{"id":14095,"date":"2025-01-20T10:46:01","date_gmt":"2025-01-20T09:46:01","guid":{"rendered":"https:\/\/portal.weberberg.de\/?p=14095"},"modified":"2025-01-20T16:26:36","modified_gmt":"2025-01-20T15:26:36","slug":"dirigieren-oder-nicht-dirigieren-zeidlers-bunte-verwaltungswelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/2025\/01\/20\/dirigieren-oder-nicht-dirigieren-zeidlers-bunte-verwaltungswelt\/","title":{"rendered":"Dirigieren oder nicht dirigieren? Zeidlers bunte Verwaltungswelt."},"content":{"rendered":"\n<p>Heute in einer Woche &#8211; so teilt uns die Tagesordnung des Hauptausschusses mit (siehe auch Veranstaltungskalender) &#8211; beraten die wichtigen Entscheidungstr\u00e4ger der Stadt \u00fcber die Zukunft eines Dirigenten f\u00fcr die Stadtkapelle. Lohnenswert ist dabei immer wieder ein kleiner Ausflug in das <a href=\"https:\/\/service.biberach-riss.de\/ratsinfo\/info.php\">Biberacher Ratsinformationssystem<\/a>. Dort findet man unter dem Terminkalender interessante Sitzungsvorlagen &#8211; so auch hier die Vorlage zur &#8222;Bezuschussung Dirigat Stadtkapelle&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer der interessantesten Abschnitte befasst sich mit der Analyse, ob nun eine Stadtkapelle tats\u00e4chlich  etwas anderes ist als die Blasmusikkapelle eines beliebigen umliegenden Dorfes. Diese spannende Frage hat die Redaktion auch unserem Mitarbeiter Dr. Chat GPT gestellt und folgende Antwort bekommen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Die musikalische Epik eines Dorfplatzes gegen den bombastischen Glanz der Stadthalle<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es ist wirklich erstaunlich, wie eine Landkapelle eines Musikvereins und ein st\u00e4dtisches Sinfonieorchester auf so hohem Niveau in denselben Sph\u00e4ren schweben. Beginnen wir bei der Besetzung: W\u00e4hrend das Sinfonieorchester stolz seine 80 perfekt ausgebildeten Musiker pr\u00e4sentiert, besteht die Landkapelle aus 15 mutigen Blasmusikern, von denen jeder mindestens zwei Instrumente \u201ebeherrscht\u201c \u2013 meist die Trompete und das Bierglas.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Dirigent des Sinfonieorchesters hat mindestens f\u00fcnf Preise auf internationalen Wettbewerben gewonnen und dirigiert, als ob er ein Zeitportal \u00f6ffnen w\u00fcrde. Dagegen steht der Kapellmeister der Landkapelle, der mit einem h\u00f6lzernen Dirigentenstab wedelt, der schon bessere Tage gesehen hat. Seine wichtigste Qualifikation? Er war 1987 Sch\u00fctzenk\u00f6nig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und dann ist da die Musikauswahl. Das st\u00e4dtische Sinfonieorchester wagt sich an Beethovens Neunte, Mahlers F\u00fcnfte und andere Kompositionen, die selbst den anspruchsvollsten Kritiker beeindrucken. Die Landkapelle hingegen spielt \u201eRosamunde\u201c, \u201eDem Land Tirol die Treue\u201c und eine Polka, die \u201eselbst komponiert\u201c ist \u2013 ein Werk, das zuf\u00e4llig verd\u00e4chtig nach der Melodie von \u201eEin Prosit\u201c klingt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Auff\u00fchrung selbst ist ein Erlebnis. Im Konzertsaal des Sinfonieorchesters herrscht absolute Stille, nur unterbrochen von dem sanften Rascheln eines Programmhefts. In der Dorfwirtschaft, wo die Landkapelle auftritt, wird die Musik nur durch das Ger\u00e4usch von klirrenden Bierkr\u00fcgen, lautstarkem Lachen und gelegentlichen Diskussionen \u00fcber die Qualit\u00e4t des Schweinebratens untermalt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Instrumente sind ebenfalls ein Highlight. Die Geigen im Orchester sind handgefertigt von Meistern in Cremona, w\u00e4hrend das \u00e4lteste Instrument der Landkapelle die Tuba ist, die seit drei Generationen im Besitz von \u201eSepp dem Alten\u201c ist und immer noch einen seltsamen Nachgeschmack von Sauerkraut verstr\u00f6mt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Am Ende jedoch, muss man zugeben: Beide Ensembles schaffen es, ihr Publikum zu bewegen. Das Sinfonieorchester entf\u00fchrt die Zuh\u00f6rer in eine Welt voller Emotionen und Klangfarben, die G\u00e4nsehaut garantiert. Die Landkapelle hingegen sorgt f\u00fcr ein anderes, nicht minder intensives Erlebnis \u2013 sie bringt die Leute zum Tanzen, zum Lachen und, bei gen\u00fcgend Bier, manchmal auch zum Weinen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Also, wer braucht schon einen majest\u00e4tischen Konzertsaal, wenn man auch eine Scheune mit improvisierter B\u00fchne haben kann? Wer will sich von Mozart verzaubern lassen, wenn man auch \u201eDie Vogelwiese\u201c schmettern kann? Schlie\u00dflich z\u00e4hlt am Ende nur eines: die Musik \u2013 und vielleicht ein k\u00fchles Bier.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck in die Realit\u00e4t und weg von Chat GPT: Im Augenblick, so wird in der Beschlussvorlage festgestellt belaufen sich die Ausgaben des Musikvereins f\u00fcr Dirigenten j\u00e4hrlich bei 10200 Euro. Die Stadtverwaltung &#8222;kann sich nun vorstellen&#8220; (huihuihui, vision\u00e4r!) das zu<strong> bezuschussen<\/strong>. (Hinweis: Laut Weberberg Recherchen wurden diese Kosten vor einigen Jahren noch voll \u00fcbernommen)<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings, und hier wird&#8217;s nun interessant, erwartet die Stadtverwaltung nat\u00fcrlich eine Gegenleistung:(Folgendes stammt aus der Sitzungsvorlage)<\/p>\n\n\n\n<p><em>Verpflichtung der Stadtkapelle zu aktiver Nachwuchs-\/Jugendarbeit, regelm\u00e4\u00dfiger Austausch mit Kleiner Sch\u00fctzenmusik, um den \u00dcbergang von der Kleinen Sch\u00fctzenmusik zur Stadtkapelle gut zu gestalten, aktive Mitarbeit bei JOI (Jungeorchesterinitiative Biberach), regelm\u00e4\u00dfiger Bericht \u00fcber Nachwuchsarbeit<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Verpflichtung durch mind. 6 Auftritte j\u00e4hrlich am kulturellen Leben mitzuwirken (bisher<br>Dreik\u00f6nigskonzert, Serenadenkonzert, Promenandenkonzert, Herbstkonzert, 3x Sch\u00fctzenfestumz\u00fcge)<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Verpflichtung st\u00e4dtische und kirchliche Veranstaltungen auf Anfrage <strong>unentgeltlich<\/strong> zu begleiten (z.B. Fronleichnamsprozession, Volkstrauertag, B\u00fcrgertag, u.\u00e4.)<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Regelm\u00e4\u00dfige Teilnahme an Wertungsspielen mit H\u00f6chststufenbewertungen<\/em><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Tr\u00e4umen wir noch ein wenig weiter, r\u00e4t jetzt Amelie Pachulke unsere Traumbeauftragte, denn weiter hei\u00dft es da, die Stadtverwaltung stellt sich vor, von den 10200 Euro 7000 Euro zu bezuschussen:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Damit \u00fcbernimmt die Stadt Biberach etwa 2\/3 der Kosten f\u00fcr das Dirigat. Gleichzeitig ist der Verein gefordert, sich auch weiterhin selbstst\u00e4ndig um weitere Mittel oder Zusch\u00fcsse zu bem\u00fchen.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Halten wir fest: F\u00fcr 7000 Euro erwarten wir 6 j\u00e4hrliche Auftritte plus kostenlose Auftritte f\u00fcr die Stadt nach Belieben und &#8222;nebenbei&#8220; sollen sich die Jungs und M\u00e4dels aber bem\u00fchen Knete ranzuschaffen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Wow dieses Konzept hat was. Sollte man umgekehrt vielleicht auch einf\u00fchren: Als B\u00fcrger zahle ich weiterhin meine Steuern und erwarte neben kostenloser Nutzung des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs auch kostenlose Reisep\u00e4sse, Personalausweise und eine Tasse Kaffee im Rathaus. Gleichzeitig verpflichtet sich der Verwaltungschef dazu, sich um eine Finanzierung der Stadt zu k\u00fcmmern. <\/p>\n\n\n\n<p>Nun lassen wir nat\u00fcrlich die Kirche im Dorf (und den Dirigenten auch mal im Schrank, h\u00f6h\u00f6 &#8211; sorry der musste sein!) &#8211; Gerade weil Biberach immer wieder gern und viel am Hungertuch nagt muss man sich schon fragen: M\u00fcssen solch immens hohen ZUSATZAUSGABEN denn sein? In der kommenden Sitzung des Bauausschusses (in dieser Woche) werden doch viel sinnvollere Ausgaben beraten: Die notwendigen Abriss und \u00dcbergangskosten f\u00fcr den Fu\u00dfweg \u00fcber die Gleise am S\u00fcdbahnhof (BSZ). Da geht&#8217;s um einen Millionenbetrag und geh\u00e4ssig k\u00f6nnte man vermuten &#8211; notwendig auf Grund mangelnder Wartung und deshalb Einsturzgefahr einer Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke&#8230; Ja richtig, das EINE ist Kultur, das andere VERKEHR. Und das EINE sind Personalausgaben und das ANDERE &#8211; nat\u00fcrlich &#8211; SACHKOSTEN. Und das alles bei 150 Millionen Gewerbesteuerregen&#8230; und Rekordhaushalt. Weiter so liebe Abderiten, r\u00e4t auch Dr. Chat-GPT auf Nachfrage.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute in einer Woche &#8211; so teilt uns die Tagesordnung des Hauptausschusses mit (siehe auch Veranstaltungskalender) &#8211; beraten die wichtigen Entscheidungstr\u00e4ger der Stadt \u00fcber die Zukunft eines Dirigenten f\u00fcr die Stadtkapelle. Lohnenswert ist dabei immer wieder ein kleiner Ausflug in das Biberacher Ratsinformationssystem. Dort findet man unter dem Terminkalender interessante Sitzungsvorlagen &#8211; so auch hier die Vorlage zur &#8222;Bezuschussung Dirigat Stadtkapelle&#8220;. Einer der interessantesten Abschnitte befasst sich mit der Analyse, ob nun eine Stadtkapelle tats\u00e4chlich etwas anderes ist als die Blasmusikkapelle eines beliebigen umliegenden Dorfes. Diese spannende Frage hat die Redaktion auch unserem Mitarbeiter Dr. Chat GPT gestellt und folgende<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14097,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[35],"tags":[],"class_list":["post-14095","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-stadtkultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14095","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14095"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14095\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14110,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14095\/revisions\/14110"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14097"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14095"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14095"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14095"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}