Verleihung des Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreises an Anke Caroline Burger in Biberach/Riß am 19. September 2003

Laudatio von Dr. Gerd Burger
(Übersetzer, Regensburg) und Dankesrede von Anke Caroline Burger

 

Anke Caroline Burger, Foto  Copyrigt: Weberberg.de/Dierk Andresen

Der Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis (Stiftungsjahr 1979), wird alle zwei Jahre verliehen. Ausgezeichnet wird eine herausragende Literaturübersetzung ins Deutsche, wobei die Literaturgattungen wechseln. Er ist dotiert mit 12.000 Euro.
Anke Caroline Burger, Jahrgang 1964, studierte Amerikanistik und Filmtheorie in Berlin und Texas. Nach sieben Jahren in San Francisco lebt sie jetzt in Berlin-Kreuzberg.

Hier die Laudatio von Dr. Gerd Burger und die Dankesrede von Anke Caroline Burger

Laudatio auf Anke Caroline Burger anläßlich der Verleihung des Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreises

Über Hahnenkampf, "junglee girls", Kriminaltangos, Seilfähren und andere Facetten der Gesamtmerkwürdigkeit, Literaturübersetzer(in) zu sein

 

Begrüßung des Publikums & der Honoratioren

Liebe Anke Burger, liebe Burgers, die Älteren, sehr geehrte Frau Gschwend, Frau Dr. Bernhard, Herr Minister, Herr Oberbürgermeister, Frau Engelhard, Frau Ottenbacher, Herr Dr. Biege, liebe Übersetzerkollegen, hochgeschätztes Publikum,

lassen Sie sich alle herzlich begrüßen.

Richtigstellung der Vetternwirtschaft

Bevor ich zur Sache, sprich zur Lobrede auf Anke Caroline Burger komme, will ich allen etwaig vorhandenen Mutmaßungen, bei so verdächtiger Häufung von Burgers auf dem Programmzettel gehe es um Vetternwirtschaft oder um gar noch engeres Verbandeltsein, sogleich den Wind aus den Segeln nehmen.

nein, Anke Burger hie, und ich, Gerd Burger da, sind weder miteinander verwandt noch miteinander verschwägert noch Ehegesponse oder Schwippschwager dritten Grades, nein, wir sind Namensvettern (ich der Vetter, sie die Cousine, "das Basel" halt), weiter nichts.

Allerdings verbindet uns neben der Gemeinsamkeit, daß wir beide als Übersetzer englischsprachiger Literatur arbeiten, die im Zusammenhang des heutigen Abends schwerwiegende Behauptung Anke Burgers, ausgerechnet ICH sei es gewesen, der sie auf diesen Berufsweg gebracht habe.

und ob ich diesen Schritt ins gesamtmerkwürdige Übersetzerleben (so er denn wahrhaftig mit mir zu tun haben sollte) gutheißen kann oder nicht doch wehmütig den Kopf wiegen muß, das mögen Sie nach dem Ende meiner Abschweifungen entscheiden.

Da wir Übersetzer anders als die Dolmetscher Leute des geschriebenen Worts sind, bitte ich Sie, mir nachzusehen, daß ich mich weitgehend an mein Manuskript halte - es ist alles andere als kurz, aber immer wieder mal kurzweilig, hoffe ich.

• Stichwort Gesamtmerkwürdigkeit

Daß Anke Burger und ich Namensvettern sind, es überdies in Biberach, wie ich vorhin im Café einer Stadtansicht um 1730 entnahm, einst einen Burger-Turm in seiner Stadtmauer hatte, diese Koinzidenz diene mir sogleich als Überleitung zur großen These meiner kleinen Ansprache, nämlich der Behauptung, das Leben & Arbeiten als Literaturübersetzer bzw. Literaturübersetzerin lasse sich am besten unter dem Resümee der Gesamtmerkwürdigkeit fassen.

Dieses meiner Ansicht nach ebenso erhellende wie auf Anhieb einleuchtende Konzept von der Gesamtmerkwürdigkeit des (eigenen & auch fremden) Lebens habe ich mir bei Wilhelm Genazino geborgt.

In einem Interview mit Genazino nach seinem Erfolg mit dem Roman "Ein Regenschirm für diesen Tag" finden sich ein paar Sätze, die meiner Ansicht nach vortrefflich zum Auftakt meiner Lobrede auf Anke Burger passen und sofort zeigen, welch hoffnungslos altmodisches und antizyklisches Geschäft das literarische Übersetzen ist.

Denn Genazino geißelt das derzeit grassierende Geifern nach Erfolg & Medienpräsenz wie folgt:

"Alle wollen gewinnen, alle reich sein, alle fast berühmt. Als wäre man dann auch schon glücklich. Es ist mir rätselhaft, wie eine derartige Gesamtstimmung über die Bevölkerung hat hereinbrechen können. Heute wollen schon die Fünfjährigen ein Popstar werden, und die Sechzigjährigen haben noch nicht die Idee aufgegeben, ein Popstar werden zu können. Das schlägt derartig durch, in allen Schichten und Ecken der Gesellschaft, daß man manchmal meint, das gesamte Leben spiele sich in einem kollektiven Irrenhaus ab."

Dem kann man nur beistimmen, oder etwa nicht? Eines aber ist gewiß : wer Übersetzer wird, der oder die kann getrost alle Aspirationen fahren lasssen, irgendwann einmal groß als Popstar rauskommen zu wollen. Übersetzer sind weithin unbekannte Werkler am Gesamtwortwerk, die noch vor ein paar Jahren bestenfalls in kleiner Schrift auf der Seite gleich nach dem Schmutztitel auftauchten, heute immerhin auf dem Innentitel verzeichnet stehen. Soweit ich sehe, bringen es lediglich zwei Übersetzer auf die Titelseite: Peter Handke und ein Brummbaß-Vortragsvirtuos mit klangvollem Familiennamen. Haltaus, am Dienstag erfuhr ich aus Elke Heidenreichs Buchverkaufskampagnensendung, daß der mare-Buchverlag den Namen des Übersetzers auf die Titelseite rückt. Bei Libri, KNÖ & im VLB-Register, den Listen also, in denen der Buchhändler die lieferbaren Titel nachschlägt, jedoch sind die Übersetzer bis heute nicht verzeichnet, obwohl diese Namensnennung den einen oder anderen Kunden durchaus interessieren könnte.

Desto mehr freue ich mich, daß Anke Burger heute abend im Rampenlicht steht & überdies mit einem Scheck über einen nicht unerklecklichen Geldbetrag nach Hause gehen darf, wenn sie aus dem grellen Rampenlicht in ihr nur matt beleuchtetes Übersetzergehäus zurückkehrt.

Denn bis auf den heutigen Tag ist es so, daß ein bitteres Wort von Jean Paul auch bei Anke Burger und vielen anderen Literaturübersetzern und ebenso bei vielen Autoren spontan auf zustimmendes Kopfnicken stoßen dürfte:

"Dem leiblichen Hunger der Schriftsteller verdankt das Publikum seine geistige Sättigung."

Da ist leider etwas Wahres dran.

Über die nur miserabel zu nennenden Übersetzerhonorare hat unsereiner in den letzten Jahren wieder und wieder gemurrt & auch lauthals protestiert - geholfen hat's aber nicht.

Und was das neue Urheberrecht bringen wird, bleibt abzuwarten.

Vorerst jedenfalls muß ich an dieser unersprießlichen Stelle unbedingt ein Fragezeichen machen hinsichtlich der Beantwortung der Frage, ob Anke Burger weiland gut beraten war, als sie (mit oder ohne mein Zureden) den Beschluß faßte, sich ausgerechnet auf die Übersetzerei zu kaprizieren.

In Michael Sailers wunderbarer Sprichwortsammlung "Die Weisheit auf der Gasse" findet sich u.a. folgender weltweiser Spruch:

"Es führen viel Wege nach Darbstädt und Mangelburg".

dies ist kein schlechte Metapher, wenn man die Entscheidung der Preisträgerin bedenkt, sich ihren Lebensunterhalt ausgerechnet mit literarischen Übersetzungen verdienen zu wollen.

Hören Sie sich an, was niemand andrer als Christoph Martin Wieland kurz vor seinem Tod zur Warnung an seinen Sohn schrieb: "Mit Übersetzen waren sonst ein paar Taler per Bogen zu verdienen, aber diese Innung ist so fürchterlich übersetzt, daß die Arbeit das Salz und den Lausewenzel nicht mehr abwirft, den diese Ehrenmänner, um den Hunger dadurch abzutöten, rauchen müssen. Auf jede neue Brochure, die in Frankreich und England herauskommt, warten 10 Übersetzer mit weitoffnen Mäulern; der Buchhändler, dessen Profit bei dergleichen Sachen gewöhnlich auch sehr gering ist, gibt das Buch dem wohlfeilsten Arbeiter, und dieser muß sich zu Schanden abschächern, wenn er täglich soviel als ein Holzhacker verdienen will." (Brief von 1802, zit. nach Wieland Lesebuch, S. 296)

Heute faßt Peter Rühmkorf die Nöte der Skribenten in passend nachtschwarze Reime:

"Pechmarie und Hungerholger

grüßen als verratzter Part,

bis der beinerne Verfolger

Schrift und Wand zur Mülle karrt."

(aus: "Letzte Mohikanerin")

Vermutlich hat Karl Valentins Spritzbrunnenaufdreher seinerzeit alles zum leidigen Thema Nötige gesagt, als ihn Liesl Karlstadt mit neugierig funkelnden Knopfaugen fragt, ob man denn von dieser Arbeit leben könne:

"Leben schon, aber wie. Man muß sich's halt einteilen!"

 

• Zur Übersetzerei als Seilfährwesen

Damit sei‘s genug der Rede vom schnöden Mammon, vulgo der Knete. Jetzt möchte ich übergehen zur Übersetzerei als solcher und zum Übersetzer als Wortmetz, um einen Begriff von Arno Schmitt zu klauen, aus dem man die zur Schaffung genau wie zur Übersetzung von Literatur unverzichtbare Handwerkskunst heraushört.

Vom großen Verleger Samuel Fischer wird folgende Geschichte berichtet, die mir ausnehmend gut gefällt.

Der Saga zufolge kam nämlich eines Tages ein Unbekannter zu Fischer ins Büro und sagte, er, der Unbekannte, könne Japanisch. Und daher bot er an, für den Fischer-Verlag Romane aus dem Japanischen zu übersetzen,woraufhin Fischer nur lakonisch geantwortet habe: "So, so, Sie können also Japanisch, das finde ich ja sehr schön. Aber können Sie auch Deutsch?"

Diese berechtigte Frage führt mich zu dem Stichwort bzw. zu der Metapher in meiner Rede, die m.E. bestens dazu taugt, den Kern unseres Geschäfts anschaulich zu versinnbildlichen:

ich meine die Seilfähre, die über den Sprachfluß führt & wie jeder andere solide Fährbetrieb auch, führe er über den Styx oder aber die Donau, ihren Obulus kostet.

Die Seilfähre heißt ja recht eigentlich "Gierfähre", aber dieser Begriff ist heutzutage nicht sonderlich geläufig und hätte Sie vermutlich nur noch mehr verwundert, als es die kryptische Begriffslistung im Titel meiner Laudatio möglicherweise ohnehin schon tut.

Greifen wir zum Duden:

"Gierfähre; die an einem Anker befestigte oder an einem über den Fluß gespannten Seil geführte Fähre, die nur durch die Strömung vorwärts geschoben wird."

Damit sind wir schon mitten im Übersetzen, wenn wir diesen Vorgang als ein Über-Setzen begreifen. Der Fährmann (Fährfrauen gibt's im Duden nicht, nur Fährleute und Fährmänner; ich kenne aber sehr wohl eine Fährfrau, nein, zwei sogar) setzt einen bekanntlich über, und zwar von einem Ufer zum anderen. Das ist nicht notwendigerweise ein ganz und gar fremdes Ufer - ich spreche schließlich von einer Seilfähre, sprich von einem Fluß -, aber es ist eben doch immer das andere, das ferne Ufer, an das man kommen möchte und das ohne Fähre und Fährmann nicht so leicht zu erreichen ist, es sei denn man hätte selber ein Boot oder hechtet beherzt in die Wellen.

Dies alles ist beim literarischen Übersetzen nicht anders - da hat man {bzw. frau, wie's neuerlich so halbschön heißt, aber zumindest hier & da in der einen oder anderen Form heißen sollte; schon Wieland war vom Sprachgebrauch her wenig froh, als die Demoisellen plötzlich Fräulein heißen sollten} ein in einer fremden Sprache gedrucktes Buch vor sich liegen, das dann ans andere Ufer gebracht, sprich in die Sprache der Buchkäufer übersetzt werden soll, die in der Regel auch die Muttersprache des Übersetzers ist - und zwar selbst dann, falls derjenige oder diejenige diese Muttersprache womöglich vom Vater gelernt haben sollte, der womöglich gar noch ein vaterlandsloser Geselle gewesen ist. So oder so geht es um die Überfahrt von einer fremden Sprache in die Sprache, in der der Buchkäufer das Buch lesen will.

Das klingt simpel genug, ist es aber nicht.

Um es mit einem weiteren Sprichwort aus Sailers probater Sprichwortsammlung zu sagen:

"Es gehört mehr zum Tanz als rothe Schuh."

Und nein, auch zwei Lexika & ein Rechtschreib-Duden auf dem Schreibtisch reichen nicht.

Was passiert beim Über-Setzen?

Der Fährmann stößt die Fähre vom sicheren Ufer ab und befestigt das Seil so an der Fähre, daß sich der Bug, sprich die Spitze der Fähre in die Strömung dreht. Und wenn der Fluß genügend Wasser führt, die Strömung genügend stark ist, wird die Fähre von ganz alleine ans andere Ufer gebracht. Das funktioniert freilich nur, wenn erstens das Gierseil nicht reißt und zweitens der Fluß genau richtig im Fluß ist, d.h. nicht gar zu reißend bei Hochwasser stromab rauscht & umgekehrt bei Niedrigwasser nicht allzu träge anschiebt. Wenn alles paßt, wird wie von sanfter Hand geschoben mit Wellengegluckse über-gesetzt.

Im Prinzip funktioniert unsere Arbeit des Übersetzens aus einer fremden Sprache um keinen Deut anders. Auch wir haben es mit zwei Ufern zu tun, am einen sitzt die Ausgangssprache, wie die sog. Übersetzungswissenschaft sagt, am fernen Ufer dagegen lockt bzw. dräut die sog. Zielsprache - mit anderem Wort die eigene Muttersprache. Die aber ist notorisch unser eigen nicht, im Gegenteil gebärdet sie sich enervierend eigen, ja eigenwillig, so widerspenstig wie widerborstig. Aber wir haben nichts anderes zur Hand, die Sprache ist sowohl unser Gierseil als auch der Fluß, in und auf dem wir übersetzen müssen. Und sobald wir unseren zu übersetzenden Text aus dem sicheren Fährhafen der fremden Sprache des Autors hinaus in die tückische Strömung unseres leider alles anderen als leibeigenen Sprachflusses gestakt haben, dann gilt's : hic Rhodos, hic salta, wie (um große Kollegen zu nennen) Hieronymus weiland zu den Kollegen Wycliff & Luther sprach, woraufhin diese mächtig das Wasser aufquirlten und manches stolze Schiff ins Wanken brachten.

Ja, die Muttersprache. Sprache ganz allgemein, ob nun vor oder nach der sog. Rechtschreibreform. Eine vertrackte Angelegenheit.

Zumal, wenn von Literatur die Rede ist.

Denn deren beste & vielleicht einzige nicht zu bestreitende Definition ist die des Linguisten Searle (oder war's Austin? ich hab's vergessen):

"Literature is organized crime committed upon language."

Genau so ist es. Literarische Sprache ist, sofern sie eine solche ist, per definitionem grober Unfug, sprich vorsätzlicher Regelbruch - letztlich eine einzige Zumutung für anständige Leute wie Anke Burger und mich, auch wenn die vom Literaten in vollem oder zumindest ansatzweisen Bewußtsein des Deviantentums vorgenommenen Entstellungen & Wortverdrehungen & Satzklaubereien noch so subtil gemacht sein mögen.

Wo der Fährmann, wenn er Pech hat & das Gierseil reißt, mit Widerkehren, gefährlichen Strudeln, stehenden Wellen, flotten Schwallstrecken, unvermuteten Untiefen und sonstigen Zumutungen klarkommen muß, stolpert der Übersetzer hastenichtgesehen über vorsätzliche Verdrehungen und verfinkelte Verwerfungen, dreiste Doppelbödigkeiten, ausgefuchste Anspielungen, rabiateste Regelwidrigkeiten und sonstige fiese Fährnisse - kurzum:

kein fester Boden unter den Planken, weder für die Fährleute noch für literarische Übersetzer, kein sicherer Ort nirgends, alles schwanket und rinnet & und fließet, panta rhei, wie die altgriechische Fährmannsweisheit besagt.

All die genannten Widrigkeiten will man aber tunlichst trockenen Fußes bewältigen. Bei der Seilfähre muß man sich dabei auf Gedeih & Verderb an den Fluß halten, den es zu überqueren gilt & dem man sich anvertraut hat & anvertrauen muß, es hilft alles nichts, so sehr die Fähre oder der Nachen bei der Passage ins Wanken & Gieren kommen mag.

Aber auch die Muttersprache ist permanent im Fluß, unser Gierseil also verdammt elastisch - & beim Über-Setzen aus Fremden in nur vermeintlich Eigenes tappt der Übersetzer leicht daneben, zumal dann, wenn er oder sie sich allzu arglos an die "verderblichen Ratschläge der zweisprachigen Wörterbücher hält", wie Valery Larbaud uns Übersetzerkollegen in seinem Essay über den hlg. Hieronymus warnt.

Ja doch, Jandl trifft den Nagel auf den Kopf:

Manche meinen,

lechts & rinks kann man nicht velwechsern.

Werch ein Illtum.

Erste Fährmannsregel ist also für uns Übersetzer, daß wir, kaum daß wir den festen Boden unter den Füßen verlassen haben, mit Aug und Ohr & allem unserem Sprachgespür sowie sämtlichen Kenntnissen und Halb- und Viertelkenntnissen aus Literatur, Kino, Werbung, Alltagskultur & sonstigem Humbug, die uns zu Gebote stehen, aufmerksam und vor allem hellhörig die Textoberfläche ansehen bzw. geradezu abtasten, um zu sondieren, was sich da in und zwischen den Worten alles an Verzerrungen, Anspielungen, Echos & Ungereimtheiten herausschmecken bzw. immerhin erahnen läßt.

Apropos Ungereimtheiten - einen kurzen Sprung zurück zum polyglotten Larbaud, der sehr viele Bücher übersetzt hat (u.a. Samuel Butler, Chesterton, Coleridge, John Conrad, auch die Übersetzung von Joyces "Ulysses" ins Französische angestoßen hat u.a.m.), gleich noch mehr Reisen unternommen hat und etliche eigene Werke verfaßte, nicht zuletzt sein "Tagebuch eines Milliardärs" - ja, Larbaud hatte die beste Antwort aufs karge Salär des Übersetzers gefunden: er entstammte der Mineralwasserdynastie, die der Welt das Vichy-Wasser in die Flaschen füllte und damit eine vorbildlich umweltverträgliche Variante der Plusmacherei betrieb.

Das wäre vielleicht eine prima Idee für einen Übersetzerfonds, die ich dem Herrn Minister für die nächste Kabinettssitzung mit auf den Weg geben möchte: daß eine neu anzubohrende Mineralwasserquelle ihre Gewinne in einen Fonds sprudelt, aus dem dann literarische Übersetzungen zusätzlich alimentiert werden, auf daß künftig auch noch der geistige Durst des Publikums gestillt werde, dafür die leidige Diäthalterei der Autoren & Übersetzer ebenfalls ein Ende habe.

Ebenfalls ein Ende mit der Metapher von der Seilfähre und des Über-Setzens an fremde Textgestade. Natürlich gibt es auch noch andere Bilder, von denen Ragni Maria Gschwend dankenswerterweise etliche in ihrem fürs Thema nachdrücklich zu empfehlenden Buch "Der schiefe Turm von Babel" versammelt hat: Rilke z.B. vergleicht die Übersetzerei mit "Alchimie, Goldmacherei aus fremden Elementen"; Erik Orsenna wiederum vergleicht sie mit der Seeräuberei. (p. 215/216)

"Worin besteht die Arbeit des Seeräubers? Wenn ein fremdes Schiff ihm gefällt, entert er es und durchsucht es. Er wirft die Besatzung ins Meer und ersetzt sie durch Freunde. Dann hißt er auf dem höchsten Mast die Nationalflagge. Der Übersetzer tut das gleiche. Er kapert ein Buch, wechselt die gesamte Sprache aus und tauft es <bei Orsenna> französisch. Haben Sie nie gedacht, daß die Bücher Schiffe sind und die Wörter ihre Besatzung?"

Eine einzige, aber m.E. wichtige Abrundung möchte ich meiner Metapher von der Seilfähre und dem Fährmannswesen noch hinzufügen, und zwar eine kleine Offenbarung, die ich bei Yoko Tawada gelesen habe und sofort aus vollem Übersetzerherzen nachvollziehen konnte – Tawada, eine Japanerin, die seit knapp zwanzig Jahren in Hamburg lebt & ihre Bücher als Frau, die Samuel Fischer gefallen hätte, teils auf japanisch, teils (glaube ich) auf deutsch schreibt, meist aber in deutscher Übersetzung aus dem Japanischen veröffentlicht, schrieb in einer ihrer Tübinger Poetik-Vorlesungen folgende nicht nur fernöstliche Weisheit nieder:

"Wer mit einer fremden Zunge spricht, ist ein Ornithologe und ein Vogel in einer Person." [Tawada, "Verwandlungen", Essay: Schrift einer Schildkröte oder das Problem der Übersetzung, p. 22]

Jawoll ja. "Bei dem (bzw. der) piept's ja" – auch das ist eine vielsagende Metapher, die fürs Übersetzerdasein paßt; wer das Zwitschern & Tirilieren im Text und das Trapsen der Nachtigall zwischen den Wörtern nicht hört und es, wo schon nicht reproduzierbar, zumindest & immerhin irgendwie & irgendwo nach seiner ureigenen Manier anklingen lassen kann, der oder die sollte besser die Finger von der Übersetzerei lassen.

Ein eigen Ding, die Übersetzerei. Nichts für linear denkende Leute.

Ein letztes Mal zurück zu Larbaud – der wollte seiner Schrift über Hieronymus, den Schutzpatron der Übersetzer, ursprünglich folgenden klangvollen Titel geben: Von der hohen Würde des Übersetzers in der Republik des Geistes. Das aber klang ihm allzu verdächtig nach einer bekannten Predigt Bossuets "über die hohe Würde der Armen in der Kirche", weshalb Larbaud den Titel verwarf & nur konstatierte: "Der Übersetzer wird verkannt. Er sitzt auf dem letzten Platz; er lebt sozusagen nur von Almosen. Er begnügt sich mit den geringsten Verrichtungen, den bescheidensten Rollen. ‚Dienen‘ ist sein Wahlspruch, und er verlangt nichts für sich selbst, setzt vielmehr seinen ganzen Stolz darein, den Meistern, die er sich erwählte, treu zu sein, treu bis zur Verleugnung seiner eigenen geistigen Persönlichkeit."

Zum Trost für die jetzt ganz geknickt dreinsehende Preisträgerin schiebe ich flugs einen Haiku von Jens Hagen ein:

"Was für ein Leben:

Jeden Tag Abenteuer

Am Rand der Wörter."

Es stimmt schon: Das Leben als Übersetzer/in beschert einem täglich neue Abenteuer. Und es kann verdammt viel Spaß machen, einem echte Befriedigung verschaffen, wenn es gelingt, "mit Grazie und Serenität einen kräftigen und fruchtbaren Gedanken auszudrücken". Dasselbe gilt, wenn es einem bspw. gelingt, wie es Anke Burger mit Bravour gelang, den (um den Herausgeber zu zitieren) "in gleich vier Englischs hundsgemein hingerotzten" Ton von Helen Zahavis feministischer Rachephantasie in "Donna und der Fettsack" so ins Deutsche zu bringen, daß der ruppige Ursprungsgestus bewahrt bleibt –

in diesen Momenten macht Übersetzen wirklich Freude; solch helle Freude sogar, daß ein feinfühliger Mensch wie Peter Handke prompt ans Sterben denkt.

Denn was schreibt Handke übers Übersetzen?

"Immer noch genügt das eine richtige Wort, und aus meinem schleppenden Gang wird, bei all meinem Alter, ein Laufen! (…) Am Schreibtisch sterben, das möchte ich erst, seit ich Übersetzer bin." (aus: Nachmittag eines Schriftstellers, zit. nach Ragni Maria Gschwend, Der schiefe Turm von Babel, S. 128)

Nun, wir wollen hoffen, daß Preisträgerin & Laudator & alle übrigen Übersetzer hier im Raum noch recht lange froh und munter weiterleben.

• Stichwort: Kriminaltango

Andererseits hätten wir, wenn es denn nach Handkes Worten kommen sollte, eine Leiche. Und die brauchen wir dringend, wenn ich jetzt zum Kriminaltango bitte.

Denn Anke Burger bekommt den Christoph-Martin-Wieland-Preis für ihre Übersetzung von William Marshalls Roman "Manila Bay" verliehen, sprich für die Übersetzung eines Kriminalromans – das verwundert, oder etwa nicht?

Immerhin fahren wir auch in Biberach an der Riß weiter durch Deutschland, welchselbiges notorisch das Land der Dichter & Denker ist & nicht etwa das eines Nero Wolfe & Archie Goodwin & einer Victoria Warshawski, ebensowenig das Land eines Hercule Poirot oder Pater Brown oder einer Miss Marple. Nein, hier ist nicht die Heimat eines Aurelio Zen, eines Commissario Brunetti oder Comissario Montalban, auch nicht der "home turf" von Easy Rawlins oder Joe Leaphorn.

Mir kommt das mit Verlaub "gesamtmerkwürdig" vor:

ausgerechnet dem Kriminalroman als einem idealtypisch jugendgefährdenden Wechselbalg, welcher der grundanständigen Schriftstellerei nach der hehren Maxime des "delectare et prodesse" (Betonung auf "prodesse", versteht sich!) vom fiesen Duo Schmutz und Schund in perfide subversiver Absicht untergeschoben ward, ausgerechnet dem Krimi also literarischen Lorbeer aufzusetzen! Was, bitteschön, hätte der wackere Biberacher Christoph Martin Wieland dazu gesagt, der als erster Shakespeare ins Deutsche übersetzte, immerhin 22 Bände in nur 4 Jahren, später sogar ausschließlich zu einhundertprozentig echten Klassikern wie Aristophanes, Euripides, Xenophon, Lukian & Cicero griff, die er ins Teutsche brachte?

Ich für mein Teil werde Ihnen, weil ich als ex-reichsstädtisch regensburgerischer Abderit Wielands nur posthum zu erlangende & ohnehin aus dem mir unvertrauten Scheschianischen zu übersetzende Antwort nicht weiß, vorlesen, was 1951 ein wackerer "Volksbibliothekar" namens Otto Eckert zu diesem Thema zu sagen wußte:

"Der Kriminalroman als Gattung kann heute als eine ausgesprochene Lektüre der Massen angesehen werden. (weil) der gehetzte, von Sorgen bedrängte & mit Arbeit überlastete Mensch, vor allem der Großstädter, der in der Regel die natürlichen Bindungen zu den tiefen und innerlichen Werten des Lebens nur selten verspürt, nach einer Entspannung verlangt, die ihn den Alltag vergessen läßt. Durch die Flut der Kriminalromane wird das Amoralische & das Verbrechen bagatellisiert. Sie erhalten dabei den Anschein, als seien sie eine Normalität der Menschheitgeschichte unserer Zeit. Eine solche gefährliche Entwicklung erfährt auch keine Änderung durch die Richtlinien zur Selbstkontrolle, welche sich neuerdings die österreichischen Kriminalverleger gegeben haben, und in den es heißt, daß in jedem Roman nur ein Mord & keine besonderen Grausamkeiten vorkommen dürfen, und daß am Schluß des Buches der Sieg des Guten zu stehen hat." (p. 92 + 93 von Nina Schindlers "Das Mordsbuch; Alles über Krimis", Büchergilde Gutenberg)

Solche Vorbehalte sind mittlerweile außer Mode gekommen [was ich nicht immer begrüße, wenn ich so manches Plakat besehen & das erzdumme Gelaber in den Dudelsendern erdulden muß, ob ich nun will oder nicht], trotzdem gelten Spaß & Unterhaltung hierzulande, im Land der strikten Scheidung von E & U (sprich erhabener Ernst vs. unflätige Unterhaltung) unverändert wenig, obwohl Büchner schon vor Jahr und Tag in "Leonce und Lena" in gebührend unterhaltsamem Ernste ein für allemal das Passende gesagt hat:

"Und dann legen wir uns in den Schatten und bitten Gott um Maccaroni, Melonen und Feigen, um musikalische Kehlen, klassische Leiber, eine kommode Religion und spannende Kriminalromane."

Sehen wir uns also "Manila Bay" an, den Krimi von William Marshall, den Anke Burger vorbildlich elegant ins Deutsche gebracht hat:

das ist ein spannender Roman, der auf vier, fünf Erzählebenen gleichzeitig erzählt wird, in mancher Hinsicht ein klassischer Großstadtroman nach der Manier eines Döblin & John Dos Passos, komisch & tragisch zugleich, grotesk und surreal, aber auch immer wieder romantisch eingefärbt & konterkariert.

Ich kann den Roman allen, die ihn nicht kennen, nur zur Lektüre empfehlen, deshalb darf & will ich hier nicht zuviel verraten, was dann die Spannung beim Lesen schmälern könnte.

Es mag genügen, wenn ich sage, daß es auf der ersten Erzählebene um die Philosophie & auch um die vielen kleinen Details des Hahnenkampfes geht, der auf den Philippinen anders und doch wieder genau wie hierzulande nicht nur zur Wahlkampfzeit Hochkonjunktur hat. Beim Hahnenkampf handelt sich um einen höchst populären, weil das eigene Sein & eben drum die eigene Weltsicht bestätigenden Zeitvertreib, bei dem in Manila & andernorts viel Geld von der einen Hand in andere Hände wechselt.

Ein zweiter Erzählstrang führt dem Leser die Philippinen als eine multiethnische & multikulturelle Gesellschaft vor Augen; dieses Thema spinnt sich als durchgängiger Subtext durch den Text einer der Detektive ist Nachkomme eines Kopfjägerstamms, was von keinem seiner Kollegen vergessen wird, auch wenn der Kopfjäger h.c. selbstredend die Missionsschule besucht & in Harvard studiert hat & seine Stammeskollegen heute, wie er verzweifelt ausruft, allesamt Kreditkarten in der Tasche tragen.

Marshalls Dialoge strotzen denn auch nur so vor Mißverständnissen, die aufgrund unterschiedlicher Sprachen & Sprechweisen entstehen:

"Bontoc sagte: ‚Was?" Er war, wie alle Kopfjäger des Bontoc-Stamms von der Nordinsel Luzon, von amerikanischen, protestantischen Missionaren erzogen worden & verstand nur rudimentäres Kopfjägerisch & bestes Englisch mit Minnesota-Aussprache. Filipino, wie es in Manila verbrochen wurde, war ihm ein völliges Rätsel. / Der Gärtner sprach wie alle Filipinos aus Manila bestes Englisch mit einem so dicken spanischen Akzent, dass man es mit dem Hackebeil schneiden konnte." (pp. 17)

Oder ein dritter Kriminaler:

"Er war ein Filipino rein japanischer Abstammung, der sein Leben damit zubrachte, möglichst philippinisch auszusehen. Es war ein hoffnungsloses Unterfangen. (…) Er sprach Filipino. Es klang wie Japanisch. Er sah das im Blick des Sentenciador." (p. 33-34)

Überhaupt bekommt man, das ist seit jeher eine unbestrittene Stärke des Kriminalromans, eine Menge "local color" mit, was nach der Lesart nicht nur der nordamerikanischen Literaturgeschichte ja weit mehr als bloßes Lokalkolorit bedeutet, sondern für Realismus insgesamt steht, also immer schon mit politischer Information und Parteilichkeit einiges am Hut hat.

So erfährt man in "Manila Bay" bspw. von Esmeraldas Sari-Sari-Shop, der auf "tingi" – auf Stückverkauf – basiert.

Ich zitiere aus Anke Burgers Übersetzung:

"In Esmeraldas Laden, eher einer Verkaufsbude, konnte man alles einzeln kaufen, von Gewürznelken & Einzelblättern Schreibpapier über zerrissene Comichefte ohne Einband zu falls ein Kind zu plötzlichem Reichtum gelangt war, abgebrochenen Rippen von Schokoriegeln oder, falls der plötzliche Reichtum nicht so groß war, einzelnen M&M-Schoko-Erdnüssen oder einer Toffeetafel, die in fünfzig kleine Würfel unterteilt war. Esmeralda verkaufte die Plastiktüten, die reiche Leute im Laden bekamen & dann in den Müll warfen. Sie waren dekorativ an der Rückwand des Ladens ausgestellt, geglättet, gebügelt und gewaschen und an den Henkeln oder wo es sonst nötig war, sorgfältig repariert. Hinter ihnen hingen aus Zeitschriften ausgeschnittene Bilder mit Häusern und Waschmaschinen und Waschpulverkartons darauf, von schnellen Wagen, Weibern und Wohlstand: all dem, was man nie haben würde, wenn man in Tondo wohnte.

Sie verkaufte Bilder von Waschmaschinen.

Sie verkaufte Bilder von Autos.

Sie verkaufte Bilder von Häusern.

Sie verkaufte Bilder von all den Bildern, die sie auf den Bildschirmen von Fernsehern in Läden gesehen hatten und niemals auf dieser Seite der Scheibe oder des Bildschirms besitzen würden. Sie verkaufte etwas, das sie in der Hand halten konnten. Sie verkaufte Hoffnung. In Tondo gab es keine Hoffnung." (p. 170-3)

Soviel zum Thema Lokalkolorit.

Nur ein Streiflicht noch auf die Folie von Schmutz & Schund, die sich bei näherem Hinsehen als exzellentes Vehikel für angewandte Aufklärung entpuppt:

"Elizalde [ein Kriminaler] lief immer noch auf & ab & sagte:

"Die Gesamtzahl der Menschen, die zwischen 1975 und 1980 auf dem Seeweg aus Vietnam zu fliehen versuchten, war über dreihundertausend. Gott allein weiß, wie viele versuchten, hierher zu kommen, doch bisher haben nicht mehr als zehntausend lebendig das Ufer erreicht. Alle anderen sind entweder ertrunken oder wurden von Piraten umgebracht! Ich habe sie gehört. Ich habe die Kinder & die Schüsse & die Schreie gehört. Die Piraten entdeckten sie auf dem Radarschirm ihrer warmen, gemütlichen Brücke sie sahen die aneinandergeklammerten menschlichen Lumpenbündel sahen tote, verhungerte alte Männer und Frauen, Kinder mit Skorbut & Krätze & Tod im Gesicht und sie mähten sie mit dem Maschinengewehr nieder, töteten sie, vergewaltigten sie, raubten sie aus & versenkten das Boot an Ort und Stelle, sodass keine Spur übrig blieb, sodass diese Tode unverzeichnet und unbekannt blieben" (p. 234-5)

"Dort draußen in der Dunkelheit, nach der Eroberung Vietnams, hatten die Piraten das Südchinesische Meer in ein Auschwitz auf den Wassern verwandelt." (p. 230)

Ja: nicht zuletzt aus Übersetzungen von Schmutz & Schund erfährt man allerlei Neues über die Welt. Und beileibe nicht alles an fremden Ufern ist schöner oder auch nur um einen Deut anders als am heimatlichen Gestade.

Zum Resümee meiner kurzen Vorstellung von Marshalls Buch will ich Thomas Wörtche, den Herausgeber der Reihe, in dem der Roman erschienen ist, das Wort geben:

"Ein Klassiker ist Manila Bay aber auch, weil hinter dem ganzen gebündelten Irrsinn, hinter einbeinigen Kampfhähnen, Stinkbomben & Kopfjägern mit Plastikbeilchen, & hinter der rasend schnell geschnittenen Erzählhaltung aus äußerem und innerem Mono-, Dia- und Polylog etwas sehr Seltenes lauert: ein ganz & gar klassischer Kriminalroman, in dem Helden Verbrechen aufklären & in dessen literarischer Verwebung alles auf dieses eine Ende hin angelegt ist. Marshall ist klassischer, als Agatha Christie es je war." (so Thomas Wörtche in seinem Nachwort, p. 285.)

Zum stereotypen Vorwurf seichter Unterhaltung ist bereits alles gesagt, was zu sagen ist, außerdem soll niemand vergessen, daß der Namensgeber des an Anke Burger verliehenen Preises, Wieland selbst, DER Wegbereiter der deutschen Klassik, den Stürmern & Drängern als nichts weiter denn als Unterhaltungsschriftsteller galt.

Aus diesem Urteil schimmert indes fatal viel Abdera heraus - dies, wie Sie als Biberacher wissen, Wielands Metapher für seine bornierten Zeitgenossen, die ihm oft genug Anlaß gaben zu satirischen Ausfällen gegen die Abderiten als "eine idealisierte Komposition der Albernheiten & Narrheiten des ganzen Menschengeschlechts". Was Wieland darüber zu Papier brachte, war entsprechend seines Mottos "Ergetzen ist der Musen erste Pflicht" eine ebenso unverbrämt wie amüsant zu lesende Kritik, entstanden "in einer Stunde des Unmuths, wie ich von meinem Mansardenfenster herab die ganze Welt voll Koth und Unrath erblickte & mich an ihr zu rächen entschloß", wie Wieland in Briefen an Freunde schrieb.

• Stichwort "junglee girl"

"Eine ganze Welt voll Koth und Unrath" - das gibt mir eine hübsche Überleitung zum Stichwort "junglee girl".

Denn wenn jemand es schafft, den rüden Ton des schon erwähnten Romans "Donna und der Fettsack" so gut beizubehalten, wie es der Preisträgerin gelungen ist, so überzeugend nämlich, daß sich mir bei der Lektüre quasi mehrfach die jetzt an meinem Kragen zu sehende, damals freilich noch im Schrank hängende Krawatte aufgerollt hat, um das überzeugend hinzukriegen, dazu braucht es ohne Frage einen Schuß "junglee girl".

"Junglee Girl", um sich der Begriffsklärung zu nähern, ist der Titel des Erstlingsromans einer jungen Frau namens Ginu Kamani, die in Indien geboren wurde & somit einerseits Inderin bzw. genauer gesagt Gudscharati ist & bleibt & ergo bis heute im wahrsten Sinne des Wortes, wie sie schreibt, "unter Indern" lebt, selbst wenn sie seit ihrem zehnten Lebensjahr in San Francisco heimisch ist & sich als bekennende Feministin versteht, dieses schöne & aus dort dem Berichteten & selbstredend fiktional Überhöhten nur allzu verständlich unüberhörbar frauenbewegte Buch wurde von Anke Burger übersetzt. Außerdem wurde der Roman von Anke Burger, was gleich noch löblicher ist, lange Zeit wie Sauerbier diversen deutschen Großverlagen zur Veröffentlichung angetragen, bis zuletzt der Scherz-Imprint Fretz & Wasmuth Interesse an dem Buch äußerte.

"Junglee", um den Begriff endlich zu klären, heißt laut dem am Ende von Kamanis Romans beigefügten Glossar "aus dem Dschungel kommend, wild" – ja doch, ich glaube, daß meine Namenscousine Anke Caroline Burger etwas von einem "junglee girl" an sich haben muß, wenn sie, wie sie es hat, ausgerechnet brotlose Künste wie Amerikanistik & Filmtheorie ausgerechnet in Berlin und Texas studiert hat & dann ausgerechnet mit den Schwerpunkten Frauenliteratur und amerikanische Minderheitenliteratur & Kriminalroman als Übersetzerin zu arbeiten begann & obendrein einem jungen Amerikaner, der ausgerechnet Videokünstler ist, Kopf und Herz zu verdrehen verstand, mit dem sie dann 7 Jahre in San Francisco gelebt hat, ausgerechnet jener Stadt mit so notorisch kunterbuntem Stadtleben, daß sie nicht ohne gute Gründe in den Straßentheaterstücken der San Francisco Mime Troupe "Gomorrha by the Bay" heißt – & dies ausgerechnet in einem Land, das ansonsten bis auf den heutigen Tag in vielen Facetten frappant puritanisch & voraufklärerisch gestrickt ist.

Ja doch, Anke Burger ist definitiv ein "junglee girl", das jetzt seit 1 Jahr wieder im Dschungel der Bundeshauptstadt Berlin lebt & sehen muß, was ihr die Trommeln der Großstadt nach Kreuzberg in die Übersetzerklause wummern.

• Zur Reihe UT metro

Damit endlich zum Schluß vons Janze. Last, freilich nicht unbedingt least, ein paar lobende Worte noch zur Reihe "UT metro", in der Marshalls Roman "Manila Bay" erschienen ist.

UT Metro - das ist eine Reihe, die sich mit Genuß & Chuzpe zu Schmutz & Schund bekennt & ohne Wenn & Aber Spannungsliteratur & nichts mehr & aber auch nichts weniger präsentieren will - so diese Spannungsliteratur nämlich spannende & gute Literatur ist & dem Leser Weltliteratur in der wahrsten Bedeutung des Wortes nahebringt.

Um Thomas Wörtche, den Herausgeber der Reihe, selbst zu Wort kommen zu lassen: "Wir nehmen die Internationalität wirklich ernst. Bei uns gibt es Bücher aus Bangkok & Kamerun, aus Hongkong & Buenos Aires, aus London & Marseilles, aus Manila, Istanbul & so weiter & so weiter. Und zwar von Leuten, die vor Ort gelebt haben, dort leben oder dort geboren sind & nicht ihren Kommissar mal schnell auf Urlaub unter Palmen schicken."

Das ist das eine. Das erste Lobenswerte. Das zweite ist die Tatsache, daß die Reihe beim Unionsverlag heimisch ist, der seit 1975 aus dem Verlagsort Zürich operierend die sog. Weltliteratur verlegt - ich nenne nur Autoren wie Yasar Kemal, Nagib Machfus, Tschingis Aitmatow, Mulk Raj Anand, um anzudeuten, was die Welt neben ehrenwerten Leuten wie Philip Roth & Donna Leon & Elfriede Jelinek & Thomas Bernhard & Martin Walser noch so alles zu bieten hat. Eine ganze Menge nämlich.

Das dritte ist, daß die Fremde für sich genommen noch lange nicht wirklich Anderes garantiert. Und daß UT metro daher zu Recht auf einem Zweiklang beharrt: auf Spannung und auf literarischem Niveau. Lassen wir wiederum den Herausgeber der Reihe sagen, wie umfassend und wie bunt er sich die Sache denkt: "Kriminal- & andere Spannungsliteratur ist ästhetisch & formal so vielfältig geworden, daß eine abgeschottete Reihe ein Korsett bedeuten würde. Und ich bin klaustrophob. Ein gutes Buch nicht machen zu können, nur weil es mit einer Definition kollidiert, das ist ein Alptraum."

Der Schweizer Verleger sekundiert: "Wir haben aus UT metro alles eliminiert, was die Bücher & die Leser eingeengt & abgeschottet hätte. Kein Ghetto, sondern ein Spielfeld & Tummelplatz. Hier gibt es keinen starren Fahrplan & keine Schmalspurführung. Metro ist ein Streckennetz. Wo umgestiegen wird, herrscht Leben." < beide Zitate aus Schweizer Buchhandel, 3/2000>

Das Ergebnis dieses Ansatzes ist jedenfalls, daß für die Autoren dieser Reihe "esprit" in der Tat kein Fremdwort ist (um Gisbert Haefs kecke Rede wider den fehlenden "esprit" und den von daher angeblich unvermeidlichen Bierernst der deutschen Kriminalliteratur zu zitieren & zu hinterfragen, weil ich Haefs Absage an den auch hierzulande sehr wohl zu empfangenden Götterfunken beflügelter Inspiration keinen rechten Glauben nie nicht schenke). Nein, als Leser von UT metro-Bänden wird man von Autoren wie Mongo Beti oder Jean-Claude Izzo oder Walter Mosley oder Jerome Charyn oder Pablo de Santis oder eben William Marshall blendend unterhalten. Damit aber nicht genug: nach der Lektüre von SOLCHEM Genreschund & Genreschmutz weiß der Leser unvermeidlich mehr über die Welt & ihre Bewohner als zuvor.

Flugs zum Ausklang meiner Laudatio, damit Sie sich jetzt alle endlich auf die bestimmt viel kürzere Rede der Preisträgerin und aufs anschließende Büffet freuen können:

Daß UT metro dem Übersetzer bzw. der Übersetzerin am Schluß des Buches eine paar eigene Zeilen widmet – das ist mehr als nur eine freundliche Geste, sondern zeigt, daß man auf die Qualität der Übersetzung Wert legt & das Seine dafür tut. Und daß man weiß, daß der Übersetzer nicht nur vom Brot alleine lebt.

Aus eben diesem Grunde sei jetzt zum gestischen Abschluß meiner Laudatio auf die Preisträgerin ein tiefer Bückling vor Anke Caroline Burger gemacht, die mit viel Sprachgefühl & Handwerkskunst die genannten Fährnisse des Fährleutewesens gemeistert & allen Lesern von "Manila Bay" trefflich eins gesungen & gezwitschert hat & auch sonst stets den rechten Ton zu treffen weiß, selbst falls dieser im O-Ton noch so fies & mißtönend ausfällt. Es freut mich ungemein, daß Anke hier & heute die Früchte ihrer Arbeit ernten kann & damit sich & uns einen schönen Abend ermöglicht hat.

Herzlichen Dank, Anke Burger, aber ebenso vielen Dank dem Land Baden-Württemberg und dem Freundeskreis zur internationalen Förderung literarischer & wissenschaftlicher Übersetzungen, die das Preisgeld stiften bzw. nach kundigem Juryvotum vergeben, ebenfalls herzlichen Dank an die Stadt Biberach & ihr Kulturamt, die dem Übersetzerpreis im Gedenken an Christoph Martin Wieland einen so festlichen und gastlichen Rahmen geben.

* * *

Dankesrede von Anke Caroline Burger:

Sehr geehrter Herr Minister Frankenberg, sehr geehrte Frau Vorsitzende Gschwend, meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich danke Ihnen für die Verleihung dieses wunderbaren Preises, des Christoph-Martin-Wieland-Preises. Es ist eine große Freude für mich, diesen Preis entgegennehmen zu dürfen. Ich danke Gerd Burger für seine schöne Rede, in der er eigentlich schon alles Wesentliche gesagt hat, ich werde mich also kurz fassen.

Ich fühle mich sehr geehrt, gehe jedoch davon aus, dass die Ehrung nicht nur der Übersetzung, sondern besonders auch dem Buch "Manila Bay" des Australiers William Marshall und der genialen Reihe Metro des Unionsverlages Zürich gilt, der sich um die Weltliteratur sehr verdient gemacht hat.

Dieser Preis ist eine dankbar angenommene Anerkennung und ganz handfeste finanzielle Unterstützung für eine wunderschöne, rein wirtschaftlich allerdings nicht sehr lukrative Tätigkeit, denn das Übersetzen von Literatur ist ein sehr schöner Beruf!

Wer sonst kann all seine Zeit am heimischen Schreibtisch verbringen und dort Wörterbücher, Atlanten und Reiseführer wälzen? Durch die entlegensten Ecken des World Wide Web surfen? Wer kann sich den ganzen Tag mit den Schönheiten der Sprache und den Feinheiten des Ausdrucks beschäftigen und zugleich daheim am Computer in immer wieder neue, ferne Länder reisen? Wer kann ganz allein an seinem Schreibtisch sitzen und im Kopf immer neue Welten entstehen lassen?

Sich mit Informantinnen im Café treffen und sich über Karatetritte, Jazzkadenzen und die Förmlichkeit der Anrede in der pakistanischen Landessprache Urdu unterrichten lassen? Wer hat das Privileg, sich immer wieder in ganz neue Bereiche einzuarbeiten, sei es die Seidenraupenzucht in Pakistan, das Leben der Hindus im japanisch besetzten Malaysia, damals Malaya, die politischen Verhältnisse in Burundi, die Neujahrsriten der in San Francisco lebenden Chinesen oder eben der Hahnenkampf auf den Philippinen, der im hier geehrten "Manila Bay" im Mittelpunkt steht.

Das Leben der Literaturübersetzerin ist schön,

denn es gibt an jeder Ecke Entdeckungen zu machen. Sie freut sich, wenn sie Leuten auf der Straße die neuesten Ausdrücke und Redewendungen ablauschen kann. Sie wacht beglückt auf, weil ihr über Nacht eingefallen ist, dass es sich bei der bisher unerklärlich gebliebenen Muschel "sand bonnet" um eine "Große Sturmhaube" handeln muss, eine große, schöne, exotische Muschel.

Sie ist beglückt, wenn ein Bekanner ein Wort verwendet, daß sie seit vielen Jahren nicht gehört hat und das sie in den Tiefen des Gedächtnisses verschollen wähnte.

Sie freut sich wie eine Schneekönigin, wenn sie jemanden eine Geste machen sieht, die auch in ihrem Buch vorkommt, und ihr endlich der passende Begriff dafür einfällt.

Dieser Beruf gab mir auch die Möglichkeit, sieben Jahre lang meine Zelte im schönen San Francisco an der amerikanischen Westküste aufzuschlagen, wofür ich ebenfalls sehr dankbar bin, da sich durch diesen langen USA-Aufenthalt ganz andere Einblicke in die englische Sprache und amerikanische Sprachkultur eröffnet haben, als von Deutschland aus möglich gewesen wäre.

Doch bevor jetzt die Bühne gestürmt und ich mit Fragen überrannt werde, wie man nun möglichst schnell in dieses fabelhafte Gewerbe als Literaturübersetzerin oder –übersetzer einsteigen kann, möchte ich auch seine Schattenseiten nicht verschweigen, auf die ja auch Gerd Burger schon hingedeutet hat.

Als Übersetzerin lebt man von der Hand in den Mund, für nennenswerte Rücklagen reicht die Bezahlung eigentlich nie. Auf Phasen hektischer Betriebsamkeit folgen oft monatelanges, quälendes Hoffen und Bangen auf den nächsten Auftrag.

In dieser Lage fand ich mich, bevor Thomas Wörtche mir die Chance gab, als Übersetzerin in seine neue Metro-Reihe einzusteigen. Lange Monate saß ich ohne Auftrag da, hielt mich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und vertrieb mir die in der rauen amerikanischen Realität durch keine Versicherung oder Sozialhilfe abgefederte Arbeitslosigkeit mit Reisen und Kinobesuchen. Ich erforschte die Mayaruinen Mexikos, die Fish-und-Chips-Kultur in Nordengland und die wilden schottischen Steilküsten.

Und ich sah mir ungeheuer viele Filme an und war sogar als ehrenamtliche Kartenabreißerin beim San Francisco Film Festival tätig, um noch mehr Filme sehen zu können. Es war das Jahr von "Fear and Loathing in Las Vegas" mit Johny Depp, "Central Station" aus Brasilien, "Velvet Goldmine" von Todd Haynes, der japanische "After Life", der damals wegweisende "Matrix" und natürlich "Eyes Wide Shut", der letzte Film des genialen Stanley Kubrick. Ich sah Filme aus Tuva, Indien, Holland, Deutschland und Rumänien und natürlich von den Philippinnen.

Ich glaube, dass es besonders diese eigenen Erfahrungen auf Reisen und die im Kinosessel miterlebten Abenteuer waren, die meine Übersetzung von "Manila Bay" beeinflusst haben. Besonders hervorzuheben ist der hervorragende Film "Megacities" des Österreichers Michael Glawogger.

In seinen Porträts der Riesenstädte der Welt kommt Manila zwar nicht vor, doch einige der "zwölf Geschichten vom Überleben" aus Mexico City und Bombay lassen sich gut auf den Moloch Manila übertragen. Glawogger hat mit diesem ästhetisch unglaublich ansprechenden und menschlich nicht minder erschütternden Film eine sehr interessante Form des Dokumentarfilms geschaffen, die die Grenze zwischen Fakt und Fiktion immer wieder überschreitet und dadurch besonders deutlich werden lässt.

Wie übersetzt man nun ein Buch über ein Land, in dem man noch nie war und das auch sehr weit weg ist? Für mich sind es die Bilder im Kopf, die zählen, das "geistige Kino", wie mein Vater es nennt.

Anhand von Filmen wie "Megacities", meinen Besuchen in Riesenstädten wie Mexico City, New York, Lima oder London, Zeitungsberichten und Büchern malte ich mir aus, wie das Leben in Manila auf den Philippinen sein muss.

Ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie sich der kreischende Polizist Ambrosio hinten im Taxi verzweifelt an etwas festzuhalten versucht, während der vom Teufel gerittene Taxifahrer Martinez auf drei Rädern um die Kurven hoffnungslos verstopfter Straßen rast.

Ich sah vor Augen, wie der Polizist Bontoc vom wilden Kopfjägerstamm der Bontoc mit dem Hackebeil zwischen den Zähnen auf einem Ast hockt und japanischen Touristen auflauert, während ihn der Obergärtner anfleht, nicht die Blätter von seinen Bäumen zu fressen.

Ich hörte geradezu den gregorianischen Gesang in der katholischen Kathedrale, an deren Seitenkapelle der Mörder dem zum Heiligen Petrus betenden Hahnenkämpfer Chinakracher auf zuschnappenden Mausefallen vor die Füße wirft.

Und ich konnte mir nur zu gut vorstellen, wie der naive Junge Nitz mit zerschmetterter Wirbelsäule unter den Trümmern des eingestürzten Hahnenspitals liegt und sterbend in den Himmel schaut, dorthin, wo Sekunden vorher noch die Decke des Spitals gewesen war.

Ich konnte mir die Brutalität des Lebens in der Megacity Manila ausmalen, als wäre ich dort gewesen. Und für weitere Ausflüge in den brodelnden, bunten, stinkenden, schreiend komischen Hexenkessel dieser Stadt kann ich Ihnen nur die Lektüre des Buches "Manila Bay" empfehlen, denn es gibt nichts Schöneres als selbst lesen!

Und damit komme ich zum Abschluss und eigentlichen Anliegen meiner Rede, den Danksagungen!

Ich danke dem Freundeskreis zur internationalen Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen und der Jury für die Wertschätzung meiner Arbeit.

Ich danke dem Land Baden-Württemberg und dessen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst für die großzügige Stiftung dieses Preises.

Ich danke der Stadt Biberach und ihren Mitarbeitern für den wunderbar feierlichen Rahmen dieser und der gestrigen Veranstaltung.

Ich danke Gerd Burger für seine enorm freundliche Rede und die Starthilfe in den Übersetzerberuf, damals vor 12 Jahren.

Ich danke Thomas Wörtche dafür, dass er mich über den grünen Klee gelobt und so zu übersetzerischen Höchstleistungen angespornt hat.

Ich danke all meinen Freunden und Freundinnen, die mir im Laufe der Jahre bei meinen Übersetzungen geholfen haben, und ich habe viel Hilfe bekommen!

Meine Gedanken gehen auch an alle Freunde und Verwandten, die heute nicht hier sein können.

An diese Stelle gehört auch besonders der Dank an meine Eltern für ihre liebevolle und umfangreiche Unertstützung meiner Arbeit.

Und ich bedanke mich bei meinem Mann Chris für Ansporn und Ermutigung. Vielen Dank!

 

Links für Übersetzer und Übersetzerinnen

Und hier die Ausschreibung für den Übersetzerpreis 2005:

Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis 2005
Alle zwei Jahre wird der renommierte Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis für eine herausragende deutsche Übersetzung durch den Freundeskreis zur internationalen Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen e.V. ausgeschrieben und verliehen. In diesem Jahr wird er für die Übersetzung einer literarisch anspruchsvollen Biographie vergeben, die nach dem 1.1.2000 erschienen und noch lieferbar ist. Der Preis ist mit 12.000 € dotiert und wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Baden-Württemberg finanziert. Seit dem Jahr 2001 wird er regelmäßig in Biberach verliehen. In diesem Jahr ist dafür Mittwoch, der 26.10.2005 vorgesehen. Bewerbungen müssen bis zum 4.April 2005 beim eingehen. Dabei sind sie mit "Wielandpreis" gekennzeichnet an das Kulturamt der Stadt Biberach z.Hd. Frau Engelhardt, Theaterstraße 6, 88400 Biberach zu senden. Die Bewerbungen müssen folgende Unterlagen enthalten:
sechs Exemplare des Werks in Übersetzung und ein Exemplar des Originals;
eine Biobibliographie des Übersetzers/der Übersetzerin (insgesamt max. 2 DIN A4 –Seiten) sowie eine Charakteristik der eingereichten Übersetzung und ihrer spezifischen Schwierigkeiten (max. 1 DIN A4-Seite), jeweils in sechsfacher Ausfertigung.

Weitere Texte Biberacher Vorträge auch in unserer Abteilung Weberberg.de/abc.

"J.G. Herder - Prediger der Humanität" Vortrag von Dr. Michael Zaremba