{"id":14863,"date":"2025-03-17T11:33:56","date_gmt":"2025-03-17T10:33:56","guid":{"rendered":"https:\/\/portal.weberberg.de\/?p=14863"},"modified":"2025-03-17T14:31:45","modified_gmt":"2025-03-17T13:31:45","slug":"gewalt-vermeiden-in-krisenhaften-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/2025\/03\/17\/gewalt-vermeiden-in-krisenhaften-zeiten\/","title":{"rendered":"Gewalt vermeiden in krisenhaften Zeiten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Heribert Prantl skizziert M\u00f6glichkeiten, Frieden zu \u00fcben<\/strong> (Ein Beitrag von <strong>Walt Marten<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>Hoffnung ist der zentrale Begriff, den Heribert Prantl bei seinem Vortrag vor 160 Interessierten im Biberacher Heinz-H.-Engler-Forum nannte: \u201eMan kann die Ohren verschlie\u00dfen gegen\u00fcber den schlimmen Dingen, die passieren, oder der Pflicht zur Hoffnung nachkommen.\u201c Diese sehe n\u00e4mlich das Unheil, woraus eine Pflicht zum Handeln erwachse. \u201eHoffnung ist nicht Optimismus, dass es gut ausgeht; Hoffnung beginnt damit, dass man sich ans Werk macht\u201c, ist seine Erkenntnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Eingeladen hatten den 71-j\u00e4hrigen Publizisten das Biberacher Friedensb\u00fcndnis, Volkshochschule, Pax Christi, Stadtbuchhandlung und evangelische Gesamtkirchengemeinde. Kulturdezernentin Verena F\u00fcrgut begr\u00fc\u00dfte ihn im Namen der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"832\" src=\"https:\/\/portal.weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image00020-1024x832.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14864\" srcset=\"https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image00020-1024x832.jpeg 1024w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image00020-300x244.jpeg 300w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image00020-768x624.jpeg 768w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image00020-50x41.jpeg 50w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image00020-1536x1249.jpeg 1536w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image00020-2048x1665.jpeg 2048w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image00020-60x49.jpeg 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie er sich das Handeln bei den aktuell so krisenhaften Zeiten vorstellt, hat Prantl in seinem aktuellen Buch dargelegt: \u201eDen Frieden gewinnen, die Gewalt verlernen\u201c ist der Titel und darin legt er dar, wie die Z\u00e4hmung der Gewalt, wie Entfeindung gelingen kann. \u201eWir brauchen eine neue Friedensbewegung, eine neue Entspannungspolitik und keinen dritten Weltkrieg \u2013 es w\u00e4re der letzte\u201c, ist er \u00fcberzeugt und stellt klar, dass dazu auch mit Menschen zu sprechen sein wird, mit denen man \u201ekein Bier trinken w\u00fcrde\u201c, wie zum Beispiel Putin. Voraussetzung f\u00fcr ihn dazu ist Verteidigungst\u00fcchtigkeit aufgrund gemeinsamer europ\u00e4ischer Sicherheit durch eine gemeinsame europ\u00e4ische Armee, nicht Kriegst\u00fcchtigkeit. Prantl: \u201eDie aktuelle Geschichte ist ein gigantischer Staubsauger von bisherigen Gewissheiten, an den Reglern sitzen Autokraten und Diktatoren; Stabilit\u00e4t gibt es nicht mehr.\u201c Seine Beispiele: Die Abr\u00fcstung der Hilfsorganisation US Aid von 10.000 auf 300 Stellen, 120 Mio. Menschen weltweit sind davon betroffen. Berater wie Multimilliard\u00e4r Elon Musk schlagen Pr\u00e4sident Trump einen US-Austritt aus der UNO vor und f\u00fcr sie ist das V\u00f6lkerrecht eine Bedrohung der amerikanischen Macht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/portal.weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Prantl.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14776\" srcset=\"https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Prantl.jpg 1000w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Prantl-300x225.jpg 300w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Prantl-768x576.jpg 768w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Prantl-50x38.jpg 50w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Prantl-60x45.jpg 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Heribert Prantl (Foto: Albert Gratz)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Frieden m\u00fcsse gestiftet werden. Trump sei kein solcher Stifter, sondern wolle die Rohstoffe der Ukraine ausbeuten und diese zur Aufgabe zwingen, um profitieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den 40ern gab das V\u00f6lkerrecht Hoffnung, heute seien wir der Hoffnungslosigkeit n\u00e4her. Dabei sei der Respekt vor den V\u00f6lkern und dem individuellen V\u00f6lkerrecht eine Entscheidung der Staatengemeinschaft, undenkbar ohne wechselseitigen Takt und H\u00f6flichkeit, ist Prantl sicher: \u201eErst, wenn der Geist des Krieges besiegt ist, ist der Krieg beendet.\u201c Das V\u00f6lkerrecht definiere Werte, auf die sich alle Menschen berufen k\u00f6nnten und unterscheide zwischen geregeltem Krieg und Kriegsverbrechen. Damit sei Ordnung und nicht Chaos das bestimmende Prinzip, so Prantl: \u201eIn den 80ern wurde die Gefahr eines Euroshima gebannt durch Politik eines illusions- und ideologiefreien Pragmatismus.\u201c Die eigene Sicherheit h\u00e4nge an der Sicherheit des potentiellen Gegners, sonst herrschten Barbarei und Imperialismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Der regionale Pax-Christi-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Richard B\u00f6sch moderierte anschlie\u00dfend Gespr\u00e4ch und Publikumsdiskussion mit Heribert Prantl, wobei dieser auch eine Forderung der Friedensp\u00e4dagogin Margret Johannsen nannte: \u201eDie St\u00e4rke des Rechts anstelle des Rechts des St\u00e4rkeren\u201c als seinen Wunsch f\u00fcr eine friedliche Zukunft und f\u00fcr ein Schulfach Frieden, das zugleich Ethik und Religion vereint.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas du nicht willst, das man dir tu, das f\u00fcg auch keinem Anderen zu\u201c, zitierte Berthold Seeger vom Friedensb\u00fcndnis in seinem Schlusswort eine goldene Regel: \u201eNicht zuf\u00e4llig ist diese Lebensweisheit elementarer Bestandteil aller gro\u00dfen Weltreligionen\u201c, sagte er, bevor er ein kleines Abschiedsgeschenk an Prantl \u00fcberreichte. Dessen Appell: \u201eLeisten wir uns die Utopie! Leisten wir uns die Friedenst\u00fcchtigkeit in kriegerischen Zeiten!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heribert Prantl skizziert M\u00f6glichkeiten, Frieden zu \u00fcben (Ein Beitrag von Walt Marten) Hoffnung ist der zentrale Begriff, den Heribert Prantl bei seinem Vortrag vor 160 Interessierten im Biberacher Heinz-H.-Engler-Forum nannte: \u201eMan kann die Ohren verschlie\u00dfen gegen\u00fcber den schlimmen Dingen, die passieren, oder der Pflicht zur Hoffnung nachkommen.\u201c Diese sehe n\u00e4mlich das Unheil, woraus eine Pflicht zum Handeln erwachse. \u201eHoffnung ist nicht Optimismus, dass es gut ausgeht; Hoffnung beginnt damit, dass man sich ans Werk macht\u201c, ist seine Erkenntnis. Eingeladen hatten den 71-j\u00e4hrigen Publizisten das Biberacher Friedensb\u00fcndnis, Volkshochschule, Pax Christi, Stadtbuchhandlung und evangelische Gesamtkirchengemeinde. 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