Ein Interview mit Erdoğan

Anfang August gab Recep Tayyip Erdoğan der „Le monde“ ein ausführliches und aufschlussreiches Interview. Hier ist es.

3 Gedanken zu „Ein Interview mit Erdoğan“

  1. Wenn man den Weberberg so liest, könnte man meinen Biberach sei eine türkische Enklave unter Leitung Erdogans. Wems gefällt… Der große Führer ist ja immer noch davon überzeugt bis 2023 Vollmitglied in der EU zu sein 🙂

  2. Erdogans Aussagen dürften den gleichen Wahrheitsgehalt haben, wie einst die Reden unseres Führers. Klar ist Erdogan demokratisch gewählt, das war Hitler aber auch. Was, wenn das Militär 1936 in Deutschland gegen die Nazis geputscht hätte? Hättest du das auch als antidemokratisch kritisiert? Natürlich kann man alles relativieren, es wird dadurch aber nicht besser. Nur weil die USA immer noch die Todesstrafe haben, so ist sie dennoch verwerflich und sollte entschieden abgelehnt werden. Dass Deutsche früher auch in Diktaturen Urlaub gemacht haben war definitiv falsch und solche Fehler sollte man tunlichst nicht wiederholen, auch nicht in der Türkei. Man unterstützt sonst aktiv eine aufkommende Diktatur. Bei deinen Kommentaren habe ich den Eindruck, dass dir deine Sympathie für die Türkei den distanzierten Blick auf die tatsächlichen Vorgänge verstellt. Stell dir nur einen Augenblick lang vor, auf den vielen roten Fahnen stünde kein Halbmond, sondern ein Hakenkreuz. Und auf den zahlreichen Plakaten wäre nicht Erdogan abgebildet, sonder Adolf Hitler. Und Gülen stünde als Synonym für Juden, Zigeuner und Schwule. Dann hast du die Situation vor Augen, die wir schon mal hatten und die zig Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Sowas braucht die Menschheit nicht noch mal. Und man sollte sowas auf gar keinen Fall unterstützen oder schön reden. Man hätte sonst aus der eigenen Geschichte nichts gelernt und macht sich mit schuldig an dem, was zwangsläufig folgt.

    1. „Klar ist Erdogan demokratisch gewählt“ – Ein Deutscher, der die letzten Wahlen in der Türkei vor Ort miterlebt hat, würde sicher sagen: „Demkratisch geht anders.“
      „Was, wenn das Militär 1936 in Deutschland gegen die Nazis geputscht hätte? Hättest du das auch als antidemokratisch kritisiert?“ – Das hängt ganz von den Zielen des Militärs ab. Wenn unter ihm die Presse noch schneller mundtot gemacht würde, noch mehr Menschen ermordet oder inhaftiert würden, die Verfassung komplett außer Kraft gesetzt würde, ja, dann würde ich das auch als antidemokratisch kritisieren. Nicht jeder, der gegen Erdoğan ist, ist automatisch demokratischer. Da frage mal beim IS nach. (Und vielleicht auch bei Gülen.)
      „Urlaub…in der Türkei…unterstützt aktiv eine aufkommende Diktatur.“ Hmm. Das heißt also, wenn möglichst viele türkische vom Tourismus lebende Betriebe pleite gehen, dann blüht auch bald wieder die Demokratie in der Türkei. Hat diese Strategie irgendwo auf der Welt schon einmal geklappt?

      Ansonsten: stünden, stünde, wäre – IST aber nicht. Nur: ich bezeichne ein übles, überfülltes türkisches Gefängnis, in dem kritische Journalisten eingesperrt sind, nicht als Konzentrations- oder Vernichtungslager. Wenn das „schön reden“ sein soll, dann bitte.

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