{"id":14649,"date":"2025-02-28T10:38:54","date_gmt":"2025-02-28T09:38:54","guid":{"rendered":"https:\/\/portal.weberberg.de\/?p=14649"},"modified":"2025-02-28T10:38:55","modified_gmt":"2025-02-28T09:38:55","slug":"ueber-kohei-saitos-interview-in-geo-02-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/2025\/02\/28\/ueber-kohei-saitos-interview-in-geo-02-2025\/","title":{"rendered":"\u00dcber Kohei Saitos Interview in GEO 02\u00a0 2025"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein exklusiver Beitrag von J\u00fcrgen Kraft (Philosoph) f\u00fcr weberberg.de:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vom Philosophen <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kohei_Saito\">Kohei Saito<\/a><\/strong>\u00a0 erschien 2023 das Buch \u201e<strong><a href=\"https:\/\/www.dtv.de\/buch\/systemsturz-28369\">Systemsturz. Der Sieg der Natur \u00fcber den Kapitalismus<\/a>\u201c<\/strong>, das zum SPIEGEL Bestseller wurde.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ver\u00f6ffentlichte das <strong><a href=\"https:\/\/www.geo.de\">GEO<\/a> Heft vom Februar 2025<\/strong> unter der \u00dcberschrift <strong>\u201eLieber rot als tot?\u201c<\/strong>\u00a0 ein Interview, das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dirk_Steffens\">Dirk Steffens<\/a> mit Saito \u00fcber sein Konzept eines \u201egr\u00fcnen Kommunismus\u201c (Dirk Steffens, S. 50, Sp. a) oder \u201eDegrowth-Kommunismus\u201c (S. 55, Sp. a) f\u00fchrte.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Dessen Kernthesen sollten uns allen und insbesondere auch Vertreter:innen eines gr\u00fcnen Kapitalismus unbedingt zu denken geben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bis vor kurzem glaubten die allermeisten (noch) an die Erz\u00e4hlung von \u201eunendlichem Fortschritt, unendlichem Wachstum\u201c (S. 50, Sp. b), die besagte, dass der Kapitalismus als solcher Wirtschaftswachstum, st\u00e4ndig steigenden Konsum und nicht zuletzt sogar Freiheit und die Demokratie garantiere.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Doch zwei Tatsachen sind inzwischen so offensichtlich, dass sie nur noch von total Verblendeten oder L\u00fcgnern nicht zur Kenntnis genommen werden k\u00f6nnen. Die erste Tatsache ist, dass unsere Erde mit ihrer Natur und ihren Rohstoffen begrenzt ist. Und die zweite Tatsache ist, dass die Menschheit die Grenze der Belastbarkeit der Erde erreicht, wenn nicht sogar bereits \u00fcberschritten hat.\u00a0 \u00a0Man braucht hierbei blo\u00df an die Klimakrise der Erderw\u00e4rmung, das Artensterben, die Umweltverschmutzung z.B. des Bodens und der Meere mit Plastik und der Luft mit Feinstaub und vieles andere zu denken. \u201eEigentlich reicht ja der gesunde Menschenverstand, um zu erkennen, dass unbegrenztes Wachstum unm\u00f6glich ist.\u201c (S. 50, Sp. b)<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gegenw\u00e4rtig verbreitete \u2013und scheinbar progressive- Reaktion darauf ist das Konzept eines gr\u00fcnen Kapitalismus, der in einer \u201eEntkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch\u201c (Dirk Steffens, S. 52, Sp. b) den Hebel f\u00fcr eine Wirtschaftstransformation hin zu \u00f6kologischer Nachhaltigkeit sieht. Davon verspricht man sich ein weiteres k\u00fcnftiges Wachstum der Wirtschaft, das die Natur jedoch nicht mehr sch\u00e4dige. Als bekannteste Beispiele sei hier nur auf die Elektroautos und die Digitalwirtschaft verwiesen. \u201eUm den Zielkonflikt zwischen endlosem Wachstum und endlichen Ressourcen zu l\u00f6sen, sollen wir effizienter werden. Die Argumentation lautet: Okay, die Ressourcen sind knapp, &nbsp;wir m\u00fcssen die Treibhausgasemissionen reduzieren, &nbsp;also wachsen wir in Zukunft einfach, ohne immer mehr Rohstoffe und Energie zu verbrauchen.&nbsp; Wir steigen einfach um in Elektroautos und auf erneuerbare Energie.\u201c (S. 50, Sp. b)<\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6llig zurecht weist Saito in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, dass auch <strong>solch<\/strong> ein gr\u00fcnes Wirtschaftswachstum nicht m\u00f6glich ist. Schon rein geschichtlich betrachtet: \u201eWenn wir uns die Geschichte anschauen,\u00a0 die vergangenen 50, 70 Jahre,\u00a0 dann gibt es keinen Hinweis darauf, dass Entkoppelung m\u00f6glich ist.\u201c (S. 51 Sp. b, S. \u00a052, Sp. b) Denn auch solch ein Wachstum kann ohne \u2013zus\u00e4tzlichen- Verbrauch von Ressourcen nicht auskommen. Saitos Lieblingsbeispiel oder Hassobjekt Nummer eins: \u201eMehr Elektroautos bedeuten zum Beispiel auch mehr Ressourcenverbrauch, der zu Lasten \u00e4rmerer L\u00e4nder geht.\u201c (S. 53, Sp. a) Auch: \u201eAber\u00a0 die Digitalwirtschaft ist ja keineswegs dematerialisiert.\u201c (S. 52, Sp. b) \u00a0Folglich: \u201eWir sollten also anerkennen: Endloses Wachstum ist in jeder Form eine schlechte Idee.\u00a0 Wir m\u00fcssen andere Formen finden, unsere Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen.\u201c (S. 50, Sp. b) Kurz: Dieser vermeintliche L\u00f6sungsansatz kann \u00fcberhaupt nicht funktionieren, da er zu kurz greift, sprich: nicht radikal genug ist, also nicht die wirkliche Ursache der ganzen Misere im Blick hat und dann auch nicht gegen diese angeht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Klimakrise ist so dramatisch, da m\u00fcssen wir auch \u00fcber radikale L\u00f6sungen nachdenken. Die Bepreisung von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen, die Elektrifizierung des Stra\u00dfenverkehrs, das ist doch alles andere als radikal. Das sind konventionelle L\u00f6sungsans\u00e4tze. Zu klein.\u201c&nbsp; (S. 55, Sp. a) Und als solche erhalten sie blo\u00df das bestehende, die ganze Not verursachende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, statt es total zu transformieren. &nbsp;\u201eIch kritisiere unsere Liebe zum Konzept des Unendlichen.\u201c (S. 50, Sp. b)<\/p>\n\n\n\n<p>Solch ein negativer Befund verlangt eine Erkl\u00e4rung, die Suche nach der Ursache:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDa frage ich mich nat\u00fcrlich, wieso dieser Unsinn immer weitergeht. Das ist der fundamentale innere Widerspruch des Kapitalismus, den schon Marx gesehen hat. \u2026 Ja, es liegt daran, dass das kapitalistische System uns zwingt, immer mehr zu produzieren, um den Profit zu steigern.&nbsp; Aber die Logik der Gewinnmaximierung hat nichts mit den Interessen der Menschen zu tun, sie hat sich davon gel\u00f6st. Das Kapital bestimmt uns, befiehlt uns, n\u00f6tigt uns, definiert uns.&nbsp; Wir sollten anfangen zu \u00fcberlegen, wie wir es z\u00e4hmen k\u00f6nnen.\u201c (S. 50, Sp. b)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ursache und damit Erkl\u00e4rung unsrer irrsinnigen katastrophalen Weltverh\u00e4ltnisse sieht Kohei Saito also in den Struktureigenschaften des kapitalistischen Wirtschaftssystems, die unausweichlich zu den beschriebenen verheerenden Folgen f\u00fcr Mensch und Natur f\u00fchren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0Weil weiteres unbegrenztes Wirtschaftswachstum die Erde als Lebensgrundlage f\u00fcr die Menschheit zerst\u00f6ren w\u00fcrde, mu\u00df auf es verzichtet werden: Degrowth. Einen Kapitalismus ohne Wachstum aber kann es \u00fcberhaupt nicht geben. &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0Dabei ist die Arbeit an einer innovativen, nachhaltigen Technologie nicht an sich zu verurteilen. Das ist es nur, wenn sie als solche nur dazu dient, ge- oder besser: mi\u00dfbraucht zu werden, den Konsum und damit letztlich den Profit des Kapitals weiter anzutreiben. Aber wenn sie genutzt wird, um die echten menschlichen Bed\u00fcrfnisse optimal zu befriedigen und das gute Leben zu bef\u00f6rdern, macht dies durchaus Sinn: &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch verdamme technologische Entwicklungen nicht, aber wir m\u00fcssen \u00fcber unseren exzessiven Konsum reden. Sonst wird jede Innovation in den Dienst des Kapitalismus gestellt, was dann wieder zu mehr Verbrauch f\u00fchrt.\u201c (S. 52, Sp. b)<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0Dabei stellt eine Reduktion des Konsums vor allem der Oberschicht, aber auch der Mittelschicht, also der \u201eVerzicht\u201c (S. 55, Sp. a) auf uns von der Werbung blo\u00df aufgeschwatzte unn\u00f6tige G\u00fcter und Dienstleistungen genau betrachtet \u00fcberhaupt keine Einbu\u00dfe an echter Lebensqualit\u00e4t dar. Denn: \u201eWachstum und Zufriedenheit korrespondieren l\u00e4ngst nicht mehr.\u201c (S. 53, Sp. a) Ab einer bestimmten Grenze macht mehr Konsum n\u00e4mlich definitiv nicht mehr gl\u00fccklicher.&nbsp; Ganz im Gegenteil sogar: \u201eMehr Wachstum f\u00fchrt also inzwischen zu mehr Leid und weniger Wohlbefinden.\u201c (S. 52, Sp. b) Und das sowohl beim einzelnen Menschen als auch bei der ganzen Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0Denn dem Kapitalismus geht es \u00fcberhaupt nicht um ein gutes Leben f\u00fcr die Masse der Bev\u00f6lkerung, sondern stets nur um den Profit einer ganz kleinen Minderheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Und diesem Profit zuliebe werden Menschen ausgebeutet, sich entfremdet und die Natur ruiniert.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0Und selbst die Demokratie, die unsere Gesellschaften angeblich dem Kapitalismus verdanken, ist in Wirklichkeit gar keine echte Demokratie, keine Herrschaft des Volkes, sondern eine Herrschaft des Kapitals. \u201eKarl Marx sagt, das kapitalistische System, das die Menschen mit Freiheit und Demokratie assoziieren, ist in Wahrheit eine Diktatur des Kapitals. Denn wenn das grundlegende Ziel einer Gesellschaft die Profitmaximierung ist, kann es keine wahre Demokratie geben.\u201c (S. 53, Sp. a)<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz: \u201eIch denke also, die Demokratie ist grundlegend begrenzt durch den kapitalistischen Imperativ des unendlichen Wachstums.\u201c (S. 55, Sp. a)<\/p>\n\n\n\n<p>Einen anschaulicheren Beleg&nbsp; f\u00fcr diese These als die US-Regierung unter Trump mit seinem Milliard\u00e4rsberater Elon Musk d\u00fcrfte es derzeit wohl kaum geben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0Die kapitalistische Gesellschaft bzw. die gegenw\u00e4rtigen kapitalistischen Weltverh\u00e4ltnisse sind also \u201eirrational\u201c! (S. 55, Sp. b)&nbsp; Und von daher mu\u00df die Gesellschaft v\u00f6llig anders organisiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0Saitos alternative echte Probleml\u00f6sung ist der gr\u00fcne bzw. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Internationale_Degrowth-Konferenz\">Degrowth<\/a>-Kommunismus.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDa es ums \u00dcberleben geht, m\u00fcssen wir dringend und radikal dar\u00fcber nachdenken, wie wir unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft organisieren wollen. Und der Kommunismus k\u00f6nnte f\u00fcr die Mehrheit der Menschen, die unter neoliberalen Reformen leiden, Verbesserungen bedeuten, was am Ende mehr Demokratie und Fortschritt bedeuten w\u00fcrde.\u201c (S. 55, Sp. b)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0Schon die L\u00f6sung f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte Krise unserer Zeit, &nbsp;die Klimakrise, kann f\u00fcr ihn nur ein \u201e\u00d6ko-Kommunismus\u201c (Dirk Steffens, S. 55, Sp. b)&nbsp; sein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0Statt um Profit mu\u00df es der Wirtschaft um die gute Versorgung der Bev\u00f6lkerung, um die Befriedigung der wirklichen Bed\u00fcrfnisse aller gehen, denen damit ein gutes, erf\u00fclltes Leben erm\u00f6glicht wird.&nbsp; Und nur so kommen wir heraus aus dem Hamsterrad.<\/p>\n\n\n\n<p>Degrowth, also Konsumreduktion zumindest f\u00fcr die Oberschicht mit ihrem Luxuskonsum und die Mittelschicht ist n\u00f6tig. \u201eUnser exzessiver Konsum setzt uns unter Stress, es herrscht st\u00e4ndiger Wettbewerb. \u2026 Das ist eine Form von Not, die uns ungl\u00fccklich macht. Und dann wollen wir noch mehr Vergn\u00fcgen, noch mehr Konsum, um den Stress zu vergessen.&nbsp; Wenn wir also etwas weniger konsumieren w\u00fcrden, dann k\u00f6nnte uns das eventuell auch etwas gl\u00fccklicher machen.\u201c (S. 52, Sp. b)<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0Dabei mu\u00df diese echte Bed\u00fcrfnisbefriedigung dann gerecht auf alle Individuen verteilt sein. \u00dcberluxus einer kleinen Minderheit, die unn\u00f6tig die Natur belastet, k\u00f6nnen sich die Menschheit und die Natur nicht mehr \u201eleisten\u201c. Im Gegensatz zur gegenw\u00e4rtigen umgekehrten braucht es daher eine Umverteilung von oben nach unten: \u201eDas rechtfertigt meiner Meinung nach, einige der Ressourcen und Reicht\u00fcmer von denen zu nehmen, in deren H\u00e4nden sie konzentriert sind. Eine Umverteilung, damit alle zumindest leben k\u00f6nnen.\u201c (S. 55, Sp. b)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Gleichheit gilt selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr alle Individuen unserer Gattung, also gerade auch f\u00fcr die Nord-S\u00fcd-Beziehungen. Auch die Bev\u00f6lkerungen der 3. Welt m\u00fcssen teilhaben am Weltreichtum.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDegrowth hingegen will einen Raum des Dialogs zwischen dem globalen S\u00fcden und dem Norden er\u00f6ffnen, um voneinander zu lernen und eine gerechte, soziale und nachhaltige Lebensweise f\u00fcr alle Menschen auf der Erde zu erm\u00f6glichen.\u201c (S. 56, Sp. b)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0Dabei betrachtet Saito diese notwendige Nachjustierung der uns von der Werbung aufgezwungenen Wertevorstellung von einem erf\u00fcllten Konsumenten-Leben als origin\u00e4re Aufgabe der Philosoph:innen.&nbsp; Sie m\u00fcssen die neue Werteorientierung ausarbeiten:&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir leben in einer Zeit, in der die Krise schneller voranschreitet, als die Werte der Menschen sich \u00e4ndern. Ich glaube, Philosophen k\u00f6nnen dabei helfen, die weltweite Transformation der Werte zu beschleunigen.\u201c (S. 56, Sp. b)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nur nebenbei sei angemerkt: Den m\u00f6glichen Einwand gegen bzw. die Angst vor dem Kommunismus als L\u00f6sung der gegenw\u00e4rtigen Weltprobleme, die sich aus der Erinnerung an den ehemaligen real existierenden Sozialismus des einstigen Ostblocks \u2013also der untergegangenen UdSSR oder Chinas- ableiten, kontert Saito damit, dass es ihm selbstverst\u00e4ndlich nicht um solch eine autorit\u00e4re Variante von Kommunismus gehe. \u201eIch sage ja nicht, wir sollten das Modell der Sowjetunion kopieren. Nein, das hat ja total versagt \u2026\u201c (S. 55, Sp. a) Auch:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eIch habe keine Sympathie f\u00fcr das chinesische Modell. Es kombiniert den alten Wachstums-Sozialismus mit exzessiver Modernisierung, mehr Technologie, unendlichem Fortschritt, unendlichem Wachstum \u2013und entsprechender Zerst\u00f6rung der Umwelt.\u201c (S. 56, Sp. b)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hoffnung auf die Realisierungschance einer echten Gesellschaftstransformation schlie\u00dflich macht sich Saito von dem Ph\u00e4nomen, dass bereits eine kleine Minderheit von 3,5% der Bev\u00f6lkerung einen gesamtgesellschaftlichen Bewusstseinswandel herbeif\u00fchren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Harvard-Politologin <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erica_Chenoweth\">Erica Chenoweth<\/a> zufolge m\u00fcssen nur 3,5 Prozent einer Bev\u00f6lkerung sich erheben und gegen eine Ungerechtigkeit aufbegehren, um ein System zu transformieren. Es braucht keine Mehrheit, nur ein paar kluge Menschen. \u00a0Ich bin \u00fcberzeugt, es gibt mehr als 3,5 Prozent davon.\u201c (S. 56, Sp. b)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein exklusiver Beitrag von J\u00fcrgen Kraft (Philosoph) f\u00fcr weberberg.de: Vom Philosophen Kohei Saito\u00a0 erschien 2023 das Buch \u201eSystemsturz. Der Sieg der Natur \u00fcber den Kapitalismus\u201c, das zum SPIEGEL Bestseller wurde.\u00a0\u00a0 Nun ver\u00f6ffentlichte das GEO Heft vom Februar 2025 unter der \u00dcberschrift \u201eLieber rot als tot?\u201c\u00a0 ein Interview, das Dirk Steffens mit Saito \u00fcber sein Konzept eines \u201egr\u00fcnen Kommunismus\u201c (Dirk Steffens, S. 50, Sp. a) oder \u201eDegrowth-Kommunismus\u201c (S. 55, Sp. a) f\u00fchrte.\u00a0\u00a0 Dessen Kernthesen sollten uns allen und insbesondere auch Vertreter:innen eines gr\u00fcnen Kapitalismus unbedingt zu denken geben.&nbsp;&nbsp; Bis vor kurzem glaubten die allermeisten (noch) an die Erz\u00e4hlung von \u201eunendlichem Fortschritt,<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14650,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[31],"tags":[],"class_list":["post-14649","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14649","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14649"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14649\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14651,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14649\/revisions\/14651"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14650"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14649"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14649"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14649"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}