gt durch Alphatierchen und Geltungsbed\u00fcrfnis, was nicht unbedingt schlecht sein muss. Praktisch in jedem Verein gibt es Mitglieder die immer wissen, wie es besser gehen m\u00fcsste, was wiederum dem Klima nicht gerade zutr\u00e4glich ist.  Es gibt auch haftungsrechtlich das Problem, dass ein Vereinsvorstand pers\u00f6nlich die Verantwortung tr\u00e4gt. Bei einem Filmfest mit einem Gesamtvolumenumsatz von gesch\u00e4tzt etwa 350.000 Euro ist das nicht von Pappe. Da die Stadt mit ihrem zweiten Vorstandsposten (OB Norbert Zeidler, vertreten durch Dorothea Weing) mit dabei ist, k\u00f6nnte man sagen: Halb so wild. Ist es aber nicht. Schon vor einigen Jahren wurde die Sch\u00fctzendirektion (urspr\u00fcnglich nicht mal als eingetragener sondern sozusagen als loser Verein gesetzt) in eine Stiftung \u00fcberf\u00fchrt. Massive Querelen und Besserwissereien gab es dort allerdings nicht im Vorfeld, denn  in die Sch\u00fctzendirektion konnte Otto Normal Verbraucher nicht einfach so eintreten, dort wurde man immer schon aus bestehendem Kreise berufen. Dennoch ein interessantes Beispiel, denn beim Sch\u00fctzenfest waren es vor allem auch verwaltungstechnische, finanzielle und haftungstechnische Gr\u00fcnde umzufirmieren.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6glicherweise sollte man den Filmfestverein in einen reinen F\u00f6rderverein umwandeln und dar\u00fcber eine gew\u00f6hnliche gGmbH installieren. Mit einem(r) Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer(in) und ggf. mit einem(r) Assistenten(in) plus Intendanz. Das w\u00fcrde m\u00f6glicherweise einiges kl\u00e4ren und vereinfachen und in mehrerer Hinsicht Ruhe in die Fahrgew\u00e4sser bringen. Schlie\u00dflich w\u00e4rs sicher auch f\u00fcr die Filmemacher durchsichtiger und eindeutiger. Und die Konkurrenz schl\u00e4ft nicht: Ulm soll demn\u00e4chst ein internationales Filmfestival bekommen, das hat zumindest Kollege Paolo Percocco auf Radio Donau 3 FM schon mal verk\u00fcndet.          <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Biberach liebt man Schubladen und auch irgendwie dauernd wiederkehrende Routinen. Da k\u00f6nnte man jetzt nat\u00fcrlich mal wieder Wieland heraufbeschw\u00f6ren, muss man aber nicht. Eine gern bediente Schublade ist die Schublade, &#8222;man k\u00f6nnte es doch um vieles besser machen&#8230;&#8220; &#8211; Tja k\u00f6nnte man vielleicht, aber man selber kann oder tut es eben nicht besser. Manches Mal erwischt es einen dann doch und es stellt sich raus, man macht es nicht schlecht, aber eben auch nicht um Klassen besser und man stolpert \u00fcber gleiche oder \u00e4hnliche Stolperfallen wie der oder die Vorg\u00e4ngerInnen. 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