1:1 – Mensch zu Mensch: 10.000 Euro erreicht

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Der Fonds für Flüchtlingsarbeit „1:1 – Mensch zu Mensch“ von Thomas Fettback und Johannes Riedel sammelt nunmehr seit einem halben Jahr mit knapp 100 Spendendosen für Kleingeld. Dieser Tage nähern sich die Einnahmen auf dem Kreissparkasse-Sonderkonto der 10.000-Euro-Marke. Fast 40 Förderungen wurden gemäß dem Leitmotto „unabhängig, konkret, ehrenamtlich und treuhänderisch“ gewährt. Die durchschnittliche Maßnahme schlägt mit rund 165 Euro zu Buche:  Von Arbeitskleidung über Brillen, Fahrkarten, Sportartikel, Schulbücher, Haushaltsgegenstände, Fahrräder, Sprachkurse bis hin zu einem Kurs in Gewaltprävention reicht das Spektrum.

Die Anträge an „1:1 – Mensch zu Mensch“ stellen immer ehren- oder hauptamtliche Betreuer. Unterstützt wurden sinnvolle oder dringend benötigte Maßnahmen, für die es von anderer Stelle keine Förderung gibt oder diese zu lang dauern würde. Für solche unbürokratischen Soforthilfen hatte Fettback in seinem jahrelangen Engagement für Flüchtlinge Defizite ausgemacht. Auf seiner Homepage (www.thomas-fettback.de) legt er jeglichen Geldfluss offen. „Diese einfache und transparente Form hat auch den Spendern eingeleuchtet beziehungsweise gefehlt, ansonsten würden sich unsere Spendendosen nicht  füllen.“ Schirmherr ist Biberachs OB Norbert Zeidler.

Die ersten Spendendosen von „1:1 – Mensch zu Mensch“ haben derweil auch Umlandgemeinden wie Hochdorf oder Schemmerhofen erreicht, wohin auch einzelne Förderungen gingen. Während sich in Biberach Fettback und Riedel um die Aufstellung und Leerung der Sammelbüchsen kümmern, gibt es im Umland „Dosen-Kümmerer“.

Zuspruch und Dank gibt es von Flüchtlingen und deren Betreuern. „Das ging bis zu überraschter Sprachlosigkeit, weil wir die Mittel unbürokratisch und schnell freigeben können“, so Fettback. Es gibt auch Spender, die dem Fonds für Flüchtlingsarbeit, der vermehrt auch bei Veranstaltungen präsent ist, Gelder zukommen lassen.

Nachdem bisher vor allem „Feuerwehrhilfen“ geleistet wurden, sieht Ex-OB Fettback künftig mehr Bedarf für nachhaltige Integrationsmaßnahmen. Eine Willkommenskultur funktioniere nicht auf Knopfdruck, sie müsse wachsen: „Dies wird Geld kosten, welches sich aber auch refinanziert. Uns wird die Unterstützung dieser Arbeit nicht ausgehen.“

Für den ersten Samstag in den Sommerferien kündigt Fettback ein entsprechendes Event an: Flüchtlinge werden im  Museumshof Mittagessen kochen und Gastgeber für die Biberacher sein. „1:1 – Mensch zu Mensch“ wird in finanzielle Vorleistung gehen. Und natürlich hofft er auf Erlöse, die dann wieder unbürokratisch und konkret für eine Willkommenskultur sorgen können.

Zu den Bildern:

Der Pakistani Sohail Ashraf erhielt von „1:1 – Mensch zu Mensch“ eine Brille. Isabel Himmler und Jürgen Hotz (rechts) hatten den Antrag gestellt, Optiker Matthias Kreck löste das Problem günstig.

Thomas Fettback mit Schülern des Deutschkurses, den „1:1 – Mensch zu Mensch“ fördert, und Lehrerin Birgitta Marius-Mohr (zweite von links).

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