Bittere Nachricht für Bahnfahrer

Das ist bitter! Unser schöner Bahntrick, mit dem man mit einem Einsatz von 4,20 Euro eine zwei Tage gültige Bahnfahrkarte in ein 15 Tage gültiges Ticket umwandeln kann (wir und nach uns ZEIT,  SPIEGEL und diverse Funk und Fernsehmedien berichteten) funktioniert seit Juni nicht mehr so wie bisher. Wer jetzt ein Ticket – sagen wir von Bregenz –  über Hamburg nach Rügen kauft, zahlt nicht nur 80 Euro mehr. Das Ticket hilt auch nur noch zwei Tage. Es sind wohl die Österreicher, die da etwas geändert haben. Die BILD hatte vor drei Tagen den Bregenz-Trick unter Berufung auf uns noch online publiziert, aber da war sie einfach schlecht informiert. Alle Hoffnung auf eine sehr sehr preiswerte Deutschland-Tour mit unserem Trick braucht man aber nicht aufzugeben. Es gibt ja noch andere grenznahe Orte, zu oder von denen man (offiziell) fahren kann. Das polnische Stettin etwa. Ein Ticket, das über Berlin, Hamburg, Bremen, Münster ins Ruhrgebiet, nach Köln, Bonn und Mannheim nach Stuttgart, Ulm und Biberach führt, gibt es nach wie vor zu günstigen 149,80 Euro und man kann sich 15 tage Zeit für die Deutschlandtour lassen und die Reise beliebig oft unterbrechen. Das ist deutlich preiswerter als die angeblich so günstigen Interrail-Tickets. Und der Trick kann auch von Deutschen im Inland genutzt werden. Wie gesagt: die neue Einschränkung ist bitter. Für Fans günstiger Bahnreisen aber besteht kein Grund zur Verzweiflung.

3 Gedanken zu „Bittere Nachricht für Bahnfahrer“

  1. grüß gott,
    weil ich auch extrembahnfahrer im raum süddeutschland/österreich/schweiz bin, möchte ich zur aufklärung beitragen: die beschriebene stolperfalle ist inzwischen wieder außer kraft (siehe unten, aus: https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/international_2016/mdb_224489_internationale_befoerderungsbedingungen_30_06_2016.pdf) und ich habe anläßlich meiner letzten buchung aus österreich nach deutschland (natürlich mindestens über 100km entfernung!) überprüfen können, daß die fahrkarten wieder 15 tage gelten. noch schöne grüße nach oberschwaben, wo ich häufiger mit dem IRE aus/in richtung basel vorbeikomme

    „6.7.2 Aktionszeitraum, Geltungsbereich
    Im der Zeit vom 12. Juni bis 30. September 2016 sind Fahrkarten zum Flexpreis nach
    Österreich gem. Nr. 3.1.1 (direkter Weg und im Transit über Tschechien oder die
    Schweiz) abweichend zu Nr. 7.1 SCIC-NRT, sowohl zur einfachen Fahrt als auch für Hin- und
    Rückfahrt zwei Tage gültig.
    6.7.3 Preis
    Der Fahrpreis ist im Aktionszeitraum neben der gewählten Produkt- und Wagenklasse
    auch vom Reisetag abhängig. Die Anerkennung von Rabattkarten gem. Nr. 3.1.4 bleibt
    unberührt.“

  2. Die Darstellung ist so nicht richtig. Die Bahn hat dort – unter Beteiligung der ÖBB – den so genannten „differenzierten Flexpreis“ getestet. Die Unternehmung wurde zwar, wie Thomas Faust schon schrieb, zum 01.10.2016 wieder außer Kraft genommen, doch galt dieser Test ohnehin nur für Österreich. Für Auslandsfahrkarten wie z. B. in die Schweiz oder nach Tschechien funktionierte es nach wie vor wie gewohnt.

    Seit dem 16.12.2016 hat die Bahn nun das System für alle Auslandsfahrkarten geändert, was dazu führt, dass der beschriebene „Trick“ zwar weiterhin funktioniert, die Gültigkeit des Tickets aber nunmehr auf VIER Tage begrenzt ist. Das ist zwar bei weitem nicht mehr so viel wie früher, dürfte für einige Fahrten jedoch noch ausreichen. Außerdem gilt die Beschränkung, die nun für Fahrkarten des „differenzierten Flexpreises“ gilt, dass die Fahrt zwingend am ersten Geltungstag angetreten werden muss, für die Auslandsfahrkarten ohne Zugbindung nicht. Zugegebenermaßen ein nicht sonderlich großer, aber immerhin noch ein Vorteil.

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