Wie sich die Eindrücke gleichen…

idris

„Die Türken fragen den Deutschen, warum dem Westen der Erfolg der Türkei missfalle. Sie hätten gehört, dass die Deutschen den dritten Flughafen, das neue Drehkreuz für Turkish Airlines in Istanbul, verhindern wollten, aus Sorge um die Lufthansa. Ein anderer fragt, warum die USA vor dem letzten IS-Anschlag in Istanbul ihre Bürger warnten, einen Hinweis auf die Website der Botschaft setzten – aber die Türken nicht informierten.

Die CIA wisse Bescheid über alles in der Türkei, glaubt Bezirksvorsteher Can Cumurcu, daraus folgert die Runde am Tisch, sie habe auch von dem geplanten Putsch gewusst, sagte aber nichts. Warum? Menschen sperren sich ein in ihrer Weltsicht, sie lassen niemanden mehr hinein. “
Diese Zeilen schreibt der Journalist Raphael Geiger am 11. August 2016 im Stern. Auch hier finden sich die Anklänge an Verfolgungswahn und Verschwörungstheorien. Geiger weiter: „Erdogan weiß, dass die Leute sich herabgesetzt fühlen vom Westen, sie möchten bewundert werden für ihren Aufstand gegen den Putsch. Sie sind verletzt, empfänglich für Verschwörungstheorien. Empfänglich für alles, was Erdogan sagt.“

Dass Geigers Eindrücke auch noch in anderen Punkten mit unseren übereinstimmen, können Sie hier nachlesen.

2 Gedanken zu „Wie sich die Eindrücke gleichen…“

  1. Die meisten Türken aller politischen Lager und viele auch westliche Regierungen verurteilten den Militärputsch. Im Prinzip ist ein Militärputsch gegen eine demokratisch legitimierte Regierung auch abzulehnen, aber gibt es nicht Ausnahmen? Etwa dann, wenn ein Machthaber, der die Demokratie genutzt hatte, um an die Macht zu kommen genau diese Demokratie dann zerstören möchte? Erdogan ist ein Antidemokrat, ein Verfassungsfeind, der die Türkei in die Diktatur und damit in den Abgrund führen will. In solchen Fällen halte ich einen Militärputsch als letztes legitimes Mittel, um die Demokratie zu retten und zu verteidigen, vorausgesetzt, die darauf folgende Militärregierung hat das Ziel, baldmöglichst wieder Neuwahlen herbeizuführen und nur noch demkoratisch eindeutige Parteien zuzulassen. Bereits in der Vergangenheit war es mehrmals in der Türkei der Fall, dass das Militär das Land vor dem Absturz in eine Diktatur rettete. Nur dass sich damals nicht so wie heute der zweifelhafte moralische Zeigefinger reckte, so wie das leider auch bei unserer Kanzlerin der Fall war. Sehr schade, dass der Putsch nicht erfolgreich war. Fortan ist der Weg nun für Erdogan endgültig frei, seine Macht auf das Maximale auszudehnen.

    1. Putschisten, die auf unbwewaffnete BürgerInnen schueßen und das Parlament bombardieren. waren schon immer eine Garantie für die wiedereiführung einer Demokratie, wie wir sie kennen. Meine G+te – wie naiv!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.