{"id":14831,"date":"2025-03-12T16:23:12","date_gmt":"2025-03-12T15:23:12","guid":{"rendered":"https:\/\/portal.weberberg.de\/?p=14831"},"modified":"2025-03-12T16:23:12","modified_gmt":"2025-03-12T15:23:12","slug":"juergen-kraft-philosophische-kurzgeschichte-zwei-wespen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/2025\/03\/12\/juergen-kraft-philosophische-kurzgeschichte-zwei-wespen\/","title":{"rendered":"J\u00fcrgen Kraft: Philosophische Kurzgeschichte, &#8222;Zwei Wespen&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Zwei Wespen unterhalten sich in ihrer eigenen, f\u00fcr uns Menschen nur sehr schwer entschl\u00fcsselbaren Sprache.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein letzten Sommer zuf\u00e4llig aufgezeichnetes Gespr\u00e4ch beispielsweise [aber] verlief laut einer einigerma\u00dfen korrekten \u00dcbersetzung folgenderma\u00dfen:<br>I.<br>Die erste Wespe: Ich muss Dir unbedingt berichten, was mir neulich an Au\u00dferge-w\u00f6hnlichem, ja Verr\u00fccktem passiert ist!<br>Die zweite Wespe: Nur zu! Ich bin gespannt.<br>Die erste: In der Welt gibt es ja Dinge. Manche von denen sind klein und leicht, die k\u00f6nnen wir forttragen. Andere sind gro\u00df und schwer. Auf denen werden wir gelegent-lich fortbewegt. Alle aber leisten uns mehr oder weniger Widerstand.<br>Und dann gibt es da nat\u00fcrlich noch einige Dinge, die wir fressen k\u00f6nnen. Und die sind dann selbstverst\u00e4ndlich weg \u2013 n\u00e4mlich in unserem Darm.<br>Die zweite: Richtig! Aber das wissen wir alle doch schon.<br>Die erste: Ja. Und zwischen oder um diese Dinge herum ist freie Luft. Und in der k\u00f6nnen wir widerstandslos fliegen.<br>Die zweite: Ja. Selbstverst\u00e4ndlich ist auch das! (Das versteht sich doch von selbst!)<br>II.<br>Die erste: Vor ein paar Tagen nun, da lag mein letzter Besuch \u2013 es war auf einem Zwetschgenkuchen \u2013 schon lange zur\u00fcck und mein Magen machte einen geh\u00f6rigen Aufstand. Da erblickte ich pl\u00f6tzlich eine ordentliche Ansammlung sch\u00f6nster reifer Trauben. Ich flog also sofort schnurstracks auf sie zu.<br>Die zweite: Na klar!<br>Die erste: Und bevor ich dort ankomme, da passiert es!<br>Die zweite: Was?<br>Die erste: Da schl\u00e4gt mir urpl\u00f6tzlich etwas gegen meinen Kopf.<br>Die zweite: Ist mir auch schon mal passiert.<br>Die erste: Aber wahrscheinlich doch nicht so! Urpl\u00f6tzlich bekam ich \u2013 wie aus dem Nichts \u2013 so etwas wie einen unvorstellbar gro\u00dfen Steinschlag auf meine Stirn. Nein, auf meinen gesamten Kopf. Aber, ich schw\u00f6re es Dir, da war gar nichts zwischen mir und den Trauben. Wirklich! Aber dieser Schlag auf mich war so gewaltig, dass er mich sogar zum Absturz brachte.<br>Die zweite: Unglaublich!<br>Die erste: Aber wahr!<br>Die zweite: Ist mir \u2013 wie wohl den allermeisten von uns \u2013 noch nie passiert. Aber wir kommen ja auch nicht so viel herum in der Welt wie Du.<br>III.<br>Die zweite: Und was war es nun, dieses sogenannte \u201eNichts\u201c?<br>Die erste: Das ist es ja! Es war wirklich nichts: weit und breit \u00fcberhaupt nichts zu se-hen, kein einziges Ding da in der Luft um mich herum.<br>IV.<br>Die zweite: Und dann?<br>Die erste: Wie gesagt: Ich st\u00fcrzte zu Boden oder wurde fast zu Boden geworfen. Aber ich bzw. mein knurrender Magen hatte noch immer die sch\u00f6nen Trauben in meinem Kopf bzw. Sinn.<br>Die zweite: Logisch!<br>Die erste: Ich versuchte also, auf dem Boden wenigstens hinzulaufen zu den Trau-ben.<br>Die zweite: H\u00e4tte ich an Deiner Stelle auch gemacht.<br>Die erste: Aber das ist es ja!<br>Die zweite: Was?<br>Die erste: Auch das ging nicht!<br>Die zweite: Was hei\u00dft: \u201ees ging nicht\u201c? Warst Du verletzt?<br>Die erste: Nein! D.h.: Mein Kopf tat schon furchtbar weh. Aber mein \u00fcbriger K\u00f6rper war total in Ordnung. Alles funktionierte, insbesondere auch meine Beine! Trotzdem kam ich nicht zu den Trauben. Da war eine Wand zwischen mir und ihnen.<br>Die zweite: Na also!<br>Die erste: Nein! Nein! Nicht wirklich. Kein Ding. Ich sah die Trauben ja auch noch. Aber wirklich nichts ging voran [bei mir]. Ich wurde von meinem Ziel abgedr\u00e4ngt. Ich stie\u00df wirklich auf ein Nichts, das mich (aber) nirgends durchlie\u00df. Kannst Du mir das erkl\u00e4ren?<br>IV.1.<br>Die zweite: Vielleicht handelte es sich ja um einen Phantomschmerz.<br>Die erste: Ein Phantomschmerz ist ein Schmerz in einem Gliedma\u00df, das gar nicht mehr da ist, das einem ausgerissen oder abgebissen wurde.<br>Die zweite: Ich wei\u00df, was ein Phantomschmerz ist. Ich habe mich versprochen, ich meinte nat\u00fcrlich einen Anfall von Hypochondrie.<br>Die erste: Wenn mein Kopfschmerz damals nur eine Einbildung war, dann bist auch Du hier nur eine Einbildung!<br>Die zweite: Bin ich nicht!<br>Die erste: Siehste! Eben! Und genauso wenig war mein Kopfweh damals nur eine Einbildung! Aber darum geht es ja gar nicht. Das mit dem Schmerz erw\u00e4hnte ich ja nur, um Dir zu verdeutlichen, dass da irgendetwas, dass da ein Etwas, ein Ding ge-wesen sein muss. Dass da andererseits aber \u00fcberhaupt nichts zu sehen war, dass da also ein blo\u00dfes Nichts war! Aber viel verbl\u00fcffender, ja verr\u00fcckter ist doch, dass dieses Nichts meinen Flug nicht nur aufzuhalten, sondern mich insgesamt sogar zum Ab-sturz zu bringen vermochte. Es geht vor allem andern um mein unerkl\u00e4rliches An \u2013 und Aufgehaltenwerden in der freien Luft \u2013 und das durch ein Nichts!<br>Die zweite: In der Tat, das ist erstaunlich! Aber, apropos Einbildung: Vielleicht hast Du Dir das alles nur eingebildet, vielleicht unterlagst Du einer Halluzination. Immerhin wurde Dein Kopf ja verletzt! Da kann es vielleicht schon zu Halluzinationen kommen.<br>Die erste: Das ist jetzt total unlogisch, was Du da sagst. Denn entweder gab es \u00fcber-haupt keinen Sturz von mir und auch keinen Schlag auf meinen Kopf \u2013 und dann selbstverst\u00e4ndlich auch kein Kopfweh. Und ich sa\u00df stattdessen vollgefressen, ge-sund und munter und friedlich und halluzinierte \u2013 aus welchem Grund auch immer \u2013 die ganze Geschichte. Oder aber Du gestehst mir den Schlag auf mein Gesicht und meinen darauffolgenden Kopfschmerz zu. Wieso dann aber nicht auch den Sturz und das Verhindern meines Laufens zu den verlockenden Trauben?<br>Abgesehen davon ist ja schon der gewaltige Schlag eines Nichts aus dem Nichts o-der der freien Luft heraus das an sich Unerkl\u00e4rliche!<br>Die zweite: Das ist richtig! Aber die ganze Geschichte \u2013 vom Schlag aufs Gesicht, \u00fcber die Kopfschmerzen bis zum verhinderten Lauf zu den paradiesischen Trauben \u2013 k\u00f6nnte von Dir doch halluziniert worden sein.<br>Die erste: Wer halluziniert, bleibt in aller Regel nicht ein Leben lang in seiner Halluzi-nation befangen.<br>Die zweite: Selbstverst\u00e4ndlich nicht.<br>Die erste: Und er merkt (es) irgendwann, dass er zuvor offensichtlich [blo\u00df] lediglich halluzinierte.<br>Die zweite: So ist es.<br>Die erste: Aber wenn ich jetzt gerade nicht halluziniere, sondern bei gesundem Ver-stand bin\u2026<br>Die zweite: Sei versichert, das bist Du.<br>Die erste: Und ich Dir jetzt im Vollbesitz meines Verstandes immer noch sage, dass mir das neulich wirklich widerfahren ist\u2026<br>Die zweite: Ja, dann wei\u00df ich wirklich auch nicht \u2026<br>Die zweite: Halt! Da f\u00e4llt mir noch was ein: Vielleicht hast Du die ganze Geschichte ja nur getr\u00e4umt! Du k\u00f6nntest vor dieser Geschichte friedlich in der Sonne gelegen ha-ben, eingeschlafen sein und dann getr\u00e4umt haben.<br>Die erste: Ja, so etwas passiert mir gelegentlich tats\u00e4chlich.<br>Die zweite: Eben! Mir auch! Und nur mal angenommen: Du h\u00e4ttest vor der ganzen unglaublichen Geschichte \u2026 Wo warst Du da \u00fcbrigens?<br>Die erste: Da sa\u00df ich auf einem Holzbrett.<br>Die zweite: Also, nur mal angenommen: Du sa\u00dfest auf dem Holzbrett, schliefst ein und tr\u00e4umtest, dass Du \u2013 mit knurrendem Magen \u2013 auf dem Flug zu wundersch\u00f6nen Trauben seist, dass Du unterwegs aber geschlagen w\u00fcrdest, abst\u00fcrztest und auch zu Fu\u00df mit Kopfweh nicht zu den Trauben gelangtest ist. Ein Albtraum eben!<br>Und danach -gedanklich nur mal angenommen \u2013 w\u00e4rst Du dann aufgewacht und sitz-test immer noch auf Deinem Holzbrett.<br>Die erste: Sehr sch\u00f6n! Aber eben nicht die Wirklichkeit oder Wahrheit!<br>Denn trotz des Kopfes war mein Bewusstsein w\u00e4hrend dieser ganzen sogenannten Geschichte so wach und klar wie jetzt! So wach und klar, wie Deines und meines jetzt in diesem Augenblick!<br>Und zumindest bei mir ist es so, dass ich zwar ganz selten mal mir im Traum bewusst sage: Das hier ist nur ein Traum, da\u00df ich aber allermeistens w\u00e4hrend des Tr\u00e4umens nicht wei\u00df, dass ich gerade tr\u00e4ume.<br>Die zweite: So ist es bei mir auch.<br>Die erste: Ich gebe auch gerne zu, dass ich es nicht mitbekomme, wenn bzw. dass ich in diesem bestimmten Augenblick gerade einschlafe.<br>Die zweite: Ich auch nicht.<br>Die erste: Dann wird es bei Dir aber auch so sein, dass Du zumindest mitbekommst, wenn Du aufwachst bzw. dass Du gerade aufgewacht bist aus dem \u00df Schlaf oder eventuell aus einem Traum im Schlaf.<br>Die zweite: Ja selbstverst\u00e4ndlich! Das kriege ich immer mit.<br>Die erste: Na eben! Nun bin ich unmittelbar nach dieser ganzen Geschichte aber de-finitiv nicht aufgewacht. Vielmehr war ich die Stunden vor dieser Geschichte hell-wach mit meinem knurrenden Magen. Und auch sofort [noch] nach dieser ganzen Geschichte -und das noch etliche Stunden lang \u2013 wenn auch mit Kopfweh. Und ich hatte zu keinem Zeitpunkt dieser langen Stunden nach der Geschichte den Eindruck oder vielmehr das Bewusstsein, dass ich zuvor aufgewacht bin.<br>Die zweite: Das ist in der Tat merkw\u00fcrdig! Das verstehe ich dann auch nicht. Aber ir-gendwie muss Deine Geschichte oder dieses Erlebnis etwas Irreales sein.<br>Die erste: Irreales? \u2013 Wie f\u00fchlst Du Dich gerade?<br>Die zweite: Wie meinst Du das?<br>Die erste: F\u00fchlst Du Dich gerade wirklich oder kommst Du Dir gerade vor wie eine blo\u00dfe Traumgestalt -zum Beispiel von mir?<br>Die zweite: Ich bin jetzt nat\u00fcrlich wirklich!<br>Die erste: Siehste! Und genauso wirklich und wahr war bzw. ist meine Geschichte. \u2013 Auch wenn ich selbst sie mir nicht erkl\u00e4ren kann.<br>Die zweite: Wenn Du es sagst!<br>IV.1.<br>Die erste: Es ist doch vollkommen unm\u00f6glich, das alles mit klarem Verstand zu erkl\u00e4-ren! Oder was meinst Du?<br>Die zweite: Falls das, was Du mir gerade als Erlebnis geschildert hast, nicht blo\u00df eine Fehlwahrnehmung oder eine blo\u00dfe \u2013 wie auch immer geartete und wodurch auch immer ausgel\u00f6ste \u2013 Halluzination ist \u2013 wonach es ja nicht aussieht nach allem, was Du mir glaubhaft dargelegt hast-, dann stimme ich Dir total zu. Wir beide k\u00f6nnen dies offenbar nicht verstehen.<br><br>Die erste: Vielleicht gibt es ja \u00fcber, unter oder sogar neben unsrer Welt eine ganz andere Welt, in der irgendwelche Wesen auch eine Zivilisation haben, zu der wir aber \u00fcber-haupt keinen Zugang haben! Aber die sind vielleicht kl\u00fcger als wir und greifen in un-sere Welt ein, ohne da\u00df wir das merken.<br>Zweite: Wie kommst Du denn auf DIE Idee?<br>Erste: Keine Ahnung. Ist nur so ein Gedanke. Oder &#8212;<br>Zweite: Was?<br>Erste: Oder solche Wesen leben sogar unter uns!<br>Zweite: Dann m\u00fc\u00dften wir sie ja sehen!<br>Erste: Das tun wir ja m\u00f6glicherweise auch. Nur da\u00df wir sie nicht als solche erkennen.<br>Zweite: Wie soll das denn gehen?<br>Erste: Die Welt, die wir sehen, halten wir f\u00fcr so gegeben, wie sie uns erscheint. Aber vielleicht war sie mal ganz anders. Vielleicht gab es manche heutigen Dinge und We-sen fr\u00fcher gar nicht. Und manche von denen haben die Welt oder einiges in ihr erst so GEMACHT, wie es jetzt vorhanden ist. Sie w\u00e4ren also Sch\u00f6pfer. Und die k\u00f6nnten dann ja auch etwas gemacht haben, was nicht von Anfang an da war. Und das k\u00f6nn-te dann unsern Verstand \u00fcbersteigen.<br>Zweite: Jetzt spinnst Du aber wirklich!<\/p>\n\n\n\n<p>[Zweite: Der Sch\u00f6pfer hat all das Vorhandene (Heidegger, Sein und Zeit!) gemacht!<br>Erste: Ja schon! Aber vielleicht k\u00f6nnen manche Wesen dem ja auch noch etwas An-deres, Neues hinzuf\u00fcgen, was noch nicht von Anfang an vorhanden war.]<\/p>\n\n\n\n<p>Zweite: Ein Sch\u00f6pfer, was ist das denn?<br>Erste: Ein Wesen, das irgendetwas macht, sch\u00f6pft, erzeugt, herstellt, was vorher nicht da war.<br>Zweite: Nochmals: Was ist \u201eerzeugen\u201c? Denn es war doch alles schon immer da!<br>Erste: Vielleicht ja auch nicht.<br>Zweite: Kann ich mir nicht vorstellen! Also sag mir endlich: Was ist \u201eerzeugen\u201c?<br>Erste: Du hast doch manchmal Hunger.<br>Zweite: Und ob !<br>Erste: Und wenn Du dann was gefunden und gefressen hast, dann ist Dein Hunger weg.<br>Zweite: Na klar!<br>Erste: Und damit hast Du etwas gemacht, hergestellt, geschaffen.<br>Zweite: Was denn?<br>Erste: Das Gef\u00fchl der Sattheit.<br>Zweite: Das schon!<br>Erste: Und vielleicht k\u00f6nnen manche Wesen sogar nicht nur Gef\u00fchle, sondern auch Dinge herstellen.<br>Zweite: Das kann ich mir nicht vorstellen!<br>Erste: Ich auch nicht. Aber m\u00f6glich sein k\u00f6nnte es schon!<\/p>\n\n\n\n<p>Zweite: Alles, was Du da sagst, ist irgendwie abgedreht, ja geradezu verr\u00fcckt!<br>Erste: Mag sein! Aber dann erkl\u00e4r\u00b4 mich doch mal das, was ich an Ungew\u00f6hnlichem neulich erlebte!<br>Zweite: Ja, das ist in der Tat verwunderlich. Aber die Welt ist nun halt mal so. Und dazu geh\u00f6rt m\u00f6glicherweise auch etwas, das eben blo\u00df unseren Erwartungen nicht entspricht. Oder &#8212;<br>Erste: Was?<br>Zweite: Oder wir wissen es eben blo\u00df NOCH nicht. Und in Zukunft werden es unsere Enkel vielleicht wissen!<br>Erste: Und wenn das, was sie wissen werden, genau das ist, was ich gerade \u00fcberlegt hatte!<br>Zweite (nach einer langen Pause des \u00dcberlegens): &#8211; &#8211; &#8211; Das ist nat\u00fcrlich m\u00f6glich. Aber f\u00fcr den Augenblick brauche ich erst mal was zum Fressen!<\/p>\n\n\n\n<p>ENDE<\/p>\n\n\n\n<p>Schluss: Philosophische Interpretation<br>Diese Kurzgeschichte ist ein Beispiel f\u00fcr eine Gattung von Lebewesen, die der Men-schengattung in evolutionistischer Hinsicht (klar) unterlegen ist (bzw. wenigstens zu sein scheint).<br>Insekten werden gelegentlich ja wohl mit etwas wie durchsichtigen Dingen oder K\u00f6r-pern \u2013also\/ n\u00e4mlich z.B. Glasscheiben- konfrontiert. Aber aufgrund der Erkenntnis-schranken ihrer Gattung k\u00f6nnen sie sie als solche nicht erkennen.<br>Das f\u00fchrt aber schnell zur folgenden Frage: Gibt es m\u00f6glicherweise auch Realit\u00e4ten, die wir Menschen aufgrund der biologischen Erkenntnisschranken unsrer Gattung \u2013also unseres Wahrnehmungsapparats sowie unseres Verstandes- und Vernunftver-m\u00f6gens- nicht erkennen k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wespen kennen kein Glas.<br>Im Vorstellen und Denken von Wespen ist kein Platz f\u00fcr, gibt es keine Glasscheiben bzw. Glast\u00fcren, also keine Widerstand-leistenden Dinge, die durchsichtig, also an sich unsichtbar sind.<br>Von daher auch: Was k\u00f6nnen Lebewesen bzw. wir Menschen wissen?<br>Vor allem aber: Wie nehmen wir Menschen das wahr, wie erscheint uns das, wovon wir kein Wissen haben bzw. f\u00fcr das wir keine Erkl\u00e4rung haben\u2013 also das Noch-nicht-gewusste?<\/p>\n\n\n\n<p>Ende<\/p>\n\n\n\n<p>8.8.2021 Philosophische Interpretation<br>Wenn mich fliegen st\u00f6ren und mich von daher \u00e4rgern, indem sie beispielsweise um mich herumfliegen und sich immer wieder auf mein Gesicht setzen (niederlassen), w\u00e4hrend ich gerade am Erwachen bin, oder wenn sie sich auf meinen Nahrungsmitteln niederlassen, dann verwarne ich sie zun\u00e4chst stets ein paar Male, indem ich sie verscheuche. Wenn sie das nicht kapieren bzw. nicht akzeptieren und mich weiterhin bel\u00e4stigen, schlage ich sie tot.<br>Was nun, wenn die Menschengattung nichts weiter w\u00e4re als solche Fliegen f\u00fcr hoch-intelligente Wesen aus einer anderen Galaxie oder in einem Paralleluniversum?<br>10.8.2021<br>Diese Fliege\/ Wespe hier als solche \u2013als Fliege\/ Wespe-<br>hat vermutlich keine Schmerzempfindung \u2013aufgrund einer Verletzung, von Hunger oder unbefriedigtem Sexualtrieb.<br>Sie wei\u00df nicht, warum sie jetzt gerade in diese Richtung fliegt \u2013weil der Duft eines potentiellen Nahrungsmittels (f\u00fcr sie) oder der Sexuallockstoff eines potentiellen Sexualpartners sie dazu zwingt. Sie wei\u00df nicht, da\u00df ihr Fleckchen (Um-)Welt nur ein ganz winziger Teil eines runden, kugelf\u00f6rmigen Planeten ist, der um seine Sonne kreist, die Teil von deren Galaxie ist, die wiederum nur ein fast vernachl\u00e4ssigbarer Teil des Uni-versums ist. Sie wei\u00df nicht, dass diese Sonne viel gr\u00f6\u00dfer und viel weiter entfernt ist als die brennende Gl\u00fchlampe, um die sie herumschwirrt. Sie wei\u00df nicht, dass die Be-wegungen von Dingen um sie herum von qualitativ sehr verschiedenen Dingen mit je ganz spezifischen Ursachen bzw. Motiven ihren Ausgang nehmen, wie von durch St\u00f6\u00dfe bewegten Steinen, vom Winde verwehten Bl\u00e4ttern, von Menschen mit einem bestimmten Zielort oder von menschengemachten Maschinen wie Rasenm\u00e4hrobotern. Sie wei\u00df nichts von Zeit, von ihrer Sterblichkeit. Sie wei\u00df sich selbst nicht als sich, als Ego. Sie wei\u00df nichts von der Geschichte ihrer Art, von der Geschichte ihres Planeten und nichts von der Geschichte der Milchstra\u00dfe und des Universums im Ge-samten. Sie wei\u00df nicht, wie ihr K\u00f6rper aufgebaut ist und wie er funktioniert. Ebenso-wenig wei\u00df sie dies von den Planetenbewegungen und den Bewegungen der Atome und Elementarteilchen. Sie wei\u00df nicht, da\u00df es Lebewesen gibt, die Verstand und Vernunft besitzen und \u00fcber sie sehr viel wissen.<br>Ich \u2013als Mensch- wei\u00df dies alles.<br>Aber ich wei\u00df nicht, ob\/ dass es ein Multiversum gibt. Dass die toten Menschen weiterleben nach ihrem Tod. Ob bzw. dass es superintelligente Wesen im Paralleluniversum gibt, die unsere menschliche Welt \u2013mit Einschluss meiner Winzigkeit- programmiert haben als virtuelle Realit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beitrag von J\u00fcrgen Kraft<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Wespen unterhalten sich in ihrer eigenen, f\u00fcr uns Menschen nur sehr schwer entschl\u00fcsselbaren Sprache. Ein letzten Sommer zuf\u00e4llig aufgezeichnetes Gespr\u00e4ch beispielsweise [aber] verlief laut einer einigerma\u00dfen korrekten \u00dcbersetzung folgenderma\u00dfen:I.Die erste Wespe: Ich muss Dir unbedingt berichten, was mir neulich an Au\u00dferge-w\u00f6hnlichem, ja Verr\u00fccktem passiert ist!Die zweite Wespe: Nur zu! Ich bin gespannt.Die erste: In der Welt gibt es ja Dinge. Manche von denen sind klein und leicht, die k\u00f6nnen wir forttragen. Andere sind gro\u00df und schwer. Auf denen werden wir gelegent-lich fortbewegt. 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