{"id":13465,"date":"2024-11-22T13:52:16","date_gmt":"2024-11-22T11:52:16","guid":{"rendered":"https:\/\/portal.weberberg.de\/?p=13465"},"modified":"2024-11-22T14:16:16","modified_gmt":"2024-11-22T12:16:16","slug":"klaus-leupolz-50-jahre-galerie-kuckuck-in-der-engelgasse-schall-und-rauch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weberberg.de\/index.php\/2024\/11\/22\/klaus-leupolz-50-jahre-galerie-kuckuck-in-der-engelgasse-schall-und-rauch\/","title":{"rendered":"Klaus Leupolz, 50 Jahre Galerie Kuckuck in der Engelgasse &#8211; Schall und Rauch"},"content":{"rendered":"\n<p>Im neuesten Heft der Heimatkundlichen Bl\u00e4tter f\u00fcr Kreis und Stadt (2024\/2) findet sich ein bebilderter Aufsatz zu Leben und Werk von Klaus Leupolz (1930-2001). Dem Kunsthistoriker Uwe Degreif ist zu verdanken, dass der doch leider in Vergessenheit geratene, weitgereiste und sich durchaus einmischende&nbsp; K\u00fcnstler eine l\u00e4ngst f\u00e4llige W\u00fcrdigung erf\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht wird Klaus Leupolz auch von seinem Bruder Ekke Leupolz \u00fcberstrahlt, der ja betr\u00e4chtliche Au\u00dfenwirkung im St\u00e4dtle besa\u00df. Nur die \u00e4lteren unter uns werden noch pers\u00f6nliche Erinnerungen an Klaus Leupolz haben. Umso wichtiger erscheint der Artikel. Vielleicht reicht es sogar noch, daraus eine Ausstellung zu machen, unbedingt verbunden mit Zeitzeugengespr\u00e4chen &#8211; noch gibt es welche.<\/p>\n\n\n\n<p>(Egon Capa)<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"427\" src=\"https:\/\/portal.weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Heimatblatt1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13467\" srcset=\"https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Heimatblatt1.jpg 300w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Heimatblatt1-211x300.jpg 211w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Heimatblatt1-60x85.jpg 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Heimatkundliche Bl\u00e4tter 2024\/2 mit dem Artikel zu Klaus Leupolz, erh\u00e4ltlich zum Beispiel in der Stadtbuchhandlung, Preis: 8 Euro.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"598\" src=\"https:\/\/portal.weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Sternchen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10270\" srcset=\"https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Sternchen.jpg 1000w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Sternchen-300x179.jpg 300w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Sternchen-768x459.jpg 768w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Sternchen-60x36.jpg 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das &#8222;Sternchen&#8220; &#8211; Klaus Leupolz (Foto: Gaspard)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Galerie Kuckuck gibt es schon lange nicht mehr.- Leider. In der Engelgasse am Weberberg war sp\u00e4ter eine Therapiepraxis, die bunte Fassade und Gestaltung ist lange Vergangenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Leupolz war ein Freund des jungen Gaspard und ist f\u00fcr so manche Anekdote gut. Klaus auf seine gemalten Bilder zu reduzieren w\u00e4re schade. Er geh\u00f6rte auch zu den Freunden von Adrian Kutter und gestaltete sowohl das Sternchen-Kino mit, wie auch die ersten Programmhefte (Sternchen-Post) und auch die Biberacher Filmfestspielplakate der ersten Stunde. <a href=\"https:\/\/tagumtag.twoday.net\/stories\/4329779\">Ein guter Freund von Klaus Leupolz war K.D. Dietrich, der Filmvorf\u00fchrer mit den langen schwarzen Haaren.<\/a> (Der link f\u00fchrt zum literarischen Verm\u00e4chtnis von K.D. Dietrich, lesenswerte Biberacher Aufzeichnungen der Zeit von etwa 1970 bis 2002 und auch Infos zu Klaus &#8222;Laus&#8220;)<\/p>\n\n\n\n<p>Ein zentrales Erlebnis hatte Gaspard mit Klaus Leupolz w\u00e4hrend der ersten baden w\u00fcrttembergischen Landeskunstwochen 1980. Die Stadt wurde f\u00f6rmlich mit Plastiken zugepflastert und da wo heute die Telekom Zentralverkaufsstelle am Marktplatz ist (fr\u00fcher auch mal Polizei in der Schranne) stellte Klaus einfach mal so einen mannshohen Holzbiber auf R\u00e4dern aus. In Eigenregie. Leupolz protestierte damit gegen die Entscheidung Biberacher K\u00fcnstler an den Landeskunstwochen NICHT zu beteiligen. Ausgestellt waren ausschlie\u00dflich K\u00fcnstler von au\u00dferhalb.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum ein Biber auf R\u00e4dern? Klaus lachte und meinte &#8222;Ganz einfach ich hatte ihn am Viehmarktplatz aufgestellt und musste ihn sofort wieder abbauen, dann bekam ich ein offizielles Aufstellungsverbot von befestigten Kunstwerken w\u00e4hrend der Landeskunstwochen&#8230;&#8220; Pause&#8230;<br>&#8222;Da habe ich beschlossen, den Holzbiber mit R\u00e4dern auszustatten, den ziehe ich jetzt alle paar Stunden an einen anderen Ort, mobile Kunst ist ja zugelassen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das war Klaus pur. Eigentlich war er Ingenieur und hatte in S\u00fcdamerika beim Bau des damals gr\u00f6\u00dften Staudamms der Welt eine ma\u00dfgebliche Rolle gespielt. Kurz vorher war er nach Australien und sp\u00e4ter Asien verschwunden, und lebte dort als buddhistischer M\u00f6nch. Er war f\u00fcr die Familie verschollen. Seine Mutter und Gaspards Mutter (damals lebten wir bei Ulm) waren befreundet und eines Tages tauchte Klaus Leupolz in einem Fernsehbeitrag \u00fcber M\u00f6nche in Asien auf und das Geheimnis um sein Verschwinden war offenbar dank unseres Familienfernsehers endlich gel\u00fcftet. Relativ kurz danach tauchte Klaus wieder in Biberach auf und blieb zun\u00e4chst hier. Gaspards Vater und Vater Leupolz hatten sich im Krieg kennengelernt und waren befreundet. Und nach dem Tod der V\u00e4ter besuchte Gaspard im Alter von etwa 10 zum ersten Mal Mutter Leupolz in Biberach und traf &#8211; so nebenbei &#8211; den schon &#8222;alten&#8220; Sohn Klaus. Das war der erste Kontakt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein geradezu futuristische Idee hatte der Mann mit der Galerie Kuckuck schon so um 1978: Er f\u00fcllte das Wasser des Biberacher Marktbrunnens in Dosen ab. Die gab es dann in der Galerie Kuckuck zu kaufen: &#8222;Biberacher Wunderwasser!&#8220; &#8211; Eine Art &#8222;Red Bull&#8220; f\u00fcr Einheimische- nat\u00fcrlich ohne Taurin, aber wohl durchaus inspiriert durch Cannabis und auch LSD. Daneben hatte Klaus ein Faible f\u00fcr eine Art Batik Baumabreibungen. Beliebtes Objekt um Baumschnitzereien und Liebesbeweise vom Baum &#8222;abzureiben&#8220; den Liebesbaum, am mittlerweile gesperrten Aussichtspunkt am Tor der Hirschgrabenbr\u00fccke Richtung Innenstadt.  <\/p>\n\n\n\n<p>Leider erkrankte Klaus an einem Hirntumor und verstarb am 11. November 2001 nach erfolgloser Therapie und Krankheitsleiden in Friedrichshafen, Ravensburg und zuletzt in Biberach. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"461\" height=\"633\" src=\"https:\/\/portal.weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/goldmaul.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13468\" srcset=\"https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/goldmaul.jpg 461w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/goldmaul-218x300.jpg 218w, https:\/\/weberberg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/goldmaul-60x82.jpg 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 461px) 100vw, 461px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Goldmaul, Klaus Leupolz, ausgestellt 2023 Ochsenhausen<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im neuesten Heft der Heimatkundlichen Bl\u00e4tter f\u00fcr Kreis und Stadt (2024\/2) findet sich ein bebilderter Aufsatz zu Leben und Werk von Klaus Leupolz (1930-2001). 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