Zurück in Biberach

Der Weberberg.de-Chefredakteur ist zurück an der Riß. Vier Wochen leben in Banda Aceh, wo die Scharia gilt, liegen hinter ihm. Da lernt man viel dazu an Weltsicht. Etwa, dass der Strafvollzug nach der Scharia so viel menschlicher sein kann als der in Deutschland.

Immer wieder erstaunlich und herzzerreißend, wie einem Menschen lächelnd davon erzählen, wie sie ihre Eltern oder gleich die ganze Familie durch den Tsunami 2004 verloren haben, der über 170.000 Menschen das Leben kostete.

Faszinierend auch, wie sich Verkehr von alleine regeln kann: eine viel befahrene Kreuzung, an der sich sechs Straßen treffen, kommt ohne Ampel oder Kreisverkehr aus. In Deutschland wäre das kaum machbar.

Bedauerlich: obwohl alles tropisch-üppig wächst, gibt es eher wenig Gemüse in den Restaurants und frische Salate fast nur in den Restaurants, die auf ein westliches Publikum orientiert sind.  (Für Westler gibt es dort auch Bier.)

In der Schule sitzen Schüler und Schülerinnen, in der Uni Studenten und Studentinnen brav voneinander getrennt. In der Freizeit mischt sich das aber recht ungezwungen. Und wer meint, die Mädchen mit Kopfbedeckung seien alle schrecklich unterdrückt, der vergleiche mal die 14jährigen Mädchen, die zu dritt auf einem Moped zur Schule fahren, mit ihren deutschen Gegenstücken.

 

 

Ein Gedanke zu „Zurück in Biberach“

  1. Ja, die jungen bürschchen in springerstiefeln mit dem Aufdruck POl WH sind schon sehr vertrauenserweckend. Sagt unserem lieben Märchenonkel der Begriff khalwat etwas, oder „die verschärfte Form des Quanten jinayat“? Für ehebruch, homosexuelle Handlungen und das öffentliche Zurschaustellung von Zuneigung von unverheirateten Paaren gibts kostenlos von netten Beamten mit Unterstützung von Publikum bis zu 100 Stockschlägen.

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